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Ausblick zur Euro: Diese EM-Stars werden uns alle überraschen

Ein großes Turnier ist immer auch eine große Show mit vielen Hauptdarstellern: den schillernden Stars, den Torjägern, den Sprücheklopfern. Welche Akteure werden der EM 2016 ihren Stempel aufdrücken? Ein Ausblick.

Robert Lewandowski, Mario Götze, Paul Pogba

Wollen bei der EM 2016 für die positiven Schlagzeilen sorgen: Robert Lewandowski (Polen), Mario Götze (Deutschland), Paul Pogba (Frankreich)

An der Fußball-EM 2016 in Frankreich nehmen 24 Teams teil, so viele wie noch nie. Theoretisch gilt für sie alle das alte Mantra: Der Star ist die Mannschaft. Praktisch hat aber jedes Team immer ein, zwei Spieler, die vorangehen, die herausstechen, um die sich alles dreht. Von manchen von ihnen werden Großtaten geradezu erwartet - andere nutzen die große Bühne des Turniers für ihren Durchbruch. Aber sie alle geben dem Turnier die Gesichter und Geschichten, an die wir uns noch Jahre später noch gerne zurückerinnern. Wer wird bei der EM 2016 für die größten Schlagzeilen sorgen? Wir stellen die vielversprechendsten Kandidaten vor.

Star: Paul Pogba

Aus seinen Ambitionen macht Frankreichs Paul Pogba keinen Hehl: "Ich will eine Legende werden", ließ er im Interview mit "11 Freunde" bei aller Bescheidenheit wissen. Der erste logische Schritt auf seinem Weg zur Unsterblichkeit ist in diesem Sommer fällig, weshalb ein ganzes Gastgeberland von seinem 23-jährigen Supertalent ein starkes Turnier erwartet. Vielleicht ist der sportliche Wert einer Torjägermaschine wie Antoine Griezmann bei "Les Bleus" noch ein bisschen höher - aber sollte Frankreich erfolgreich abschneiden, dürfte niemand so im Mittelpunkt stehen wie der Juve-Star, der die dafür notwendigen fädenziehenden Fähigkeiten mit einem schillernden Erscheinungsbild verbindet - getreu seines Mottos: "Verrückte Posen, und das Publikum geht ab." Kurz: Paul Pogba hat das Zeug zum ganz großen Star des Turniers. Immer vorausgesetzt, dass auch seine Mannschaftskameraden dem Druck im eigenen Land standhalten.

Newcomer: Marcus Rashford

Es erinnert an den Karrierekickstart von Thomas Müller: Bayern-Trainer Louis van Gaal holte das damalige Talent 2009 in die erste Mannschaft und hegte fortan nie wieder einen Zweifel an der Unverzichtbarkeit des Eigengewächses. Ähnlich warf der Niederländer als Trainer von Manchester United im Februar den 18-jährigen Rashford ins kalte Wasser. Seitdem ging alles ganz schnell: Der 18-Jährige traf in seinem ersten Länderspiel gegen Australien schon nach 138 Sekunden und sprang im letzten Moment auf den EM-Zug auf. Wer so wenig Eingewöhnungszeit braucht, könnte auch im hochkarätigsten englischen Kader seit mindestens 20 Jahren seine Chance nutzen. Zum Vergleich: Der junge Thomas Müller wurde als Newcomer bei der WM 2010 gleich Torschützenkönig des Turniers.


Torschützenkönig: Robert Lewandowski

Zugegeben, es gibt gewagtere Prognosen - aber für den amtierenden Bundesliga-Torschützenkönig und möglicherweise meistumworbenen Stürmer der Welt spricht einfach zu viel: Er hat sein Team quasi im Alleingang zum Turnier geschossen, das Spiel der Polen ist komplett auf den Superstar zugeschnitten. Gegen Vorrundengegner wie Nordirland oder die Ukraine besteht zudem bei allem Respekt die Möglichkeit, sich gleich mehrfach in einem Spiel in die Torschützenliste einzutragen. Erst recht für einen kompletten Knipser, der auch schon mal fünf Tore in acht Minuten schießt.

Überraschung: Mario Götze

Zuletzt machte der deutsche WM-Finaltorschütze nichts als negative Schlagzeilen mit seinem tristen Alltag als Bankdrücker, den die Bayern lieber heute als morgen an den Meistbietenden abgeben würden. Nachdem Pep Guardiola den Edeltechniker links liegen ließ, könnten Götzes Karten unter dem kommenden Coach Carlo Ancelotti neu gemischt werden - oder auch nicht, wenn man Karl-Heinz Rummenigges jüngsten Aussagen Glauben schenken kann. So oder so: Höchste Zeit für Götze, sich im internationalen Schaufenster den Frust von der Seele zu spielen. Der 24-Jährige wäre nicht der erste, der sich im Wohlfühlbecken der Nationalmannschaft von schweren Zeiten auf Vereinsebene freischwimmt.

Torwart: Thibaut Courtois

Belgien zählt vor allem aufgrund seiner atemberaubenden Offensivqualitäten mit Spitzenleuten wie Kevin De Bruyne, Eden Hazard, Romelu Lukaku und Christian Benteke zu den Mitfavoriten der EM 2016 - aber ihr wichtigster Mann steht ganz hinten: Thibaut Courtois gehört zu den begehrtesten und besten Torhütern der Welt. Bei Chelsea hat er den ewigen Petr Cech beerbt, inzwischen ist er in London nicht mehr wirklich glücklich und wird prompt bei europäischen Elite-Klubs wie Real Madrid, Paris-St. Germain und dem FC Barcelona gehandelt. Eine erwartbar starke EM wird den Marktwert des 1,99-Meter-Hünen nur noch weiter in die Höhe treiben.

Trainer: Lars Lagerbäck

Das isländische Team könnte bei seiner ersten Teilnahme zur großen Überraschung werden. Am Trainer wird es nicht scheitern: Mit Lars Lagerbäck sitzt bei den Turnierneulingen die geballte Erfahrung auf der Bank - von 2000 bis 2009 führte der 67-Jährige die schwedische Nationalmannschaft zu vier Turnieren. Kurz vor EM-Start zeigt er sich auch verbal bereits in Topform. Angesprochen auf den ersten Gruppengegner Portugal, lederte Lagerbäck im Interview mit "NRK Sport" gegen die Stars Cristiano Ronaldo und Pepe schon mal so richtig los: "Portugal hat (mit Ronaldo) einen der besten Fußballer der Welt, aber er ist ein ebenso begnadeter Schauspieler. Da gibt es einige großartige portugiesische Filme... Im Champions-League-Finale Real gegen Atlético haben wir auch wieder eine tolle Performance von jemandem (Pepe) gesehen, der ohne Probleme nach Hollywood gehen könnte." Wenn seine Mannschaft im Spiel gegen die Portugiesen genauso furchtlos auftritt wie ihr Coach, ist für die Isländer einiges drin.

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