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1. Bundesliga Fernduell um den Titel - Dortmund hält den Vorsprung


Das Spitzenspiel kann kommen: Sowohl Borussia Dortmund als auch Verfolger Bayern München gewannen die Generalproben vor dem Highlight in der englischen Woche. Dabei taten sich die Bayern gegen Augsburg unerwartet schwer, während der BVB in Wolfsburg zittern musste. Wir fassen das Geschehen zusammen.

Borussia Dortmund hat die letzte Hürde vor dem Topspiel gegen Bayern München genommen und geht mit einem Drei-Punkte-Vorsprung in die englische Woche. Der BVB siegte beim VfL Wolfsburg mit 3:1, musste dabei in der Schlussphase zittern, ehe Robert Lewandowski für die Entscheidung sorgte (90.). Zuvor hatten Lewandowski (22.) und Ilkay Gündogan (49.) für eine 2.0-Führung gesorgt, Mario Mandzukic sorgte mit seinem Anschlusstreffer für etwas Nervosität im Dortmunder Lager.

Dabei sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als könne der BVB seinen Vorsprung ausbauen. Der FC Bayern wurde von angriffslustigen Augsburgern überrascht, bis zur 60. Minute hielt der Außenseiter nach Toren von Mario Gomez (1.) und Ja-Cheol Koo (23.) ein 1:1. Der zweite Treffer von Gomez (60.) sorgte dann aber für das erwartete Ergebnis.

Wirkliche Erkenntnisse für das Topspiel bot der Oster-Spieltag allerdings nicht, die Bayern versuchten augenscheinlich so viele Kräfte zu sparen, wie es eben ging und das Selbstbewusstsein der seit 23 Spielen ungeschlagenen Dortmunder hat durch das 4:4 gegen Stuttgart kaum Kratzer bekommen.

Bayern: Schweinsteiger kehrt zurück

Personell hatte sich Bayer-Coach Jupp Heynckes erneut für Rotation entschieden. Die wichtigste Nachricht war dabei die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, der den gelbgesperrten Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld vertrat. Auch Arjen Robben und Gomez kehrten nach dem 2:0-Sieg in der Champions League gegen Marseille in die Startelf zurück, Toni Kroos und Doppeltorschütze Ivica Olic mussten auf der Bank Platz nehmen.

BVB-Trainer Jürgen Klopp änderte seine Elf dagegen nur auf einer Position. Für Dauerläufer Kevin Großkreutz begann Ivan Perisic auf der linken Seite. Das bedeutete auch, dass Sven Bender erneut auf die Bank musste, Gündogan war in den letzten Wochen einfach zu stark für eine Auswechslung gewesen. Mario Götze war, anders als Schweinsteiger, noch kein Kandidat für einen Kaderplatz, der Jungstar muss sich zunächst noch im Training beweisen.

Gomez: 24. Saisontor nach 24 Sekunden

Die Rückkehr von Gomez machte sich für die Bayern dann auch schon nach 24 Sekunden bezahlt, der erste Angriff der Bayern saß. Franck Ribéry konnte auf der linken Seite flanken, Gomez nahm den Ball gekonnt mit und im zweiten Versuch – Simon Jentzsch war beim ersten Schuss zur Stelle – zappelte er im Augsburger Netz.

Früher hätte die Augsburger Taktik kaum den vermeintlich entscheidenden Dämpfer bekommen können, denn mit einer Führung im Rücken sind die Bayern im eigenen Stadion kaum zu bezwingen. Aber die Serie der letzten Wochen hat die Brust der Augsburger merklich breiter werden lassen, nach einem Fehler von David Alaba stand Marcel Ndjeng frei vor dem Bayern-Gehäuse, Jerome Boateng konnte in letzter Sekunde klären (15.).

Die Bayern hatten nach dem schnellen Jubel sehr früh auf Kräfteschonung umgeschaltet, die englischen Wochen wollen für die Münchner derzeit ja kein Ende nehmen.

Es klingelt gleichzeitig

Trotzdem lag der Druck damit frühzeitig auf Seiten der Dortmunder, immerhin hatte Klopp vor dem Spiel verlauten lassen, in Wolfsburg "einen raushauen" zu wollen. Nach vier Siegen in Serie waren aber auch die Wölfe selbstbewusst und suchten den Vorwärtsgang. Die erste große Chance hatte aber der BVB, Torjäger Lewandowski schoss allein vor Torwart Diego Benaglio aber am Tor vorbei (9.).

Bis zur 22. beziehungsweise 23. Minute – das Spiel in Wolfsburg hatte exakt eine Minute später begonnen – sprach also alles für eine weitere Verkürzung des Rückstands der Bayern. Was dann passierte hätte jedem Seifenoper-Schreiber die Kündigung eingebracht, denn auf die Sekunde genau glich der FCA in der Allianz-Arena aus und die Borussia ging in Führung:

Die Augsburger profitierten auf der linken Seite von einem Fehler Boatengs, Axel Bellinghausen konnte die Linie entlang gehen und den klugen Rückpass verwertete Ja-Cheol Koo zu seinem vierten Saisontor (23.). Knapp 600 Kilometer weiter nördlich machte Perisic den Bellinghausen, sein Querpass von der linken Seite fand Lewandowski und der Pole hatte keinerlei Probleme zum 18. Mal in dieser Saison zu treffen.

Auch wenn Patrick Helmes und Mario Mandzukic mit einer Doppelchance (26.) für den Ausgleich hätten sorgen können, so agierte der BVB doch über weite Strecken souverän und wirkte defensiv wieder gefestigter als noch vor einer Woche beim 4:4 gegen Stuttgart. Die Bayern taten sich dagegen schwer, den Rhythmus wiederzufinden, auch wenn bei den Halbchancen von Gomez (36.), Ribéry (40) und Schweinsteiger (43.) die erneute Führung möglich gewesen wäre. Nach 45 Minuten hatte der BVB seinen Vorsprung wieder auf fünf Punkte ausgebaut.

Die Borussia kann auch früh treffen

Die Bayern kamen mit dem erkennbaren Willen, das Spiel wieder zu drehen, aus der Kabine. Das frühe Tor gelang aber dem Tabellenführer. Nach Blaszczykowskis Strauchler kam Gündogan im Sechzehner an den Ball, mit der Energie der letzten Wochen setzte er sich durch und schlenzte den Ball ins lange Eck (49.). Nicht unerwähnt sollte aber bleiben, dass Mandzukic zuvor die Riesenchance zum Ausgleich hatte, sich aber freistehend selbst anschoss (48.).

Somit verlagerte sich das Interesse im Titelkampf kurzzeitig – anders als vor dem Spieltag gedacht – nach München. Und die Bayern wurden zusehends dominanter, der Lohn und die Bestätigung des Punkteabstands folgte dann auch in der 60. Minute. Robben konnte rechts nicht gehalten werden, Gomez stand in der Mitte blank und so hatte Jentzsch aus kurzer Distanz keine Chance.

Die Dortmunder wirkten souverän, trotzdem fiel nach einem der wenigen Fehler der Anschlusstreffer durch Mandzukic, als Neven Subotic nicht nah genug beim Kroaten war und der unbedrängt einköpfen konnte (61.). Normalerweise lässt sich der BVB durch so etwas nicht aus der Ruhe bringen, doch die Erinnerungen an die vier Gegentreffer der Stuttgarter sind noch sehr frisch. Die Bayern konnten jedenfalls wieder hoffen.

Klopp gibt an der Seitenlinie Vollgas

Tatsächlich wurde das Spiel in Wolfsburg in der Folge offener, auch weil Wölfe-Coach Felix Magath das Risiko erhöhte und die Dortmunder ihre Angriffe nicht konsequent genug zu Ende spielten. Shinji Kagawa hätte für Ruhe sorgen können, doch nach Pass von Gündogan schoss er knapp vorbei (73.).

Die Angst vor einem zweiten Gegentreffer war trotzdem greifbar, Klopp füllte die Coaching-Zone wieder mit sehr viel Leben und versuchte noch stärker als sonst, sein Team zu pushen. Trotzdem kam Wolfsburg zu Chancen, die letzte Konsequenz fehlte allerdings. Doch selbst die Gelb-Rote Karte für Alexander Madlung (84.) brachte keine Beruhigung auf Dortmunder Seite, erst der zweite Treffer von Lewandowski, der einen Konter im Alleingang abschloss (90.), machte den Deckel auf dieses schwere Auswärtsspiel.

In München passierte derweil nicht mehr viel, auch weil die Augsburger die gute erste Halbzeit nicht bestätigen konnten. Die Bayern vergaben ihrerseits noch einige Torchancen, doch beim Rekordmeister wird sich keiner beschweren, wenn die eine oder andere Patrone für das Spitzenspiel in Dortmund übrig ist. Ab sofort kann sich die Bundesliga auf den großen Showdown freuen.

Marcus Krämer

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