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Erste Regionalkonferenz: Duo Lange/Ahrens zieht Bewerbung um SPD-Vorsitz auf offener Bühne zurück

Erst brauchte es einen langen Anlauf, bis sich etliche Kandidatenduos für eine künftige SPD-Doppelspitze fanden, nun lichten sich die Reihen schon bei ersten Termin. Flensburgs OB Simone Lange und ihr Partner Alexander Ahrens verzichten.

Michael Roth (v.l.), Klara Geywitz, Olaf Scholz, Boris Pistorius, und Petra Köpping beim ersten Auftritt während ihrer Kandidaten-Tour

Die Zahl der Bewerber um den SPD-Parteivorsitz ist schon bei der ersten Vorstellung überraschend geschrumpft: Während der ersten Regionalkonferenz zur Vorstellung der Kandidaten zogen die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens, ihre Doppel-Bewerbung zurück. Sie wollten nun "mit aller Kraft" das Kandidatenteam aus dem früheren NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken unterstützen, sagte Lange am Mittwochabend in Saarbrücken.

Trotz ihres Verzichts wollten sie aber weiter an den Regionalkonferenzen teilnehmen. "Wir sind nicht weg, wir werden weiter Wahlkampf machen", sagte Lange der Deutschen Presse-Agentur - jetzt eben für ein anderes Team. Ohne Walter-Borjans und Esken bewerben sich nun noch sieben Kandidaten-Duos und ein Einzelbewerber um den SPD-Vorsitz. In Saarbrücken fand die erste von  insgesamt 23 Regionalkonferenzen statt, auf denen sich die Bewerber um den Parteivorsitz der Basis stellen. Das Interesse war groß: Statt der erwarteten 300 Genossen kamen doppelt so viele Besucher.

SPD-Vorsitz: Lange kandidierte gegen Andrea Nahles

Lange und Ahrens hatten zuvor damit geworben, die SPD wieder näher an die Bürger bringen zu wollen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bei der Wahl des Parteivorsitzes gegen Andrea Nahles angetreten und hatte einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent erzielt. Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, trat 2017 aber wieder ein.

Ihren Schritt erläuterten Lange und Ahrens in einer schriftlichen Erklärung mit der Bündelung von gleichgesinnten Kräften. "Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken kämpfen wie kein anderer für Steuergerechtigkeit und mehr Demokratie. Wir haben uns entschieden die jetzt schon sehr guten Chancen für das Team zu unterstützen und bitten alle, die uns bis heute gestärkt haben, dies auch zu tun", heißt es darin. " Wer sich nicht scheut, dort anzugreifen, wo es weh tut und wer dann auch noch handelt, statt nur zu reden, der zeigt, dass er Haltung hat und wird unsere Partei wieder erfolgreich machen. Alexander und ich, wir werden unsere Kraft und unsere Kandidatur deshalb heute einem Team übergeben, von dem wir zutiefst überzeugt sind, genau diese Haltung haben."

dho / AFP / DPA