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Favoritensterben Vier Zweitligisten im Viertelfinale und neue Favoriten: So ist die Lage im DFB-Pokal

Hannovers Gael Bella Ondoua feiert mit den Teamkollegen den dritten Treffer gegen Gladbach
Hannovers Gael Bella Ondoua feiert mit den Teamkollegen den dritten Treffer gegen Gladbach
© Stuart Franklin / Getty Images
Vier Zweitligisten stehen im Viertelfinale des DFB-Pokal. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch eines ist gewiss: Es winkt ein interessantes Endspiel, weil es neue Favoriten gibt. 

Das hat es noch nie gegeben: Kein einziger Titelträger der vergangenen 20 Jahre steht im Viertelfinale des DFB-Pokals, in dem sich bislang ein wahres Favoritensterben ereignet hat. Stattdessen tummeln sich dort vier Zweitligisten: Hannover 96, FC. St. Pauli, Karlsruher SC und der Hamburger SV. Spitzenklubs wie Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach flogen zuletzt gegen die beiden erst genannten Zweitligisten raus. Überhaupt sind die ersten vier der aktuellen Tabelle schon gescheitert. Neben dem BVB und der TSG Hoffenheim bekanntermaßen auch der FC Bayern und Bayer Leverkusen. Noch im Wettbewerb sind die vier Bundesligisten RB Leipzig, 1. FC Union Berlin, SC Freiburg und der VfL Bochum.

Was ist da los? Abgesehen davon, dass die Bundesligisten sich gegenseitig rauswarfen wie Gladbach mit einem furiosen 5:0 die Bayern, schwächeln viele der Großen beträchtlich. Borussia Dortmund, das eigentlich den Anspruch hat, in der großen Welt der Champions League mitzuhalten, zeigt wie in den vergangenen Jahren so oft schwankende Leistungen. In der aktuellen Saison unter dem neuen Trainer Marco Rose ist es besonders ausgeprägt. Regelmäßig liefern die Schwarz-Gelben Leistungen ab, die weit von ihrer Topform entfernt sind. Noch stärker gilt das für Borussia Mönchengladbach, das eine ganz schwache Saison spielt und in einer akuten Krise steckt. Das Ausscheiden des FC Bayern war eher ein Betriebsunfall und starken Gladbachern zu verdanken, die wahrscheinlich die Glanzleistung der Saison ablieferten.

Spannende Konstellationen

Dadurch ergeben sich dennoch spannende Konstellationen. So könnte am 21. Mai in einem hoffentlich ausverkauften Berliner Olympiastadion Union Berlin den Pokal holen. 2001 waren die Eisernen mal im Endspiel, damals noch als Regionalligist. 21 Jahre später ist der Verein aus Köpenick etablierter Bundesligist – und die Nummer eins in der Hauptstadt.

Profiteure der außergewöhnlichen Lage könnten aber noch zwei weitere Vereine sein: RB Leipzig und der SC Freiburg. Die Leipziger wollen endlich – im dritten Anlauf – den Pott gewinnen. Dass der 2:0-Sieg über Hansa Rostock am Mittwochabend nicht zu den Glanztaten zählte, wusste der Vorjahresfinalist selbst. Aber egal. "Wir haben gesehen, dass große Mannschaften auch gegen kleine verlieren können. Unser Ziel war es schon vor der Saison, dass wir in diesem Jahr etwas gewinnen möchten. Und da gehen wir voll drauf", sagte Torschütze Yussuf Poulsen.

Viele würden es dem SC Freiburg gönnen

Dem SC Freiburg und Trainer Christian Streich würden viele den Erfolg gönnen. Der Tabellensechste spielt eine herausragende Saison und hat eine realistische Chance, den Pokal zu gewinnen. "Der Pokal ist das Einfachste für uns, einen Titel zu holen", betonte Angreifer Lucas Höler. "Der Traum ist riesig", sagte der Doppeltorschütze beim Sieg gegen Hoffenheim, Vincenzo Grifo.

Doch wer weiß: Vielleicht gewinnt der frühere Bundesliga-Dino HSV den Titel: Es wäre der erste seit 1987, damals gewannen die Hamburger das Finale gegen die Stuttgarter Kickers.

tis

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