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Fußball-Bundesliga: Schalke 0:1, für Magath wird es ungemütlich

Schalke 04 findet im Liga-Alltag einfach keinen Weg aus der Krise. Gegen Leverkusen verlor S04 mit 0:1 und rutschte in der Tabelle nach dem 10. Spieltag auf Rang 17 ab. Der 1. FC Köln konnte einen Befreiungsschlag landen. Werder blamierte sich gegen Nürnberg.

Die Krise des FC Schalke 04 nimmt immer bedenklichere Züge an. Das Team von Trainer Felix Magath verlor am Samstagabend gegen Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:0) und blieb damit auch im fünften Heimspiel der Saison ohne Sieg. Leverkusens Joker Sidney Sam (65. Minute) besiegelte mit seinem Treffer die Pleite der Schalker, die mit nur sechs Punkten aus zehn Partien auf dem vorletzten Platz der Fußball-Bundesliga rangieren. Das keinesfalls glänzende Bayer-Team kletterte hingegen mit 18 Zählern zumindest für 23 Stunden auf den dritten Rang und blieb auch im fünften Auswärtsspiel unbezwungen. Pech hatte Schalkes Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar, der per Kopf gleich zweimal nur das Torgehäuse traf.

Drei Tage nach dem unglücklichen Elfmeter-K.o. im DFB-Pokal verzichtete Bayer-Coach Jupp Heynckes trotz der Strapazen in Mönchengladbach auf personelle Veränderungen. Und sein Kollege Magath, dessen Team sich am Dienstag zu einem 1:0-Pokalsieg beim FSV Frankfurt gemüht hatte, spekulierte vor der Partie prompt auf einen Kräfteschwund der Gäste: "Wir haben gegenüber Leverkusen einen Tag mehr Pause gehabt. Das sollte für uns ein Vorteil sein", sagte Magath dem TV-Sender Sky.

Zunächst aber agierten beide Teams, deren Defensiv-Reihen im ersten Spielabschnitt weitgehend sicher standen, vor 61 673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena abwartend. Erst mit Ivan Rakitic' Distanzschuss, den René Adler in der 20. Minute problemlos parierte, nahm die Partie Fahrt auf.

Die beste Schalker Gelegenheit bot sich Huntelaar (22. Minute), der nach einer Flanke von Jefferson Farfan mit einem Kopfball nur die Latte traf. Im direkten Gegenzug hatte Arturo Vidal (23.) die große Gelegenheit zum 1:0, aber der Chilene war nach einem Stellungsfehler der Schalker Abwehr zu verdutzt, um den Ball per Kopf im Tor der Königsblauen unterzubringen.

Sam zu schnell für Metzelder

Im mit Spannung erwarteten Duell der beiden Nationaltorhüter Manuel Neuer und Adler konnten sich beide Keeper im ersten Durchgang nur selten in Szene setzen. Wenn sie aber gefordert waren, waren sie zur Stelle: Neuer klärte gegen die Schweizer Tranquillo Barnetta (42.) und Eren Derdiyok (43.), Adler ließ sich von einer missglückten Flanke von Atsuto Uchida (27.) nicht übertölpeln.

Direkt nach Wiederanpfiff waren die seit nunmehr fünf Ligaspielen sieglosen Hausherren, bei denen die zuletzt geschonten Christoph Metzelder und Raúl wieder von Beginn an mitwirkten, dem 1:0 wieder nah. Nur 55 Sekunden waren gespielt, als eine Co-Produktion von Passgeber Farfan und Abnehmer Huntelaar erneut am Aluminium landete. Auf der Gegenseite war der eingewechselte Sam allein durchgebrochen, ehe Metzelder in letzter Sekunde seinen Schuss abblockte (54.).

Elf Minuten später fast die gleiche Situation, diesmal mit dem besseren Ende für Sam: Einen Traumpass von Lars Bender nahm der flinke Flügelflitzer auf, schüttelte Metzelder ab und ließ Neuer keine Chance. Von diesem Schock erholten sich die Schalker, die seit dem 17. April auf einen Heimsieg warten, nicht mehr richtig. Bei zwei Schüssen von Farfan (72.(80.) mussten die Leverkusener Auswärts- Könner nochmals zittern, aber der starke Schlussmann Adler hielt den clever erarbeiteten Sieg fest. Den ersatzgeschwächten Gästen reichte ein abgezockter Auftritt, um die enttäuschenden Schalker noch tiefer in die Krise zu bugsieren.

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Dank Dreifach-Torschütze Milivoje Novakovic hat Trainer-Novize Frank Schaefer vom 1. FC Köln ein glänzendes Bundesliga-Debüt gefeiert. Die Kölner bezwangen am Samstag den Hamburger SV mit 3:2 und reichten die Rote Laterne des Bundesliga- Tabellenletzten an Borussia Mönchengladbach weiter, das mit 0:3 im Kellerduell beim 1. FC Kaiserslautern verlor. Während sich Eintracht Frankfurt durch das 3:1 beim FC St. Pauli auf den vorderen Plätzen festsetzte, musste Werder Bremen mit dem 2:3 gegen den 1. FC Nürnberg einen Rückschlag hinnehmen. Der VfL Wolfsburg feierte mit dem 2:0 über den VfB Stuttgart indes den dritten Heimsieg der Saison.

Beim bisherigen Tabellen-Schlusslicht in Köln erlebte Schaefer ein Wechselbad der Gefühle. Erst die Freude über Novakovic' (11.) Tor zum 1:0, dann die Rückschläge durch Mladen Petric (15.) und den 18 Jahre alten Südkoreaner Heung-Min Son (24.), der gleich in seinem ersten Bundesligaspiel traf, ehe wieder Novakovic (29.) den Ausgleich besorgte. Im zweiten Durchgang ging es dann etwas weniger turbulent zu, bis der überragende Novakovic (84.) für Riesenjubel im Kölner Lager sorgte.

Vier Tage nach dem unglücklichen Pokal-Aus in München schien den Bremern ihr "Lieblingsgegner" aus Nürnberg, der von den vorigen Gastspielen an der Weser nur drei gewonnen hatte, gerade recht zu kommen. Früh gingen die anfangs überlegenen Hausherren durch Hugo Almeida (5. Minute) in Führung, ließen danach aber Chance um Chance aus. Diese Nachlässigkeiten bestrafte der "Club" konsequent und drehte durch Ilkay Gündogan (45./73.) und Mehmet Ekici (48.) die Partie. Bremens zweiter Treffer durch Claudio Pizarro (90.+1) kam für Werder zu spät. Mit 15 Punkten zog Nürnberg mit dem FC Bayern gleich.

Gekas nicht zu stoppen

Wie der Nordrivale aus Bremen gingen auch die Wolfsburger, deren Trainer Steve McClaren dem Team nach zuletzt drei sieglosen Ligaspielen die Leviten gelesen hatte, schon nach wenigen Minuten durch Simon Kjaer (6.) in Führung. Es dauerte aber bis zur 76. Minute, ehe "Wiederholungstäter" Dzeko die letzten Zweifel am VfL- Sieg mit seinem siebten Tor gegen die Schwaben im siebten Spiel beseitigte.

Beim Krisengipfel in Kaiserslautern zeigte sich anfangs, warum der FCK und die Mönchengladbacher jeweils seit sieben Ligaspielen auf einen Sieg warteten. Wenig Klasse, viel Kampf - immerhin wirkten die zuvor oft wackligen Defensivreihen im ersten Durchgang etwas gefestigter. Dann aber trumpften die Hausherren spät auf und kamen durch Christian Tiffert (72.), Adam Nemec (83.) und Srdjan Lakic (88.) zum klaren Sieg - und die Borussia fand sich nach dem Schlusspfiff mit weiter sechs Punkten am Tabellenende wieder.

Drei Tage nach dem furiosen 5:2 im Pokal gegen den HSV taten sich die seit fünf Pflichtspielen unbezwungenen Frankfurter gegen dessen Stadtrivalen St. Pauli bedeutend schwerer. Lange führte der Aufsteiger vom Kiez durch Carlos Zambranos (5.) Stochertor, ehe der Peruaner Frankfurts Angreifer Theofanis Gekas im Strafraum zu Fall brachte und der Grieche per Elfmeter seinen achten Saisontreffer markierte (42.). 22 Minuten nach Gerald Asamoahs Gelb-Roter Karte (48.) schlug dann erneut Gekas zu und schoss die Eintracht - bevor am Abend Bayer Leverkusen beim FC Schalke 04 antrat - zumindest vorübergehend auf Rang drei. In der Schlussminute markierte Caio den Endstand.

Zum Auftakt des 10. Spieltages hatte der FC Bayern mit dem 4:2 gegen den SC Freiburg seine angekündigte Aufholjagd eingeläutet. Das Topspiel des Wochenendes steigt erst am Sonntag, wenn Spitzenreiter FSV Mainz 05 den Tabellenzweiten Borussia Dortmund empfängt. Zudem bekommt es im Verfolgerduell 1899 Hoffenheim mit Hannover 96 zu tun.

DPA/kbe

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