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Europawahl: Deutschland ohne EU - nicht zum Aushalten

Die EU ist ein bürokratisches Monstrum? Eine Geldvernichtungsmaschine? Mag ja sein. Aber ohne die EU käme kein Mensch zurecht. stern.de ist mit Familie S. auf eine fiktive Urlaubsreise gegangen - durch ein Europa der Nationalstaaten.

Von Annika Müller

Sommer 2009 in Deutschland. Eine Europäische Union gibt es nicht. Es ist Urlaubszeit, und wie so viele Deutsche zieht es auch Familie S. Richtung Süden, genauer nach Italien, in das Sehnsuchtsland schlechthin. Doch eine Flugreise für vier Personen bei der einzigen deutschen Fluglinie ist für Normalbürger unbezahlbar. Konkurrenz gibt es keine, Billigfliegern wie etwa dem Anbieter Ryanair aus Irland bleibt der Zugang zum deutschen Urlaubsmarkt verwehrt. Wer den Flug nach Rom nicht zahlen kann oder will, der muss mit dem Auto vorliebnehmen.

Frau S. muss also gut kalkulieren. Die Lebenshaltungskosten sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen, vor allem frisches Obst und Gemüse, das teuer importiert werden muss, reißt jedes Mal ein großes Loch in die Haushaltskasse. Tomaten aus den Niederlanden, Paprika aus Ungarn, Artischocken aus Italien - Luxusgüter, die nicht mehr allzu oft ihren Weg auf den Mittagstisch der Familie finden.

Schutzzölle in der Finanzkrise

Herr S. ist Mitte vierzig, verheiratet, hat zwei Kinder und ist Chef eines mittelständischen Unternehmens, das Maschinenteile herstellt und exportiert. Doch das Geschäft läuft nicht gut. Durch die Finanzkrise haben sich zahlreiche Staaten, darunter Frankreich, England, Italien und die Niederlande, mit hohen Zöllen geschützt, der Export ist eingebrochen. Dazu kommt, dass Herr S. seine Produkte für jedes Exportland einzeln anpassen muss. Einheitliche Normen oder Sicherheitsstandards gibt es nicht, die Kontrollbehörden arbeiten langsam, die Zulassungsverfahren sind teuer. Gerade kleinere Unternehmen wie das von Herrn S. können sich diesen Aufwand kaum noch leisten.

Also tritt Familie S. die Reise mit dem Auto an, sie will über Österreich nach Italien fahren. Frau S. trifft die Reisevorbereitungen und geht zur Bank, Geld umtauschen. Ein paar D-Mark in österreichische Schilling, um Tanken, Rast und Autobahngebühren zahlen zu können, den Rest in italienische Lire. Die Umrechnungskurse schwanken ständig, gerade jetzt in der Finanzkrise, die Gebühren für den Geldumtausch sind auch recht üppig. Zu Hause hat Frau S. eine große Spardose mit dem Münzgeld vergangener Urlaubsreisen, auch ein paar Lire und Schilling sind darunter, die sie nun zum wiederholten Mal aus der Dose klaubt. Vielleicht wird sie die diesmal los! Die Banken tauschen nur Geldscheine wieder zurück in D-Mark, und das zu sehr ungünstigen Konditionen. Auch für Herrn S. und seine Firma sind die schwankenden Kurse ein Ärgernis. Langfristige Kalkulationen für seine Exporte nach Frankreich und England sind praktisch unmöglich geworden.

Geduldsprobe Grenzkontrolle

Familie S. fährt los, nach einigen Stunden ist der erste Grenzübergang erreicht - fast, denn schon Kilometer vor der Grenze staut sich der Verkehr, die Wartezeit beträgt etwa fünf Stunden. Die Grenzkontrollen kosten wie jedes Jahr enorm viel Zeit und Nerven, alle Familienmitglieder müssen einen Reisepass besitzen, beziehungsweise Kinder im Pass ihrer Eltern eingetragen sein. Der deutsche Personalausweis alleine reicht nicht aus. Auch an der nächsten Grenze zu Italien ist die Situation nicht besser. Wieder heißt es mehrere Stunden warten. Für die Reise hat die Familie zwei Tage eingeplant, gerade für die Kinder sind die langen Wartezeiten eine Tortur. Immerhin: Den deutschen Führerschein erkennen Österreich und Italien bei Urlaubern problemlos an. In vielen anderen Ländern ist das nicht so.

Die zweijährige Tochter von Ehepaar S. vertreibt sich auf dem Rücksitz die Wartezeit mit ihren Spielsachen, überwiegend "Made in China". Ob Plastikpuppen oder Plüschtiere, immer wieder werden Fälle von giftigen Inhaltsstoffen oder losen Kleinteilen, die verschluckt werden könnten, bekannt. Doch ein länderübergreifendes Warn- und Prüfsystem für Spielzeug gibt es nicht, und die deutschen Prüfstellen werden der Flut neuer Produkte kaum Herr. Das Spielzeugtier, auf dem das Töchterchen auch gerne mal herumbeißt, ist in Spanien schon vor Wochen wegen giftiger Weichmacher im Plastik aufgefallen und vom Markt genommen worden. In Deutschland hat man davon allerdings noch nichts erfahren.

Konkurrenzlos teuer

Nach knapp zwei Tagen Reisezeit mit einer Übernachtung ist Familie S. endlich am Ort der Erholung angekommen. Der kurze Anruf mit dem Mobiltelefon bei der Oma zu Hause schlägt mit 8 D-Mark pro Minute zu Buche. Vorgaben, was ein Anbieter höchstens an Roaming-Gebühren, also für Gespräche aus dem Ausland verlangen darf, gibt es nicht. Für die meisten deutschen Urlauber ist die Postkarte das erste Mittel der Wahl für den Kontakt zur daheimgebliebenen Verwandtschaft, ein Handy besitzen sie überhaupt nicht. Auch die Inlandstarife des einzigen deutschen Telekommunikationsanbieters sind extrem teuer, das Internet für die meisten Privatleute unbezahlbar. Ähnlich ist die Situation auch auf dem Energiemarkt: Die vier großen Stromkonzerne mussten noch nie Konkurrenz aus dem Ausland fürchten.

Über Nacht hat der Sohn der Familie plötzlich starke Ohrenschmerzen und Fieber bekommen, ausgerechnet im Urlaub! Daran hat keiner gedacht, einen Auslandskrankenschein hat Frau S. sich nicht besorgt. Es hilft alles nichts, das Kind muss zum Arzt. Doch der behandelt nur gegen Vorkasse, mit der deutschen Krankenversichertenkarte kann er überhaupt nichts anfangen. Deutschland hat mit Italien kein Sozialversicherungsabkommen, und Familie S. hat keine zusätzliche Auslandskrankenversicherung. Auf ihren Kosten bleibt sie auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sitzen. Die Kasse erstattet in einem solchen Fall gar nichts.

Erholung ade!

Nach zwei Wochen Sonne, Strand und Einkaufen mit dem Taschenrechner in der Hand neigt sich der Urlaub dem Ende zu - das Bargeld leider auch. Die Gebühren für Abhebungen im Ausland betragen mehrere Mark, aber die Familie möchte vor der Rückreise unbedingt noch einige Souvenirs besorgen. Olivenöl, ein paar Flaschen Rotwein, Kaffee, und neue Schuhe für die Kinder gibt es auch. Doch an der Grenze, wo sich erneut lange Schlangen bilden, muss alles erst einmal wieder aus dem Kofferraum raus. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden fällig, die vermeintliche Ersparnis ist dahin. Und beim Olivenöl ist sich Frau S. auch nicht so ganz sicher, ob das nicht doch ein Fehlkauf war: Informationen zur Güteklasse oder dem Mischungsverhältnis sucht sie auf dem Etikett vergebens.

Familie S. ist nach ihrer Rückkehr in die Heimat entnervt - der Ärger mit dem Zoll und die lange Fahrt haben jedes Gefühl von Erholung wieder vernichtet. Für Frau S. steht fest: Nächstes Jahr geht es an die Ostsee, auch wenn es regnet. Europa ohne EU - da will kein Mensch hin.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?
  • Annika Müller