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DFB-Pokal: Bremen und Gladbach blamieren sich

Pokal-Sensationen am Sonntag: Werder Bremen verliert gegen Saarbrücken, Mönchengladbach unterliegt Darmstadt im Elfmeterschießen. Zuvor patzte schon Braunschweig.

Gleich drei Bundesligisten sind am Sonntag in der ersten Pokalrunde gescheitert. Werder Bremen sorgte für einen peinlichen Negativrekord, Borussia Mönchengladbach verlor im Elfmeterschießen und auch Aufsteiger Eintracht Braunschweig erlebte gleich zum Auftakt ein Fiasko. Weitere Bundesligisten wie der Hamburger SV, Hertha BSC und der VfB Stuttgart gewannen zwar, konnten aber nicht überzeugen.

Werder Bremen schaffte das Kunststück, zum dritten Mal in Serie gegen einen Drittligisten auszuscheiden. Gegen den 1. FC Saarbrücken setzte es eine 1:3-Niederlage nach Verlängerung. Nach dem Rückstand durch Nils Fischer (45. Minute) glich Sebastian Prödl (59.) zunächst aus. In der Verlängerung erzielten Tim Stegerer (105.) und Marcel Ziemer (112.) die Treffer zum Sieg des Außenseiters. Vergangene Saison war Bremen zum Auftakt bei Preußen Münster ausgeschieden, vor zwei Jahren unterlag Werder beim 1. FC Heidenheim.

Mönchengladbach mit Nervenschwäche

Mit einer kläglichen Vorstellung verabschiedete sich auch Borussia Mönchengladbach frühzeitig aus dem DFB-Pokal. Der Bundesligist scheiterte beim Drittligisten SV Darmstadt 98 nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen. Vor 16 500 Fans im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor schoss Branimir Hrgota den entscheidenden Elfmeter an die Unterkante der Latte, nachdem sich beide Teams zuvor jeweils einen Fehlschuss geleistet hatten. Nach dem bitteren Ende stürmten einige enttäuschte Borussen-Fans auf den Rasen, konnten von der Polizei aber schnell zurückgedrängt werden.

Zuvor war Eintracht Braunschweig als erster Fußball-Bundesligist in der Auftaktrunde ausgeschieden. Die Mannschaft von Torsten Lieberknecht scheiterte bei Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld. Sebastian Hille (36.) brachte die Hausherren zunächst in Führung. Nach dem Ausgleich von Timo Perthel (66.) traf Tim Jerat (72.) per Handelfmeter zum Sieg für die Arminia und sorgte in Ostwestfalen für eine Stimmung wie zu besten Bundesliga-Zeiten.

Hertha in letzter Minute, HSV und Stuttgart mit Mühe

Nur mit Zusatzschicht hat Hertha BSC eine erneute Pokalpleite wie im Vorjahr vermieden. Der Bundesliga-Aufsteiger siegte beim schleswig-holsteinischen Regionalligisten VfR Neumünster mit 3:2 (2:2, 2:1) nach Verlängerung. Sami Allagui sorgte mit einem Elfmetertor in der 120. Minute für die Entscheidung. Der entkräftete Gastgeber musste die Verlängerung mit zehn Spielern auskommen, weil Stürmer Christopher Kramer die Gelb-Rote Karte (89.) gesehen hatte.

Dank Joker Artjoms Rudnevs ist auch der Hamburger SV einer Blamage in der ersten Pokalrunde entgangen. Der lettische Stürmer brach gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Fünftligisten SV Schott Jena nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung den Torbann und führte den spielerisch enttäuschenden Favoriten am Sonntag mit dem 4:0 (0:0) zum zumindest ergebnistechnisch sicheren Erfolg. Vor 11 800 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld sorgten neben Rudnevs (72./77.) noch Kapitän Rafael van der Vaart (79.) und Jacques Zoua (82.) für das Weiterkommen des HSV.

Mit viel Glück und dank der Treffsicherheit von Torjäger Vedad Ibisevic erreichte der VfB Stuttgart die zweite Runde. Der enttäuschende Fußball-Bundesligist setzte sich beim vier Klassen tiefer spielenden BFC Dynamo in Berlin mit einem schmeichelhaften 2:0 (1:0) durch. Drei Tage nach dem ebenfalls ernüchternden Auftritt in der Europa Liga beim 1:1 in Plowdiw traf Ibisevic vor 9227 Zuschauern im Jahn-Sportpark per Kopfball (40.) und Foulelfmeter (75.). Dynamos Philipp Haastrup hatte den eingewechselten Martin Harnik von den Beinen geholt.

Hannover mit Mühe, Düsseldorf scheitert

Auch Hannover 96 konnte eine Blamage knapp verhindern. Beim Nord-Regionalligisten SC Victoria Hamburg setzte sich der klar favorisierte Bundesligist trotz einer schwachen Vorstellung mit 2:0 (0:0) durch und zog doch wie erwartet in die zweite 2. DFB-Pokalrunde ein. Vor 4784 Fans im seit Wochen ausverkauften Hoheluft-Stadion wurde der kurz zuvor eingewechselte Edeljoker Artur Sobiech (69. Minute) zum Matchwinner. Szabolcs Huszti (90.+2) machte in der Nachspielzeit alles klar.

Erstliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf blamierte sich dagegen mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage beim Regionalligisten SC Wiedenbrück 2000. Vor 6850 Zuschauern in Gütersloh erzielte Marwin Studtrucker in der Nachspielzeit (90.+1 Minute) mit einem Foulelfmeter das entscheidende Tor. Fortuna beendete die Partie nach einer Roten Karte gegen Tobias Levels (90.) in Unterzahl.

Der zweite Absteiger SpVgg Greuther Fürth nahm die erste Hürde im DFB-Pokal nur mit viel Mühe. Die Franken siegten beim Oberligisten TSG Pfeddersheim mit 2:0 (1:0). Zsolt Korcsmar (32. Minute) und Nikola Djurdjic (84.) nutzten vor etwa 3000 Zuschauern in Worms zwei der zahlreichen Chancen des Favoriten. Auch Zweitligist FSV Frankfurt siegte gegen den brandenburgischen Regionalligisten Optik Rathenow nur mühevoll. Die Frankfurter Führung durch Mathew Leckie (21.) hatte Hakan Cankaya in der 62. Minute ausgeglichen und so die Verlängerung erzwungen. Erneut Leckie per Kopfball (113.) und Edmond Kapllani (116.) sorgten für den späten Erfolg der Gäste.

cjf/DPA / DPA

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