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Bundesliga im stern-Check: Subotic verkörpert die BVB-Krise - er gehört auf die Bank

Borussia Dortmund verliert in München. Das kann passieren. Ärgerlich ist jedoch, wenn BVB-Abwehrspieler Neven Subotic beide Bayern-Tore verschuldet. Dabei erledigte er früher seinen Job souverän.

Von Thomas Krause

Schiedrichter Manuel Gräfe (r.) zeigt trotz der Proteste von BVB-Torwart Roman Weidenfeller (l.) Abwehrspieler Neven Subotic (M.) die Gelbe Karte

Schiedrichter Manuel Gräfe (r.) zeigt trotz der Proteste von BVB-Torwart Roman Weidenfeller (l.) Abwehrspieler Neven Subotic (M.) die Gelbe Karte

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

50 Fouls und neun gelbe Karten: Das ist die wenig ruhmreiche Bilanz der Partie Hamburger SV gegen Bayer 04 Leverkusen. Auf dem Platz kam es mehrfach zu Rudelbildung, am Spielfeldrand bekamen sich die Trainer beider Klubs in die Wolle. Auch nach Abpfiff hatten sich die Gemüter noch nicht beruhigt: "Das war eine Treibjagd vor der Halbzeit. Das ist nicht in Ordnung", klagte der Bayer-Coach Roger Schmidt über den Einsatz der Hamburger. Auch von den Rängen kamen unschöne Rufe in Richtung des unter fragwürdigen Umständen vom HSV zu Bayer abgewanderten Hakan Calhanoglu. Immerhin können sich beide Klubs auf die Fahnen schreiben, bei diesem Spiel einen Saisonrekord an Fouls und gelben Karten aufgestellt zu haben.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Das 1:0 von Borussia Mönchengladbach gegen 1899 Hoffenheim: Patrick Hermann rennt mit dem Ball bis an die Hoffenheimer Grundlinie. Doch statt einfach in die Mitte zu passen, lupft er den Ball über die am ersten Pfosten heranstürmenden Mit- und Gegenspieler. So landet der Ball auf dem Fuß von André Hahn, der den Ball volley nimmt und ihn im Hoffenheimer Tor versenkt.

Gewinner des Spieltags

Aufsteiger SC Paderborn galt vielen vor der Saison als chancenloser Abstiegskandidat. Doch wer nach dem 10. Spieltag auf die Bundesliga-Tabelle schaut, reibt sich womöglich verwundert die Augen: vier Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen - macht insgesamt 15 Punkte. Damit stehen die Ostwestfalen auf dem siebten Tabellenplatz und somit knapp hinter den Plätzen, die fürs internationale Geschäft reichen. Sicherlich wird Paderborn sich am Saisonende nicht für die Europaleague qualifizieren. Aber wenn sie nicht völlig einbrechen, haben sie gute Chancen, die Liga zu halten - allen Skeptikern zum Trotz.

Verlierer des Spieltags

Früher war Neven Subotic aus der Dortmunder Abwehr nicht wegzudenken. Doch seit seiner langwierigen Verletzung ist er eindeutig noch nicht wieder in der Spur. Das sieht auch BVB-Trainer Jürgen Klopp und lässt Subotic zu Beginn des Spiels gegen den FC Bayern München auf der Bank. Doch als Mats Hummels sich am Fuß verletzt, kommt Subotic zur zweiten Halbzeit auf den Platz - beim Stand von 1:0 für Dortmund. Dann legt Subotic den Ball unfreiwillig für seinen ehemaligen Teamkollegen Robert Lewandowski auf. Der nimmt den Ball direkt und trifft zum 1:1-Ausgleich.

Und auch am 2:1 für die Bayern war Subotic entscheidend beteiligt. Er hielt den in den BVB-Strafraum stürmenden Franck Ribéry so lange am Arm, bis der zu Boden ging. Den fälligen Strafstoß verwandelt Arjen Robben souverän. Früher hui, heute pfui - niemand verkörpert die BVB-Krise so wie Subotic. Immerhin zeigte er sich nach dem Spiel einsichtig und nahm die Niederlage auf seine Kappe. Trotz der wenig überzeugenden Leistung wird Klopp die nächsten Wochen ob der Verletzung von Mats Hummels auf ihn setzen müssen.

Bild des Wochenende

Lieben werden die HSV-Fans Hakan Calhanoglu wohl nicht mehr. Zu seinem ersten Auftritt als Spieler von Bayer Leverkusen hielten ihm die Hamburger eine "Bundesligauntauglichkeitsbescheinigung" entgegen. Darin attestiert ein "Dr. Fuck, Pillendreher 04" Calhanoglu eine "Bereitschaftsinsuffizienz (keine Lust)" sowie "voll krasse Gülle in der Hose (Angst)". Das ist zwar nicht sehr nett von den HSV-Fans, aber erstaunlich kreativ und lustig - zumindest, wenn man bösen Humor mag.

Calhanoglu hatte seinen Wechsel zu Bayer Leverkusen vor dieser Saison unter anderem forciert, in dem er eine Krankschreibung einreichte, um nicht mehr am HSV-Training teilnehmen zu müssen.

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