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Glosse In den Dschihad mit der K-Aida


Militante Salafisten sollen immer häufiger Kreuzfahrtschiffe nutzen, um in den Krieg zu ziehen. Es wird Zeit, sich den dunklen Seiten der Traumschiffe zu widmen.
Von Kester Schlenz

Ich habe mich immer schon gefragt, was so viele Leute an Kreuzfahrten lieben: Tausende Menschen zusammengepfercht auf engstem Raum. Zwangsernährt durch andauerndes, massenhaftes Anreichen von Speisen und Getränken, sediert durch ein toxisches Unterhaltungsprogramm, hackevoll schon am frühen Morgen.

Und jetzt auch noch Islamisten!

Interpol meldet, dass seit Monaten militante Moslems Kreuzfahrtschiffe genutzt hätten, um sich in die Türkei und von dort aus weiter in den Irak und nach Syrien abzusetzen. Dort würden sie sich dem Islamischen Staat anschließen und Terror verbreiten. Der Grund für den eher behäbigen Weg in den Dschihad: Flughäfen werden seit Monaten stärker überwacht. Da mietet man sich als gewiefter Terrorist doch jetzt lieber eine Suite mit Meeresblick, um dann in einem geeigneten Hafen unerkannt von Bord zu gehen. Schwer ist das nicht: Wenn so ein Traumschiff anlegt, erbricht es kurz darauf Menschenmassen die dann entfesselt Souvenirläden und Restaurants plündern. Als Terrorist kann man dann prima in diesen Passagiermassen untertauchen wie ein Fisch im Wasser und unerkannt verschwinden.

Wann werden sich Salafisten den Weg ans Buffet freischießen?

Das Misstrauen an Bord wird wachsen. Wer unter den Kreuzfahrern könnte ein Islamist sein? Der Bärtige, der kein Bier und keinen Wein anrührt? Der stille Langhaarige, der ständig vor sich hin murmelt. Die Frau mit dem dunklen Kopftuch – ist sie eine Schwarze Witwe? Wer trägt seine weiten Hosen mit Sprengstoffgürtel? Wann werden sich die Salafisten ihren Weg zum Buffet einfach freischießen?

Es ist nicht das erste Mal, dass Kreuzfahrten ins Gerede kommen. Jedes Jahr verschwinden Menschen auf diesen Schiffen. Auf die Gesamtzahl der Reisenden bezogen nur eine sehr geringe Zahl. Aber dennoch sind laut Erhebungen des kanadischen Soziologieprofessors Ross A. Klein seit dem Jahr 2000 insgesamt 159 Passagiere und Crewmitglieder über Bord gegangen, von denen nur 33 gerettet werden konnten. Wo die anderen geblieben sind, weiß man nicht. Unfälle? Verbrechen? Extraterrestrische Umtriebe? Die Leichen werden meist nie gefunden. Unfälle als Ursache sind nahliegend. An Bord wird viel getrunken. Da kann man beim Pinkeln über die Reling schon mal koppheister gehen, wenn man voll wie eine Haubitze ist.

Vorsicht auf dem Außendeck!

Manche halten Kreuzfahrtschiffe auch für einen sehr geeigneten Ort für das perfekte Verbrechen. Nur die Reling trennt die Passagiere vom tiefen, weiten Meer. Ein riesiges, nasses Grab. Polizei ist nicht an Bord, Kameras erfassen längst nicht das gesamte Schiff.

Also, wenn unter Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, reiche Erbtanten und -onkel sind und Sie gerade im Begriff sind, eine Kreuzfahrt zu machen, dann passen Sie bitte auf. Wenn Ihr Neffe, der vielleicht ein stadtbekannter Tagedieb und Taugenichts ist, Ihnen spät in der Nacht an Bord vorschlägt, doch noch mal nach oben aufs Aussichtsdeck zu gehen, weil dort Mörder-Sternschnuppen zu sehen seien – dann sollten Sie vorsichtig sein und lieber unter Deck bleiben und noch einen heben. Wer dann nicht mittrinkt, könnte allerdings ein militanter Salafist sein.


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