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DFB-Pokal: HSV blamiert sich beim VfL Osnabrück

Es war der Abend der Underdogs: Am Mittwoch mussten gleich fünf Bundesligisten in der zweiten Pokalrunde die Segel streichen. Bis auf die Knochen blamierte sich Bundesliga-Spitzenreiter HSV beim Drittligisten VfL Osnabrück. Auch die Krisen-Hertha strauchelte, während sich Stuttgart weiter zitterte.

Meister VfL Wolfsburg hat nicht nur in der Bundesliga seinen Nimbus der Unschlagbarkeit verloren. Beim 1.FC Köln verloren die "Wölfe" mit 2:3. Leverkusen (1:2 in Kaiserslautern), der HSV (5:7 nach Elfmeterschießen in Osnabrück), Freiburg (0:1 ins Augsburg) und die krisengeschüttelte Berliner Hertha (3:6 nach Elfmeterschießen bei den Münchner Löwen) schieden gegen unterklassige Gegner aus, Stuttgart schaffte mit Ach und Krach ein 3:1 in der Verlängerung gegen den Viertligisten VfB Lübeck. Und selbst die siegreichen Bremer (2:1 gegen den FC St. Pauli) und Frankfurter, die in einem spektakulären Spiel Alemannia Aachen mit 6:4 besiegten, mussten alles aufbieten, um gegen unterklassige Gegner ins Achtelfinale einzuziehen. Es war ein starker Tag für die Underdogs. Das Achtelfinale wird am Samstag im ZDF-Sportstudio ausgelost und am 27./28. Oktober ausgespielt.

HSV scheitert an eigener Überheblichkeit

Die größte der vielen Überraschungen des Pokalabends dürfte es in Osnabrück gegeben haben. Dort schied der in dieser Saison bisher so erfolgreiche Hamburger SV aus - und zeigte dabei jene überhebliche Haltung, die den Hansestädtern immer wieder peinliche Niederlagen beschert. Nach einem 0:2-Rückstand retteten Mladen Petric (77.) und Piotr Trochowski (90.+2/Handelfmeter) den HSV mit ihren späten Toren gegen den Drittligisten VfL Osnabrück in die Verlängerung. Guy Demel (100.) brachte den über weite Strecken enttäuschenden Bundesliga-Spitzenreiter erstmals in Führung. Trotz allem hatten die Hamburger damit das Spiel gedreht. Doch die aufopferungsvoll kämpfenden Osnabrücker ließen nicht locker: Henning Grieneisen (116.) glich noch einmal aus. Im Elfmeterschießen hatten die Spieler aus der dritten Bundesliga dann die besseren Nerven - und an der Bremer Brücke wurde ausgelassen gefeiert.

Lucien Favres Trainerstuhl wackelt

Der äußerst schwach in die Saison gestartete Bundesligaletzte Hertha BSC machte es nicht besser und überzeugte auch beim klassentieferen TSV 1860 München lange Zeit nicht. Immerhin stimmte aber die Moral: Adrian Ramos (76.) und Waleri Domowtschijski (79.) glichen den 0:2-Rückstand durch Rasmus Bengtsson (10./Eigentor) und Kenny Cooper (50.) in der Verlängerung aus. In der Verlängerung gab es dann keine Tore, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel. Dort versagten den Herthanern allerdings die Nerven. Mit Domowtschijski traf nur einer ihrer Schützen, während die Münchner Löwen ausnahmslos treffsicher waren. Durch das Aus im Pokalwettbewerb dürfte der Stuhl von Hertha-Trainer Lucien Favre mehr denn je wackeln. Vor der Begegnung in München war sein Job mit einem Sieg verbunden worden.

Dzeko als "Chancentod"

Meister Wolfsburg schied in Köln nicht nur aus dem Pokalwettbewerb aus, sondern die "Wölfe" verloren auch noch Nationalspieler Schäfer durch die Ampelkarte. Manaseh Ishiaku (2) und Sebastian Freis schossen den verdienten Heimsieg für den engagiert kämpfenden FC heraus. Die Tore durch Edin Dzeko und Sascha Riether reichten Wolfsburg nicht zum Weiterkommen - dies vor allem, da Dzeko mehrere hochkarätige Chancen ausließ.

Bayers Drangphase kam zu spät

Auch den Leverkusenern muss man mangelnde Chancenauswertung vorwerfen. So sah Zweitligist 1.FC Kaiserslautern nach Toren von Sidney Sam (12.) und Erik Jendrisek (62.) dank einer 2:0-Führung schon wieder der sichere Sieger aus. Theofanis Gekas’ Treffer (86.) machte es noch einmal spannend, doch letztlich kam das Tor für Bayer 04 zu spät. Es war die erste Pflichtspielniederlage für die Leverkusener.

Stuttgart vermeidet Blamage nur knapp

Mit einem wahren Kraftakt hat der VfB Stuttgart dagegen eine drohende Pokal-Blamage abgewendet. Durch späte Treffer von Julian Schieber (77.), Sami Khedira (109.) und Cacau (117.) gewannen die Schwaben am Mittwoch beim Viertligisten VfB Lübeck mit 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und zitterten sich so ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Vor 16.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Lohmühle hatte Bastian Henning (6.) die leidenschaftlich kämpfenden Lübecker in Führung gebracht. Die Hansestädter hatten in der ersten Runde Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 mit 2:1 aus dem Rennen geworfen. Mit dem spät erkämpften ersten Sieg nach erfolglosen Wochen verhinderten die Stuttgarter ein weiteres Abgleiten in die Krise. Lange Zeit drohte dem Champions League-Starter die dritte Niederlage in Serie.

Pflichtsieg für den SV Werder

Der SV Werder wurde seiner Favoritenrolle gegen St. Pauli auch ohne die Nationalspieler Mesut Özil (verletzt) sowie Marko Marin und Claudio Pizarro in der Anfangself über weite Strecken gerecht. Aaron Hunt (28.) brachte Werder in Führung, die Charles Takyi (75.) für die aufstrebenden Hamburger egalisieren konnte. Doch die Überraschung lag nur kurzzeitig in der Luft. Nur wenig später staubte Abwehrrecke Naldo (81.) einen Torschuss zum verdienten Pflichtsieg der Bremer ab.

Zehn Tore in der Frankfurter Arena

Eintracht Frankfurt war lange Zeit gegen die erstmals von Michael Krüger gecoachten Aachener Alemannia klar überlegen, machte es aber selbst immer wieder spannend. Der Brasilianer Caio (1.) und der Grieche Nikos Liberopoulos (5.) waren gegen die noch verschlafen wirkende Abwehr des Zweitligisten aus der Kaiserstadt früh und konsequent zur Stelle. Zwar sorgte Babacar Gueye (23.) für neue Hoffnung, doch die machte Lukasz Szukala (45./Eigentor) mit dem Pausenpfiff wieder zunichte. Liberopoulos (50.) und Alexander Meier (53.) schienen nach dem Wiederbeginn rasch für klare Verhältnisse gesorgt zu haben. Doch nach Gegentreffern von Benjamin Auer (66./72.) und Gueye (88.) wurde es noch mal eng. Erst Selim Tebers Foulelfmeter (89.) stellte mit dem zehnten Tor des Abends Frankfurts Sieg sicher.

Augsburg wie ein Aufstiegskandidat

Erstliga-Aufsteiger SC Freiburg hatte bei dem ins Oberhaus strebenden Zweitliga-Vertreter FC Augsburg die erwartet schwere Aufgabe - und konnte diese nicht erfolgreich lösen. Im Gegenteil: Das "goldene Tor" von Daniel Brinkmann (63.) bescherte dem mit zunehmender Dauer des Spiels immer überlegeneren FCA einen vollauf verdienten Sieg.

DPA/dho / DPA

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