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TATAREN: Unter den Stiefeln Dschingis Khans

Sie vergewaltigen, brandschatzen und machen unbarmherzig nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Unter ihrem genialen und skrupellosen Anführer Dschingis Khan sind die Heere der Steppenreiter aus dem Inneren Asiens zur Bedrohung für die ganze Welt geworden

Sie vergewaltigen, brandschatzen und machen unbarmherzig nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Unter ihrem genialen und skrupellosen Anführer Dschingis Khan sind die Heere der Steppenreiter aus dem Inneren Asiens zur Bedrohung für die ganze Welt geworden

»Die Gefahren, die in der Heiligen Schrift vorausgesagt werden,treten nun wegen unserer Sünden zutage. Ein brutaler Stamm zahlloser Menschen, gesetzlos und wild, dringt in unsere Grenzen ein und hat das Land Polen erreicht, nachdem er durch viele andere Länder gewütet und die Menschen vernichtet hat.«

Heinrich von Lothringen an seinen Schwiegervater 1242

»Um Grausamkeit und Schlauheit dieser Menschen zu schildern, ist keine Gemeinheit groß genug. Der Häuptling der Tataren und seine Gäste und andere Kannibalen verspeisten ihre Kadaver, als wäre es Brot, und ließen nichts übrig als die Knochen für die Aasgeier. Die alten und häßlichen Frauen wurden den Kannibalen als ihre tägliche Essensration vorgeworfen. Die Schönen wurden nicht gegessen, sondern trotz aller ihrer Wehklagen entehrt. Jungfrauen wurden vergewaltigt, bis sie vor Erschöpfung starben.«

Chronist Matthäus Paris, Chronica Majora um 1238

»Durch die Kraft des Himmels ist uns alles Land von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gegeben.«

Großkhan Göyük an Papst Innozenz IV. 1246

»Ihr, der Ihr der Große Papst seid, kommt gemeinsam mit allen Prinzen, um uns zu dienen! Wenn Ihr nicht den göttlichen Befehlen folgt, also meinen Willen ignoriert, werde ich Euch als meinen Feind ansehen. Und ich werde Euch lehren, zu verstehen!«

Großkhan Göyüks an Papst Innozenz IV. 1246

Sein Roß scheut, noch bevor die ersten Reiter am dunstigen Horizont auftauchen. Freund oder Feind, harmlose Händler oder des Teufels wilde Horden? Die stumme Karawane kommt näher, in ihrer Mitte ein schwerer Ochsenkarren mit weißen Zelten, ein Trauerzug. Keine Gefahr. Plötzlich sieht er die neunschwänzige Standarte über dem Katafalk! Dschingis Khan! Blitzschnell kappt er den Strick zu seinen Lastkamelen, gellend warnt er seine Diener und stiebt davon. Die Leibwache des toten Khans setzt ihm nach, ihre kleinen struppigen Pferde sind schneller als sein müdes Roß. Sie holen auf, ergreifen ihn. »Geh hinüber in die andere Welt, damit du auch dort deinem Herrn dienen kannst!« ruft einer der Mongolen, bevor er ihm den Kopf abschlägt.

Wie ein Lindwurm wird die Prozession weiter durch die Steppe ziehen und den toten Dschingis Khan in seine Heimat am heiligen Berg Burhan Chaldun bringen. Keiner der Händler, Hirten, Sklaven, Männer oder Frauen, die den Sarg des schrecklichen Potentaten vorüberrollen sehen, wird überleben. Auf daß sie alle den Mongolenfürsten zu Tengri, dem Gott des Himmels, begleiten! Im Tode wie zu seinen Glanzzeiten säumen Massengräber und Schädelpyramiden den Weg des großen Khans.

Der grausame Alte mit den lauernden Katzenaugen war um die 65 Jahre alt, als er 1227, mitten auf einem Feldzug nach China, starb. Über seinen Tod wird viel gemunkelt. Ob ihn der Blitz erschlug oder das Fieber nach einem schlecht verheilten Knieschuß hinwegraffte? Ob ihn nach wilden Nächten mit seiner Lieblingsfrau Yesui der Schlag traf oder eine schöne Gefangene, eine Tanguten-Prinzessin, ihn heimtückisch beim Beischlaf erstach? Wahrscheinlich ist der alte Kämpe einfach bei der Wildpferdjagd aus dem Sattel gestürzt und seinen Verletzungen erlegen. Doch seine Soldaten, die zu dieser Zeit die Hauptstadt der Tanguten in Nordchina belagern, werden genauso gnadenlos weiterkämpfen, als wäre der »ozeangleiche Herrscher« noch unter ihnen, und sein unglaubliches und unglaublich blutiges Werk vollenden. Ein krummbeiniger Reiterfürst aus der hintersten Mongolei hat mit seinen nach Pferdemist und ranzigem Fett stinkenden Horden die halbe Welt überrollt! In wenig mehr als 20 Jahren! Hunderttausend Steppenreiter haben mit Pfeil und Bogen ein Riesenreich erobert, das bei Dschingis Khans Tod viermal so groß wie das Alexanders des Großen ist. Sie kommen aus dem Nichts, sie können nichts außer reiten wie der Teufel und im Galopp über die Schulter schießen, dem Feind direkt in den Hals. Und sonst: plündern, vergewaltigen, morden und Kumys, vergorene Stutenmilch, saufen! Eine Bande von ungehobelten Kerlen, die Fett in großen Klumpen mampfen, in windzerfetzten Jurten hausen, sich bei Todesstrafe nicht in Flüssen waschen und furzen wie die Pferde! Und diese Wilden aus den eisigen, windumtosten Weiten haben fast alle hochzivilisierten Völker des Orients, Chinesen, Tanguten, Perser, Araber und Russen niedergetrampelt wie Steppengras. Das Abendland zittert, zu Recht.

Ist Dschingis Khan ein Verrückter, von Blutdurst und Beutegier Getriebener, oder handelt der große Feldherr kühl nach einem Plan? Eine zwiespältige Gestalt: Zerstörer und Staatsmann, grausamer Militär und großherziger Familienvater, rachsüchtig bis aufs Messer und wie ein Bruder zu seinen Soldaten, ein skrupelloser Emporkömmling und ein weitsichtiger Politiker und manchmal, so zynisch das klingt, überraschend tolerant!

»Ein Weltreich, auf dem Pferderücken erobert, kann man nicht vom Pferderücken regieren«, hat der Nomade begriffen. So holt sich der ungeübte Staatenlenker Berater aus China und Kunsthandwerker aus dem Orient, der Analphabet läßt die Schrift der verwandten Uiguren einführen. Als Landesvater baut er Karakorum, die prächtige Hauptstadt inmitten der Steppe, als Weltenzerstörer schlägt er die Perlen des Orients, blühende Städte wie Dschungdu (Peking), Samarkand, Buchara, Herat oder Pagan (in Burma) entzwei. Hunderttausende läßt er enthaupten, aber der freie Handel und die Sicherheit der großen Karawanenstraßen liegen ihm am Herzen. Kriege führt er Schlacht um Schlacht, aber er ist kein Kreuzzügler, Fanatismus ist ihm fremd. Muslime, nestorianische Christen, Buddhisten oder Taoisten können nach ihrer Façon selig werden - wenn sie nur gehorchen. In Dschingis Khans Reich kann eine Jungfrau mit einem Topf Gold unbehelligt durch die Nacht marschieren.

Der große Unbekannte, der aus der Steppe kam! Seine Ahnen: »Ein blauer Wolf, der seine Bestimmung von Tengri, dem Himmelsgott, erhielt, und eine falbe Hirschkuh, die am heiligen Berg Burhan Chaldun ein Kind gebar«, so heißt es in der »Geheimen Geschichte der Mongolen«, die ihnen ein akribischer Hofberichterstatter niederschreibt und die kein Fremder lesen darf. Sein Clan: ein kleiner unwichtiger Nomadenstamm, der bei den Feindseligkeiten zwischen Tataren und Mongolen beinahe aufgerieben wird. Sein Name: Temudschin. Geboren: wahrscheinlich 1162, wer zählt das schon! Doch bei der Geburt, sagt der Hausschamane, hielt der Knabe einen faustgroßen Blutklumpen, rot wie ein Rubin, in der Hand. Ein gutes Omen für einen großen Krieger, Temudschin heißt schließlich »scharfer Stahl«. Doch anfangs ist der junge Held weich wie die Butterklumpen, die seine Mutter aus Yakmilch schlägt. Er fürchtet sich vor Hunden und heult, wenn Mutter Ho'elun, eine handfeste Nomadin, ihn schilt.

Temudschin ist etwa neun, »ein Knabe mit Feuer in den Augen und Glanz im Gesicht«, als sein Vater Yesügei mit ihm auf Brautschau geht. Börte, die »schönwangige Tochter« eines Nachbarfürsten, gefällt den Werbern, sie werden sich schnell einig, doch auf dem Rückweg wird Yesügei von feindlichen Tataren betrunken gemacht und vergiftet. Blutrache, Weibergeschichten, immer dasselbe bei den Nomaden! Yesügeis Tod ist ein harter Schlag, denn alte, überlebenswichtige Gefolgschaften der Steppe werden aufgelöst, die Familie verliert ihr Vieh und ihre Weiderechte, so daß Ho'elun die Kinder mit Beerensammeln, Jagen und Fischen durchbringen muß. Zu allem Unglück erschießt der junge Temudschin auch noch kaltblütig seinen Halbbruder Bekter, weil dieser ihm einen Fisch gestohlen hat. »Mörder«, schimpft die Mutter, »in einem Augenblick, in dem du keinen anderen Gefährten hast als deinen Schatten, in einem Augenblick, in dem du keine andere Peitsche hast als den Pferdeschweif, sag: Wie sollen wir leben?«

Bald darauf wird Temudschin, auf dem die Hoffnungen der Restfamilie ruhen, von einer Nachbarsippe entführt. Der Junge scheint verloren, aber eines Tages rammt er das Holzjoch, mit dem er angekettet ist, seinem Bewacher in den Leib und flieht. Der junge Held wird Clanchef, bekommt Zulauf von anderen Sippen und damit genug Vieh und Weiderechte, um endlich Börte, die versprochene Braut, in seine Jurte zu holen. Und Mutter Ho'elun bekommt von Börtes Vater einen schwarzen Zobelpelz.

Ein neuer Überfall, Temudschin flieht mit seiner Familie in die Wälder, »für Börte aber fehlte ein Pferd«, heißt es in der »Geheimen Geschichte«. Der Schuft hat also seine junge Frau geopfert, aber den Clan gerettet. Mutter Ho'elun muß ihren Zobelpelz opfern, damit Temudschin neue Allianzen gewinnt. Mit 40000 Kriegern rückt er an, um Börte zu retten, und »rottet die Feinde bis auf Kind und Kindeskind aus«. Glücklich schließt er die Befreite in die Arme. »Was mir fehlte und was ich suchte, habe ich gefunden. Wir wollen nicht die Nacht hindurch marschieren, sondern hier lagern.« Doch Börte ist bereits schwanger - sie wurde in den Zelten des Feindes nach Nomadensitte vergewaltigt - und wird kurze Zeit darauf einen Sohn gebären, den sie Dschotschi, »Gast«, nennen. Doch Dschingis Khan liebt den kleinen Bankert ganz besonders. Auch wenn Dschotschi später bei Hofe heimlich als Wechselbalg verspottet wird, der Herrscher selbst hat nie einen Unterschied zwischen seinen legitimen und illegitimen Söhnen gemacht.

Zwanzig ist Temudschin, als der große Machtkampf zwischen den vielen anarchischen Stämmen beginnt, weitere 20 Jahre wird der Häuptling brauchen, bis der »Quriltai«, der Reichstag der Mongolen, sich am Fluß Onon versammelt und ihn im Jahr des Tigers (1206) zum obersten Khan »aller Völker mit Filzzelten« ausruft. Jetzt erst beginnt die Zeit der großen Auslandseroberungen. Charisma hat der junge Steppenwolf, er versteht es, gute Männer um sich zu scharen. »Dieser kleidet uns mit eigenen Kleidern, er läßt uns auf seinen Pferden reiten«, sagen seine Anhänger, »um das Volk zu beruhigen und den Staat zu lenken, ist er sicher der geeignete Mann!«

Dschingis Khan, wie er nun genannt wird, erläßt drakonische Gesetze. Vom Hochverrat bis zum Viehdiebstahl, vom Ehebruch bis zum unerlaubten Pinkeln in der Jurte, darauf steht Todesstrafe, manchmal hat er auch Anfälle von Menschlichkeit. Bei einem Gefecht wird sein Leibpferd getroffen. »Wer hat geschossen?« fragt der Khan streng. Ein junger Bogenschütze, der gerade gefangengenommen ist, bekennt sich todesmutig. Wird sein Kopf rollen? »Er ist ein Mann, zum Gefährten geeignet«, ruft der Khan begeistert, »weil er mein Schlachtroß verwundet hat, will ich ihn Dschebe, Waffe, nennen.« Und diese scharfe Waffe wird Weltgeschichte machen, denn als General wird Dschebe halb Asien in die Knie zwingen und noch unter seinen Söhnen dienen.

Dschingis Khan organisiert eine Militäraristokratie, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Loyalität, nicht Stammeszugehörigkeit zählt. »Jene, die mit mir gezogen sind, das Reich zu gründen, will ich zu Tausendschaftsführern machen«, sagt er. Die Söhne der Heerführer bindet er in den Keschig, seine zehntausend Mann starke Leibwache ein. Dann baut er den legendären mongolischen Postdienst auf, wo Meldereiter in Stafetten bis in die entlegensten Reichsecken galoppieren. Wettreiten, wenn es sein muß, über Dutzende von Meilen, ist für die Nomaden und ihre struppigen ausdauernden Ponys eher ein Spaß. Pferde sind ihr Leben.

Sein Erfolgsgeheimnis? Ganz einfach, es gelang dem großen Khan wie keinem anderen, das Jagen und Beutemachen, die beiden Lieblingssportarten der Nomaden, in eisernen, militärischen Drill umzuwandeln. »Das höchste Glück des Mannes ist es, den Feind zu verfolgen und zu besiegen«, so der Khan auf einem Ritt mit seinen Getreuen, »wenn er ihm seinen Besitz entreißt, seine Wallache reitet, wenn er die Ehefrauen des Feindes schluchzen und weinen läßt, ihre Leiber nächtens als Stütze benutzt und ihre rosafarbenen Brüste betrachtet, dann ist der Mann wirklich glücklich.« Militärisch gesehen, waren es also keineswegs undisziplinierte Horden, sondern gut trainierte Schweinehunde, die das Beutemachen ihr Leben lang in der Wildnis geübt hatten, bevor sie ganze Länder niederritten.

Auch in Kriegstaktik sind die Mongolen Meister, doch langwierige Belagerungen mit schwerem Gerät liegen ihnen nicht. Eher fingieren sie einen Abzug, locken den Feind aus der schützenden Festung heraus - und in den nächsten Hinterhalt. Manchmal greift der Khan aber auch zu abenteuerlichen Listen, wie die Saga weiß: Im Jahr 1207 belagern die Steppenreiter lange und vergebens die Tanguten-Stadt Wolohai. Schließlich richtet Dschingis Khan dem Stadtkommandanten aus, daß er gegen die geringe Zahlung von tausend Katzen und zehntausend Schwalben seine Truppen abziehen werde. Der verdutzte General läßt alle Katzen und Schwalben in der Stadt einfangen und übergibt sie den Mongolen. Da befiehlt der Khan, allen Tieren einen brennenden Baumwollfaden an den Schwanz zu binden und sie freizulassen. Die erschreckten Vögel suchen in rasendem Flug ihrer Nester auf, die Katzen sausen panisch in die hintersten Winkel. Bald brennt die Stadt, und die Mongolen blasen zum Sturm.

Dschingis Khan eilt von Sieg zu Sieg, seine Truppen überrennen die Große Mauer, die als unüberwindbar galt, und nehmen 1215 Dschungdu (Peking) ein. Nicht immer ist er der Angreifer. Erst als der Schah von Choresm 1218 eine friedliche mongolische Karawane gefangennimmt und 450 Kaufleute als Spione hinrichten läßt, verwandelt der mongolische Rächer die islamische Prachtstadt Buchara in ein »mit Blut gefülltes Tablett«, läßt Samarkand schleifen und die gesamte Bevölkerung von Urgentsch hinrichten, bis auf ein paar Kunsthandwerker, die er in Karakorum brauchen kann. In Herat überleben ganze neun Männer von mehreren hunderttausend den Sturm aus der Steppe. Der Herrscher von Choresm flieht kopflos, nur Dschalal al-Din, der mutige Sohn des Schahs, wirft sich den Mongolen entgegen. Sein kleines Heer wird aufgerieben, aber er kann sich mit einem gewagten Sprung seines Streitrosses in den Indus retten. Bravour schätzt der Despot: »Solche Söhne muß ein Vater haben«, sagt er.

Dschingis Khans Generäle Dschebe und Sübütai ziehen weiter über Persien und den Kaukasus nach Georgien, wo sie 1223 das russische Heer vernichten und ihrem Ruf als schreckliche Tataren, wie man sie im Westen schimpft, alle Ehre machen. Zur Siegesfeier fesseln sie 70 russische Fürsten aneinander, nähen ihnen Mund und Nase zu und sperren sie in luftdichte Kisten, auf denen die betrunkenen Mongolen ihr Gelage feiern, bis die Opfer jämmerlich erstickt sind. Eine durchaus ehrenvolle Todesart, bei der kein Blutstropfen unnötig vergossen werde, bemerkt die »Geheime Chronik«.

Für den Alten aber endet der Krieg am Indus. In ungewohnt nachdenklicher Stimmung zieht sich der Herrscher in den Hindukusch zurück, er befragt einen taoistischen Weisen, ob er ein Kraut gegen den Tod kenne. In Buchara, der Stadt, die er vernichtet hat, besucht er die Gottesdienste der Imame. Im Frühling 1223 beginnt er, mit Yesui, einer neuen Lieblingsfrau an seiner Seite, die lange Heimreise. Doch als er hört, daß Börte wütend über die Nebenbuhlerin ist, traut sich der große Eroberer kaum in die heimatliche Jurte und schickt diplomatische Kundschafter vor, um die Stimmung bei Hof zu ergründen. Vor seinem letzten Feldzug bestimmt er Ogodai, seinen drittältesten Sohn, zu seinem Nachfolger und teilt das Reich in vier Statthalterschaften, jede für einen Sohn, auch für Dschotschi, auf. »Meine Nachkommen werden Gold tragen, das feinste Fleisch essen, die besten Pferde reiten und die wunderschönsten Frauen in ihren Armen halten«, schnaubt er, »und sie werden vergessen, wem sie das alles verdanken!«

Tausend Reiter werden über sein Grab in der Steppe galoppieren, damit niemand seine letzte Ruhestätte finden kann. Doch die Dynastie hat Bestand. Bald wird das Mongolenreich vom Gelben Meer bis zum Mittelmeer reichen, die Nachfahren des Khans der Khane werden vor der Wiener Neustadt stehen. Und morgen das neunschwänzige Banner über Europa?

Swantje Strieder