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EM 2012: Arjen Robben im Interview - Der EM-Titel ist das Ziel

Nach dem bitteren Champions League-Finale mit dem FC Bayern freut sich Arjen Robben auf eine neue Herausforderung bei der EM. Er will endlich mit den Niederlanden einen internationalen Titel gewinnen, betont Robben im Interview.

Ein internationaler Titel fehlt noch in der Sammlung von Arjen Robben, doch diesen Makel will er nun mit den Niederlanden bei der EM tilgen. Angesichts der Final-Niederlage mit dem FC Bayern in der Champions League ist er froh, dass er sich schnell einer neuen Herausforderung widmen kann. Über das Thema Elfmeter will Arjen Robben im Interview aber nicht reden.  

Herr Robben, wenn es im Turnierverlauf einen Elfmeter gibt, werden Sie schießen?
Robben: "Ich möchte jetzt nicht über Elfmeter reden. Lassen Sie uns über Fußball sprechen..."

...aber wenn der Bondscoach Sie fragen würde. Würden Sie schießen, obwohl Sie zuletzt beim FC Bayern zwei wichtige Elfmeter verschossen haben?
Robben: "Das ist nun wirklich nichts, womit ich mich beschäftige. Der Fokus liegt auf der Vorbereitung für das erste Spiel gegen Dänemark. Das ist alles, worum es geht."

Die niederländische Mannschaft ist fast identisch mit der vor zwei Jahren bei der WM. Sehen Sie darin einen Vorteil?
Robben: "Ich denke, es ist durchaus ein Vorteil, dass wir mit der Mannschaft schon zwei Jahre zusammen sind. Wir kennen uns gut, die WM in Südafrika war eine tolle Erfahrung. Wir nehmen daher ein gutes Gefühl mit in die EM."

Es gab zuletzt in der Vorbereitung aber auch viel Kritik. Hat Sie das überrascht?
Robben: "Ich denke, dass ist normal. Wir hatten zuvor eine tolle Serie, haben lange nicht verloren und uns problemlos für die EM qualifiziert. Danach gab es auch ein paar schlechtere Spiele wie zum Beispiel gegen Deutschland oder kurz vor der EM gegen Bulgarien. Da ist es verständlich, dass es auch mal kritische Stimmen gibt. Wir wissen, dass wir bei der EM besser spielen müssen als während der Vorbereitung. Da fehlten uns noch Stabilität und Organisation."

Wenn Sie die fehlende Organisation ansprechen. Teilen Sie die Meinung, dass die Defensive der Schwachpunkt im Oranje-Team ist?
Robben: "Wenn ich über Organisation und Stabilität spreche, dann meine ich damit die ganze Mannschaft, nicht nur die Verteidigung. Wir müssen mit allen elf Spielern auf dem Platz gut organisiert und diszipliniert agieren. Wenn uns das wie bei der WM vor zwei Jahren gelingt, haben wir vorne genügend individuelle Qualitäten, um die Spiele zu unseren Gunsten zu entscheiden."

Ist es die letzte Chance für diese Generation, ein großes Turnier zu gewinnen?
Robben: "Das kann sein. Wir haben eine große Gruppe an Spielern, die jetzt 28 oder 29 Jahre alt sind. Das heißt, auch in zwei Jahren bei der WM in Brasilien werden wir noch unsere Chance haben. Aber natürlich werden wir alle ein bisschen älter. Und darum können wir nicht sagen, wir haben noch zwei, drei oder vier Turniere, um etwas zu gewinnen. Wir wollen es schon in Polen und der Ukraine schaffen."

In der Vorbereitung wurde heftig darüber diskutiert, ob Robin van Persie oder Klaas-Jan Huntelaar in der Spitze spielen müssen. Wie sehen Sie das als jemand, der auf dem Flügel spielt?
Robben: "Du hast es mit zwei Weltklassestürmern zu tun, dem Torschützenkönig von Deutschland und dem von England. Wir sollten froh sein, dass wir beide haben. Am Ende muss der Bondscoach entscheiden. Für mich macht es keinen Unterschied, wer spielt."

Wie steht es nach der langen Saison um ihre eigene Form?
Robben: "Ich fühle mich sehr gut, habe keine Probleme. Ich hatte ein paar Tage Pause nach dem Champions-League-Finale und dem Spiel gegen die Bayern. Aber ich wollte auch nicht zu lange aussetzen, weil man sonst schnell seinen Rhythmus verliert."

Wie sehr haben Sie die Pfiffe in München getroffen?
Robben: "Darüber will ich nicht mehr reden, das ist vorbei. Ich bin jetzt hier bei der Nationalmannschaft und konzentriere mich voll auf die EM. Die Unterstützung, auch von den niederländischen Fans, hat mir sehr gut getan. Auch dass sich unser Kapitän Mark van Bommel nach dem Spiel in München so klar geäußert hat, hat mir viel bedeutet."

Gab es auch noch Unterstützung von den Bayern?
Robben: "Ich hatte noch Kontakt mit den Bayern, ja..."

...Kontakt oder auch Unterstützung?
Robben: "Nun ja, ob Kontakt oder Unterstützung. Ich hatte Kontakt zum Club."

Jupp Heynckes hat das Ganze aber schon sehr heruntergespielt. Er meinte das gehört dazu, Politiker und Fußballer müssten damit leben. Unterstützung hört sich anders an...
Robben: "Ja, das ist wohl so..."

Das jüngst verlorene Champions-League-Finale und auch das WM-Endspiel vor zwei Jahren waren bittere Momente für Sie. Belastet Sie das noch?
Robben: "Das bleibt dein Leben lang irgendwie in deinem Kopf. Ich habe noch ein paar Jahre als Fußballer, aber dann schaust du irgendwann auf eine lange Karriere zurück und das sind dann natürlich Momente, an die du dich immer erinnerst."

Vor zwei Jahren haben Sie zwei Finals in kurzer Zeit verloren. Das könnte Ihnen nun wieder passieren. Denken Sie daran?
Robben: "Ja, in der Theorie ist das wieder möglich. Aber du gehst immer auf den Platz, um zu gewinnen. Wenn du in ein Turnier gehst, dann gehst du mit dem Ziel rein, das Turnier auch zu gewinnen. Das ist das Selbstvertrauen, das du haben musst. Aber du musst auch realistisch sein. Es wird sehr schwer. Wir haben es mit einigen richtig starken Gegnern zu tun."

Sie können schon auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Aber das I-Tüpfelchen, der Gewinn eines großen Titels fehlt noch, oder?
Robben: "Ja, und das ist natürlich auch ein bisschen frustrierend. Du warst schon ein paar Mal so nah dran, und dann hat es doch nicht gereicht. Ich habe jetzt zwei Champions-League-Endspiele und ein WM-Finale mitgemacht und alle drei verloren. National habe ich einige Titel gewonnen, aber der internationale fehlt mir noch."

Wie haben Sie die Enttäuschung nach dem Champions-League-Finale verarbeitet?
Robben: "Es ist gut, dass wir jetzt eine neue Herausforderung haben und nicht im Urlaub sind. Meine Frau sieht das wahrscheinlich genauso, denn es wäre kein schöner Urlaub geworden. Jetzt geht es um den nächsten Titel."

Im zweiten Gruppenspiel treffen sie auf Deutschland. Ist das für Sie ein ganz besonderes Spiel?
Robben: "Ja, natürlich. Niederlande gegen Deutschland ist immer etwas ganz Besonderes. Dieses Mal erst recht. Fast die Hälfte der Spieler, die auf dem Platz steht, wird von Bayern München kommen. Das ist dann natürlich schon etwas ganz Spezielles."

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