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Formel 1: Button holt in Sepang die Pole

Es war eine erneute Machtdemonstration, die Jenson Button im Qualifying ablieferte: Der Brite startet beim Großen Preis von Malaysia von der Pole Position. Doch ihm sitzt ein hungriges deutsches Trio im Nacken. (Lügen-)Weltmeister Lewis Hamilton hingegen hatte nichts zu melden.

Bei der erneuten Machtdemonstration von Jenson Button im BrawnGP hat ein heißblütiges deutsches Trio seine Ansprüche auf einen Podestplatz in der Sauna von Sepang angemeldet. Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton hatte einen Tag nach seinem reumütigen Geständnis in der Lügen-Affäre sportlich dagegen kein Wörtchen mitzureden. Während der englische McLaren-Mercedes-Pilot in der Qualifikation zum Großen Preis von Malaysia am Samstag nur Rang 13 erzielte und sich Vizeweltmeister Felipe Massa als 16. verzockte, rasten Timo Glock und Nico Rosberg nach vorne. Wegen Strafen gegen den erneut starken Sebastian Vettel, der auf Platz drei kam, und Rubens Barrichello, der im zweiten BrawnGP die viertschnellste Zeit fuhr, rutscht das deutsche Duo in die zweite Startreihe.

"Das ist super, ich bin sehr zufrieden. Zweite Startreihe - es könnte nicht besser sein", meinte Williams-Pilot Rosberg, der sich bislang als Trainings-Weltmeister erwies und nun an diesem Sonntag (ab 11 Uhr im stern.de-Liveticker) beste Chancen auf einen Podestplatz hat. Ebenso wie Landsmann Glock. "Es ist ja gar nicht so schlecht, muss ich sagen, da kann ich mich ja freuen", kommentierte der Wersauer, dessen Teamkollege Jarno Trulli den vielversprechenden Auftritt von Toyota als Zweiter perfekt machte.

Einen Tag nach seinem Geständnis wurden die Befürchtungen für Hamilton zur Gewissheit. Platz 13 in der Qualifikation, wieder ein schwerer Rückschlag im Kampf um die Titelverteidigung, nachdem der dritte Rang von Melbourne wegen irreführender Aussagen von Hamilton und des bereits suspendierten McLaren-Sportdirektors Dave Ryan aberkannt worden war. "Mehr haben wir nicht drin. Das Auto ist einfach nicht schnell genug", monierte Hamilton. Den düsteren Tag der wenig glanzvollen Silberpfeile vermochte auch Heikki Kovalainen nicht aufzuhellen: Der Finne kam nicht über Platz 14 hinaus. Zumindest Hamilton rückte in der Startaufstellung noch auf Position 12 vor.

Nach dem "Nuller" in Australien wollte auch Ferrari zurückschlagen, Massa und die Scuderia verzockten sich im ersten Zeitabschnitt aber. "Ich bin auf den weichen Reifen zunächst raus - die Rundenzeiten waren nicht so toll, wir dachten aber, es müsste reichen", erklärte Massa, der wie Räikkönen lediglich vier Runden drehte. Zu wenig, wie die Scuderia im Nachhinein betrübt feststellen musste. "Wir haben uns doch zu sehr auf unsere Leistung verlassen", räumte der Brasilianer ein, dessen frühes Aus und Startplatz 16 Ferrari-Berater Michael Schumacher am Kommandostand mit düsterem Blick verfolgte. Ex-Champion Kimi Räikkönen wurde Qualifikations- Neunter, kletterte aber auf Platz sieben in der Startaufstellung.

Sorgenkinder der deutschen Flotte bleiben Nick Heidfeld und Adrian Sutil. Heidfeld scheiterte bei Temperaturen um 30 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent im zweiten Zeitabschnitt als Elfter, profitiert aber ebenfalls von der Zurückversetzung Vettels nach dessen Strafe wegen des Unfalls in Australien kurz vor Rennende. Für Sutil ändern die Sanktionen gegen Vettel und Barrichello, der wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze nach hinten versetzt wird, nichts. Im Force India fuhr er die zweitlangsamste Zeit. "Es ging halt nicht mehr. Das ist das, was das Auto im Moment zeigen kann", meinte Sutil, der auch mit dem Mercedes-Motor nicht auf Touren kommt.

DPA / DPA

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