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Confederations-Cup-Auslosung: Nicht leicht, aber lösbar

Jürgen Klinsmann betete zwar die übliche Litanei hinunter - es gebe keine leichten Gegner mehr - aber die Auslosung für den Confederations Cup 2005 verschaffte der deutschen Mannschaft zumindest lösbare Aufgaben.

Katarina Witt hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dankbare Lose für den Confederations Cup im nächsten Jahr gezogen. Die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann bestreitet am 15. Juni in Frankfurt gegen Ozeanien-Meister Australien das offizielle Eröffnungsspiel. Die weiteren Gruppengegner sind Afrika-Meister Tunesien am 18. Juni in Köln sowie der Weltranglisten-Dritte Argentinien am 21. Juni in Nürnberg. In der vermeintlich stärker besetzten Gruppe B muss sich Weltmeister Brasilien mit Europameister Griechenland, dem Weltranglisten-Zehnten Mexiko sowie Asien-Meister Japan messen.

Dramaturgie lässt keine Wünsche offen

"Wir sind mit der Auslosung happy, aber es gibt keine leichten Gegner", wollte Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Montag nach der Zeremonie in der Frankfurter Alten Oper von Glückslosen nichts wissen. Dabei lassen sowohl die Kontrahenten als auch die Dramaturgie des Spielplanes keine Wünsche offen. Erst im letzten Gruppenspiel kommt es zum Duell mit dem zweimaligen Weltmeister Argentinien, gegen den die DFB-Auswahl bereits Anfang Februar in Düsseldorf ein Testspiel bestreitet. Die Bilanz ist mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen negativ.

Gegen Australien und Tunesien hat das deutsche Team in der Vergangenheit selten gespielt und noch nie verloren. Der einzige Vergleich gegen den Ozeanien-Meister endete bei der WM 1974 mit einem klaren 3:0-Erfolg; gegen Tunesien gab es bei der WM 1978 in Cordoba (0:0) sowie beim Testspiel 1993 in Tunis (1:1) keinen Sieger.

Brasilien ist das Maß aller Dinge

"Ich sehe den Confederations Cup als große Generalprobe für die WM. Wir wollen mit jedem Spiel wachsen", sagte Klinsmann. Auch Griechenlands Trainer Otto Rehhagel versprühte bereits Vorfreude. Gleich im ersten Gruppenspiel kommt es für den Europameister am 16. Juni in Leipzig zum Spitzenspiel gegen Brasilien. "Das ist das Maß aller Dinge", so Rehhagel. Die Halbfinals steigen im Nürnberger Frankenstadion (25. Juni) und in Hannover (26. Juni). Das Endspiel wird am 29. Juni im Frankfurter Waldstadion ausgetragen, das "kleine Finale" um Platz drei in Leipzig.

"Das Turnier ist eine gute Standortbestimmung für unsere Mannschaft", sagte Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" fehlte in Frankfurt, weil er sich bei einem Unfall in seinem Haus in Kitzbühel eine starke Rippen- und Hüftprellung zugezogen hatte. Auch Fifa-Generalsekretär Urs Linsi stellte zufrieden fest: "Wir haben ein hochklassiges Teilnehmerfeld und stehen vor einem großartigen Wettbewerb."

Für die DFB-Auswahl geht es nicht nur um das Prestige, sondern auch um eine stattliche Siegprämie von rund 2,3 Millionen Euro. Der Verlierer des Finals erhält immerhin noch gut zwei Millionen Euro. Deutschland nimmt erst zum zweiten Mal an dem seit 1992 sechs Mal ausgespielten Turnier teil: 1999 schied eine damals von Erich Ribbeck betreute Verlegenheits-Mannschaft in Mexiko sang- und klanglos in der Vorrunde aus.

Für den Fan wird der Testlauf ein Jahr vor der Endrunde zum erschwinglichen Vergnügen. Die billigste Karte wird für 17 Euro angeboten, das teuerste Finalticket kostet 99 Euro. "Fußball auf diesem Niveau zu diesen Preisen ist sicherlich einmalig. Mit der Preispolitik wollten wir ein klares Zeichen setzen, dass uns die Fans am Herzen liegen", sagte Urs Linsi. Die insgesamt 700.000 Eintrittskarten werden ab Dienstag überwiegend im Internet angeboten.

Den Veranstalter kostet die Mini-WM 32 Millionen Euro. 25,8 Millionen Euro sollen durch den Ticketverkauf eingenommen werden, die restlichen 6,2 Millionen Euro zahlt die FIFA. "Wir haben damit den Druck von der Veranstaltung genommen. Wir sind bereit, ein mögliches Defizit zu tragen. Ich rechne aber mit einem Break even", sagte FIFA- Generalsekretär Linsi.

WM-Quartier weiter unbesetzt

Weiterhin offen ist, wo die deutsche Mannschaft ihr WM-Quartier aufschlägt. Am Rande der Auslosung trafen sich Klinsmann und Bierhoff zu einem Meinungsaustausch mit Vertretern von Bayer Leverkusen, darunter DFB-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser. Eine Annäherung gab es laut Bierhoff nicht. Die neue sportliche Führung fühlt sich nicht an die in der Ära von Vorgänger Rudi Völler vom DFB und Bayer Leverkusen getroffene Vereinbarung gebunden, das WM-Quartier in der Nähe der BayArena aufzuschlagen, gebunden.

Eric Dobias/DPA / DPA

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