Bundesliga Bayern ohne Biss


Der 1. FC Nürnberg hat bei Bayern München ein Unentschieden erkämpft und bleibt damit vorerst spitze. Während schwache Stuttgarter eine herbe Niederlage gegen Borussia Dortmund kassierten, setzte Aufsteiger Alemannia Aachen ein deutliches Ausrufezeichen.

Der deutsche Fußball-Meister Bayern München hat die Tabellenführung verpasst und dem 1. FC Nürnberg die Bundesliga-Spitze nicht streitig machen können. Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena rettete vor allem der unüberwindbare "Club"-Torhüter Raphael Schäfer den Gästen aus Nürnberg ein 0:0-Unentschieden. Das bedeutete für die Nürnberger im 174. bayerisch-fränkischen Derby den ersten Punkt bei den ungeliebten Rivalen seit viereinhalb Jahren. Auch damals - am 24. November 2001 - war die Partie torlos ausgegangen. In der spannenden Schlussphase versuchten es die Münchner mit der Brechstange, die Franken entführten letztlich glücklich einen Punkt aus dem Duell der beiden weiter ungeschlagenen Mannschaften.

"Wir waren gegen den Tabellenführer die bessere Mannschaft", meinte Bayern-Manager Uli Hoeneß, der das Remis ebenso wie Gäste- Trainer Hans Meyer als glücklich ansah. "Wir hatten in der zweiten Halbzeit auch den lieben Gott etwas auf unserer Seite", gestand Meyer.

In einem über weite Strecken munteren Spiel boten die Gäste zunächst die gefälligeren Spielzüge, nach der Pause nahmen dann die druckvollen Bayern das Heft klar in die Hand. Doch vier Tage nach der.0:4-Pleite beim FC Barcelona hatten die Gastgeber insgesamt weiter Probleme im Spielaufbau. Im Mittelfeld fehlte manches Mal ein Anführer, der die Fäden in die Hand nahm - eine Rolle, die der am Samstag von FC Barcelona für drei Jahre verpflichtete Mark van Bommel übernehmen könnte. Am Samstag gelang das lediglich dem eingewechselten Mehmet Scholl.

Makaay vergibt 100prozentige Torchance

Die größte Chance des Spiels hatte der Münchner Roy Makaay in der 48. Minute. Nach Bastian Schweinsteigers Pass spielte er zwar Schäfer aus, doch der Niederländer, der in bislang drei Bundesliga-Derbys gegen den "Club" vier Tore erzielt hatte, schoss völlig unbedrängt aus drei Metern am leeren Tor vorbei. Zehn Minuten nach diesem Kunststück war für den Niederländer auch das Spiel zu Ende - für ihn kam Neuzugang Lukas Podolski. Doch auch der Ex-Kölner fand in Schäfer seinen Meister, der weiter ohne Gegentor in dieser Saison ist..

Schon in der 15. Minute lief Schäfer erstmals zur Bestform auf, als er gegen Daniel van Buyten die erste große Chance der Platzherren vereitelte. Auch bei Schüssen aus der zweiten Reihe - wie dem von Bastian Schweinsteiger in der 16. Minute - war der Nürnberger Kapitän auf dem Posten und rettete auch gegen den freistehenden Hasan Salihamidzic in der 27. Minute mit einer Glanztat. Auch nach dem Seitenwechsel (69.) war der 27-Jährige innerhalb weniger Sekunden weder von Roque Santa Cruz noch vom eingewechselten Podolski zu überwinden.

Dortmund beendet schwarze Serie

Borussia Dortmund hat seine schwarze Serie in Stuttgart beendet. Die Westfalen gewannen erstmals seit sechs Jahren wieder bei den Schwaben mit 3:1 (1:1) und feierten damit zugleich ihren ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Ludovic Magnin mit einem Eigentor (20.), der überzeugende Florian Kringe (32.) und Alexander Frei (88.) sorgten vor 44.000 Zuschauern im Daimlerstadion für die Dortmunder Treffer. Serdar Tasci hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich (30.) erzielt.

Nach holprigem Beginn ging es Schlag auf Schlag. Nachdem Magnin mit seinem Kopfballtreffer ins eigene Netz nach einem Freistoß von Marc-André Kruska die Dortmunder Torflaute gegen die Schwaben nach 654 Minuten unfreiwillig beendet hatte, vergab Nelson Valdez die Chance zum 2:0 (24.). Cacau, der zuletzt in Bielefeld zwei Mal erfolgreich war, scheiterte kurz darauf mit einem Kopfball an BVB- Schlussmann Roman Weidenfeller (27). Farneruds Schuss wurde noch zur Ecke abgefälscht (29.).

Stuttgart konnte die Abwehr nicht knacken

Tascis Ausgleich per Kopfball (30.) beantworteten die Westfalen beinahe postwendend mit dem 1:2 durch Kringe, der nach einem Lattentreffer von Alexander Frei vollstreckte. Der VfB erholte sich von diesem Rückschlag erstaunlich gut. Cacau (39.) fand jedoch erneut seinen Meister in Weidenfeller (39.) und Kringe klärte gegen Roberto Hilbert (43.) in letzter Sekunde. Die letzte gute Möglichkeit vor der Pause in der unterhaltsamen Partie vergab Frei mit einem Schlenzer freistehend vor Nationaltorwart Timo Hildebrand (45.).

Nach dem Wechsel verflachte die Begegnung zunächst. Der BVB konzentrierte sich darauf, den ersten Saisonsieg zu sichern. Die Stuttgarter fanden kein Mittel, um die stabile Gäste-Abwehr zu knacken. Pech hatte der VfB allerdings, dass Schiedsrichter Franz- Xaver Wack drei Dortmunder Handspiele im Strafraum nicht ahndete. Und wenn es brenzlig wurde, rettete der glänzend haltende Weidenfeller oder die verzweifelt anrennenden Schwaben verfehlten knapp das Tor. Frei schloss dann einen Konter gegen die offensiv anrennenden Stuttgarter zum 3:1 ab.

Neururers Stuhl wackelt

Aufsteiger Alemannia Aachen ist in der Fußball-Bundesliga angekommen. Der bisher punkt- und torlose Neuling deklassierte auswärts den Tabellenletzten Hannover 96 durch Tore von Jan Schlaudraff (15.), Sascha Dum (47.) und Rainer Plaßhenrich (72.) unerwartet klar mit 3:0 (1:0). Beim ersten Bundesliga-Sieg seit mehr als 36 Jahren profitierte die Alemannia erheblich von der permanenten Formkrise der Niedersachsen.

Nach elf Partien ohne Erfolg wackelt der Stuhl von 96-Trainer Peter Neururer bedenklich. Die 30.078 maßlos enttäuschten Zuschauer verabschiedeten am Samstag ihre Mannschaft nach einer völlig indiskutablen Leistung mit gellenden Pfiffen und forderten mit "Neururer raus"-Rufen die Entlassung des Trainers.

Leverkusen erhält einen Dämpfer

Bayer Leverkusen musste durch das 1:1 gegen den VfL Wolfsburg einen weiteren Dämpfer hinnehmen. Wegen eines Staus vor der BayArena begann die Partie mit zehnminütiger Verspätung, auch nach dem Anpfiff kamen beide Teams zunächst nicht in Fahrt. Juan traf direkt nach der Pause für die Gastgeber. Die mit zwei torlosen Unentschieden in die Saison gestarteten Wolfsburger blieben zwar erneut ohne eigenen Treffer, kamen aber dank eines Eigentores des Leverkusener Verteidigers Ahmed Madouni (70.) zum dritten Remis in Serie. Bayer-Kapitän Carsten Ramelow sah wegen Meckerns Gelb-Rot (83.)

Borussia Mönchengladbach feierte dank des 1:0 gegen Arminia Bielefeld den zweiten Heimsieg der Saison. Zwar mühten sich die Hausherren über weite Strecken, doch der brasilianische Angreifer Kahé erlöste die Gladbacher mit seinem Kopfballtreffer nach knapp einer Stunde.

Magerkost im Aufsteiger-Duell

Magerkost bot das Aufsteiger-Duell zwischen dem VfL Bochum und Energie Cottbus. Erst kurz vor dem Ende bescherte ein Kopfballtreffer von Vragel da Silva den Lausitzern den ersten Sieg. Die Bochumer warten damit weiter auf den ersten Punktgewinn.

Zum Abschluss des 3. Spieltags tritt der zu Eintracht Frankfurt gewechselte Michael Thurk am Sonntag mit seinem neuen Verein an alter Wirkungsstätte beim FSV Mainz 05 an. Der HSV empfängt Hertha BSC.

DPA/tis DPA

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