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Formel 1 Sieg, aber noch kein WM-Titel für Vettel in Singapur


Für das Spektakel beim Nachtrennen in Singapur waren Michael Schumacher und Lewis Hamilton zuständig, das Siegen übernahm Sebastian Vettel. Die Dominanz des Red Bull-Piloten war einmal mehr erdrückend, den WM-Titel durfte er aber noch nicht feiern. Ein Pünktchen fehlt ihm noch.

Sebastian Vettel hat seine Ausnahmestellung auch in Singapur eindrucksvoll demonstriert und unangefochten seinen neunten Saisonsieg gefeiert. Zum vorzeitigen WM-Titel reichte es aber noch nicht, ein Punkt fehlt ihm noch aus den verbleibenden fünf Rennen.

Der Red Bull-Pilot kontrollierte das Rennen vom Start weg nach Belieben und geriet auch durch eine zwischenzeitliche Safety Car-Phase nicht in Schwierigkeiten. Er verwies am Ende Jenson Button im McLaren auf den zweiten Platz, Mark Webber im zweiten Red Bull wurde Dritter. Ferrari-Pilot Fernando Alonso fuhr auf Rang vier vor Lewis Hamilton. Zweitbester Deutscher wurde Mercedes-Fahrer Nico Rosberg als Siebter. Adrian Sutil im Force India wurde Achter. Michael Schumacher schied nach einem spektakulären Crash aus.  

Vettel hellwach, Hamilton ausgebremst 

Schon beim Start legte der Titelverteidiger den Grundstein für den Sieg. Vettel kam von Position eins glänzend weg und baute konsequent seinen Vorsprung aus. Von der ersten Kurve an fuhr er sein eigenes Rennen, zu kämpfen hatten lediglich seine Rivalen hinter ihm. Die Hauptrollen übernahmen dabei Lewis Hamilton und später auch Michael Schumacher.

Beim Start verlor zunächst Mark Webber an Boden und fiel von zwei auf vier zurück. Jenson Button fuhr auf zwei, Alonso auf drei. Für Hamilton ging es ebenfalls nicht gut los. Er kam eigentlich super weg, entschied sich jedoch für die falsche Seite. So hing er in der ersten Kurve innen hinter Webber fest und wurde außen von Felipe Massa und Nico Rosberg überholt. Als wenig später auch noch Michael Schumacher an ihm vorbeifuhr, drohte sich eine Wiederholung des Duells von Monza an, jedoch nur kurz.

Hamilton erst schnell, dann unkontrolliert

Nachdem DRS in der dritten Runde freigegeben wurde, flog Hamilton erst an Schumacher und dann an Rosberg vorbei. Schon nach zehn Runden gingen die ersten Reifenwechsel über die Bühne. Hamilton und Massa waren in Runde 12 gemeinsam in der Box, wobei der Brite hinter dem Ferrari blieb. Das wollte er schnell ändern und Hamilton ließ sich zu einer übermütigen Attacke hinreißen. Er schlitze mit seinem Frontflügel den Hinterreifen von Massa auf und beide mussten zur Schadensregulierung in die Box.

Für den McLaren-Fahrer gab es oben drauf noch eine Durchfahrtsstrafe. Hamilton wurde durchgereicht auf den 17. Platz, das Rennen war eigentlich schon gelaufen. Danach zeigte er jedoch, was für ein guter Rennfahrer er sein kann, wenn er die richtige Mischung zwischen Aggressivität und Kontrolle findet. Er pflügte durch das Feld und holt sich als Fünfter am Ende noch einige WM-Punkte.

Schumacher fliegt spektakulär ab 

Für einen richtigen Schockmoment sorgte Michael Schumacher, der sich lange Zeit um Position acht herum bewegte. Ungefähr zur Hälfte des Rennens steckte er in einem Pulk hinter Paul di Resta, Adrian Sutil, Nico Rosberg und Sergio Perez. Er klebte dicht hinter dem Mexikaner, der vor einer Kurve den Fuß etwas früh vom Gas nahm.

Schumacher konnte nicht mehr reagieren und fuhr auf den Sauber auf. Der Silberpfeil stieg auf, schoss unkontrolliert über die Piste und krachte frontal in eine Mauer. Beinahe hätte Schumacher dabei noch seinen Teamkollegen Rosberg erwischt. Zum Glück war das nicht der Fall und auch der Rekordweltmeister entstieg seinem ziemlich demolierten Dienstwagen unverletzt.

Vettel kontrolliert von vorn

Es folgte eine Safety Car-Phase, in deren Folge das Feld sich wieder dich zusammenschob. Vettel hatte das Glück, das drei überrundete Fahrzeuge hinter ihm als Puffer zum zweitplatzierten Button fungierten. Nach dem Neustart hatte der Titelverteidiger dadurch schnell wieder zehn Sekunden Vorsprung. 

Souverän kontrollierte er wieder das Rennen und ließ sich auch nicht beeindrucken, als Button gegen Ende noch einmal dicht herankam, als beide sich durch dichten Verkehr kämpfen mussten.

Den Kampf um den dritten Platz entschied Mark Webber mit einem starken Überholmanöver in Runde 34 für sich, als er Fernando Alonso mit seiner Attacke überraschte. Für Lewis Hamilton blieb nach einem verkorksten Rennen der fünfte Rang vor Paul di Resta im Force India, der sich über sein bestes Karriereergebnis freuen durfte.

Für Timo Glock kam in Singapur frühzeitig das Aus. Er krachte in der zehnten Runde seitlich in die Streckenbegrenzung. Glock konnte zwar noch einmal auf die Strecke zurückkehren, musste den Wagen aber kurz danach in einem Seitenausgang des Stadtkurses abstellen. 

Wirklich spannend war der Kampf um die Weltmeisterschaft schon vor dem Rennen in Singapur nicht, doch nun hat es Sebastian Vettel selbst in der Hand. Ein einziger Punkt beim Großen Preis von Japan in Suzuka reicht ihm aus, um die Titelverteidigung perfekt zu machen.

Lars Ahrens 

sportal.de sportal

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