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EM 2016: Nix los auf den Fanmeilen - aus zwei Gründen

Die Zeiten, in denen mehr Zuschauer zum Public Viewing als ins Stadion gingen, sind wohl vorbei. Die Fanmeilen haben immer weniger Besucher - das hat vor allem zwei Gründe.

Berliner Fanmeile

Auf der Berliner Fanmeile waren realistischen Schätzungen nach nur 10.000 bis 15.000 Fans

Der Blick von der großen Bühne der Berliner Fanmeile am Brandenburger Tor ist beeindruckend. Tausende junge Fußball-Fans in weißen Trikots und mit schwarz-rot-gelbem Körperschmuck jubeln, grölen und kreischen. Sie schwenken Fahnen, Fähnchen und rote Schals eines Limonadenherstellers. Während der ersten drei EM-Spiele der deutschen Mannschaft war die Stimmung zum Teil überschäumend. Zumindest vorne an dem ersten großen Bildschirm.

Schon ab dem zweiten Videoschirm bot die Straße des 17. Juni in der Nähe des Reichstags während der Deutschland-Spiele viel Platz. Fangruppen saßen auf dem Boden und verfolgten das Spiel. Der größte Teil der 1100 Meter langen Fanmeile war fast leer. Die Stimmung in vielen Bierbuden und Bratwurstständen näherte sich während der ersten Spiele dem Tiefpunkt, kaum etwas wurde verkauft. Zwar sprachen die Veranstalter von 100.000 Besuchern über den gesamten Dienstag, realistische Schätzungen gehen aber eher von 10.000 bis 15.000 Fans während des Spiels aus.

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Die Zahlen gehen kontinuierlich zurück

Nicht nur die Berliner Fanmeile leidet bei dieser Europameisterschaft unter deutlichem Besucherschwund. Auch in anderen Städten stöhnen Betreiber und Verkäufer. Die großen Zeiten der Fanmeilen und Mega-Fanfeste scheinen vorbei.

Alice Kilger von der Pressestelle des Olympiaparks in München beobachtet seit Jahren weniger Zuschauer. "Das Interesse geht zurück", sagt sie. Bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land war der Ansturm noch enorm. Bis zu einer Million Besucher kamen insgesamt bei allen Spielen. Zur EM 2008 waren es bei nur drei Spielen im Schnitt 29.000 Besucher. 2010 zur WM kamen 24.000 Menschen pro Spiel, 2012 und 2014 verfolgten nur noch 16.000 Fans die Deutschland-Spiele.

Für dieses Jahr sei es für eine erste Bilanz noch zu früh. Beim Public Viewing am Nürnberger Flughafen ließen sich bislang jeweils 2500 bis 3000 Menschen blicken, in der Vergangenheit waren es auch in der Vorrunde 15.000 bis 20.000. Veranstalter Christopher Dietz sagt: "Wir hatten zweimal Mega-Landunter und wettertechnisch eigentlich noch nie die Voraussetzungen für ein vernünftiges Public Viewing." Er hofft nun auf die K.o.-Runde und Sonnenschein.

Händler beklagen Verluste

Auf der Berliner Fanmeile schien meist die Sonne. Ein Händler, der einen Getränke- und einen Grillstand betreibt, investierte nach eigenen Angaben 30.000 Euro. Bislang mache er nur Verluste, sagte er beim dritten Deutschland-Spiel gegen Nordirland. Einer seiner Verkäufer meinte: "Wir müssten 1500 Euro Umsatz am Tag machen, um unseren Einsatz wieder reinzuholen. Heute haben wir bislang 70 Euro an Getränken umgesetzt."

Zwei junge Männer stehen hinter ihrem Getränkestand und sagen sarkastisch: "Wir zahlen viel Geld fürs Fußballgucken." Der Stand ist verwaist, die Lage sei "gruselig". Ein Handbrot-Verkäufer an der hintersten Leinwand nennt seinen Umsatz eine "Katastrophe". Bis zum Anpfiff am Dienstagabend verkaufte er nur zwölf Portionen.

Wer nach Ursachen für die schwindende Beliebtheit der Fanmeilen sucht, wird schnell fündig. Im Sommer draußen sitzen und Fußball gucken, das war bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 noch schwierig. Fußballfans kämpften in den wenigen Biergärten mit großen Leinwänden Stunden vor dem Anpfiff um Plätze. Erst zur WM 2006 kamen Flachbildschirme auf, damals noch richtig teuer. Das änderte sich in den folgenden Jahren. Die Bildschirme wurden immer billiger, immer besser und immer größer. Dazu kamen bezahlbare Beamer.

In Großstädten wie Berlin wird in Kneipenkiezen alle paar Meter das abendliche Fußballspiel übertragen. Doch nicht nur Kneipen, Biergärten und Clubs zeigen Fußball, auch Kirchen und Kinos.

Man kann die Spiele überall sehen

Bildschirme stehen in Dönerbuden und Imbissen. Selbst die "Spätis", die Berliner Kiosk-Varianten, stellen Flachbildfernseher ins Fenster und zwei Bierbänke draußen davor. Die Flasche Bier kostet einen Euro.

Manches private Wohnzimmer gleicht mit seinem Großbildschirm inzwischen einem kleinen Kinosaal, in dem sich Freunde oder Familie zum Fußballgucken treffen.

Die Münchner Olympiapark-Sprecherin Klinger bestätigt den Trend. Die Auszehrung der Fanmeilen liege in erster Linie am größeren Fußball-Angebot an anderen Stellen, besonders den zahlreichen Biergärten und Bars. Kilger vermutet jedoch auch, dass viele Besucher in diesem Sommer auch wegen erhöhter Sicherheitsbedenken angesichts der Terroranschläge dem Public Viewing fern bleiben.

Furcht vor Terroranschlägen

Das hatte auch eine Umfrage des Instituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vor der EM ergeben: Darin sagten 30 Prozent der an Fußball interessierten Erwachsenen, sie wollten aus Furcht vor Anschlägen öffentliche Plätze meiden und die Spiele nicht auf Großleinwänden verfolgen.

Ein 52-jähriger Familienvater gab auf der Berliner Fanmeile zu, er habe beim Anstehen an den Sicherheitskontrollen schon ein mulmiges Gefühl gehabt. Beim Abtasten durch die Wachleute werde einem nochmal bewusst, dass es gar nicht so selbstverständlich sei, so zu feiern, sagte er. "Aber wenn man das hinter sich hat, dann ist alles gut."

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tis/Andrea Rabenstein / DPA

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.