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Nach der US-Wahl "Mulmiges Gefühl" und sorgenvolle Blicke in die USA: Erste Reaktionen von SPD, Grünen und CDU

Nach der US-Wahl: Die Grünen-Spitze Annalena Baerbock und Robert Habeck
Mit einem "mulmigen Gefühl" ist Annalena Baerbock in den Morgen nach der US-Wahl gestartet. Auch andere deutsche Politiker blicken sorgenvoll über den Großen Teich.
© Odd Andersen / AFP
Mit Sorgenfalten und einem "mulmigen Gefühl" blicken Politiker aus Deutschland am Morgen über den Großen Teich. Wirtschaftsminister Altmaier und Ex-Außenminister Sigmar Gabriel warnten vor einer Hängepartie, Grünen-Chefin Annalena Baerbock befürchtete genau das, was Donald Trump nur wenig später im Weißen Haus ankündigte.

Der frühere deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat mit Blick auf den sich abzeichnenden knappen Wahlausgang vor einer womöglich langen Hängepartie in den USA gewarnt. "Die USA als Land, das jetzt schon tief gespalten ist, auf Monate mit sich selbst beschäftigt zu sehen, das wäre schon ein Riesenproblem", sagte Gabriel am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

In eine ähnliche Kerbe schlug Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) "Es wird möglicherweise auch so geschehen, wie wir das schon mal erlebt haben: dass man eben noch sehr sehr lange darüber diskutiert, falls das Wahlergebnis knapp ist", sagte Altmaier am Mittwoch. Damit spielte er auf die Wahl 2000 an, als George W. Bush erst lange nach der Wahl als neuer US-Präsident feststand. Beängstigend hellsehersichere Fähigkeiten offenbarte Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Trump tut das, was Baerbock befürchtet

Angesichts der Ergebnisse beschleiche sie ein "mulmiges Gefühl", so Baerbock. Wichtig sei nun, "dass sich nicht einer als Präsident erklärt, auch wenn die Stimmen final noch gar nicht ausgezählt sind", ergänzte sie, während Donald Trump in seinem ersten Statement im Weißen Haus genau das tat. Gerichte und andere Institutionen müssten nun "ihre Arbeit machen und sicherstellen, dass auch die letzte Briefwahlstimme ausgezählt wird", forderte Baerbock. Trump deutete in Washington an, vor den Supreme Court ziehen zu wollen, um die weitere Auszählung der Briefwahlstimmen zu stoppen. Baerbocks Co-Chef Robert Habeck orakelte derweil schon über weitere vier Jahre mit einem US-Präsidenten Donald Trump. "Wenn Trump das gewinnt, dann ist eine Wasserscheide überschritten, dann ändert sich die globale Ordnung fundamental", sagte Habeck am Mittwochmorgen den Sendern RTL und n-tv. 

Gabriel fürchtet "Phase der Selbstbeschäftigung"

Sigmar Gabriel äußerte die Befürchtung, dass China, Russland und die Türkei davon profitieren könnten, wenn sich die USA nun in eine "Phase der Selbstbeschäftigung" begeben. Dabei verwies er auf drängende Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und die Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen. Die genannten Staaten würden sich freuen, dieses Vakuum zu füllen, so Gabriel weiter. FDP-Chef Lindner kommentierte am Morgen via Twitter den aktuellen Stand der Präsidentschaftswahl. Er nahm dabei Trump und die US-Institutionen in die Pflicht, "sicherzustellen, dass die Wahl fair und demokratisch zu einem Ergebnis kommt."

js DPA

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