Fußball-Bundesliga Bayern im Torrausch


Imposante Vorstellung: Mit einem Kantersieg gegen hoffnungslos unterlegene Gäste aus Hannover hat Bayern München die Tabellenführung behauptet. Schalke blieb durch einen Sieg gegen Mönchengladbach aber dran. Dahinter schob sich Werder Bremen auf den dritten Platz vor.

Der FC Bayern München behält im Kampf um die deutsche Meisterschaft die Nase vorn. Der Rekordmeister deklassierte am Samstagabend Hannover 96 mit 7:0 und behauptete am 31. Spieltag seinen Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem FC Schalke 04, der am Nachmittag mit 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen hatte. Werder Bremen rückte durch das 4:2 beim VfL Wolfsburg auf Champions-League-Qualifikationsrang 3 vor, weil Bayer Leverkusen mit 1:2 beim VfB Stuttgart verlor. Und im Abstiegskampf sammelte der SC Freiburg durch das 2:1 gegen den Mitkonkurrenten 1. FC Nürnberg wertvolle Punkte.

Ein imposantes Schützenfest gegen Hannover 96 brachte den FC Bayern München seiner 22. deutschen Meisterschaft ein großes Stück näher. Die Münchner besiegten die desolaten Niedersachsen am Samstagabend in der ausverkauften Allianz Arena hochverdient mit 7:0 (3:0). Doppelpacks von Ivica Olic (21./49.) und Thomas Müller (44./62.) sowie der erste Dreierpack des alle überragenden Arjen Robben (30./50./90.+1) bescherten den bärenstarken Münchnern im 84. Bundesligaspiel ihren höchsten Meisterschaftssieg in der heimischen Allianz Arena.

Van Gaal bietet beste Mannschaft auf


Vier Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon schickte Bayern-Trainer Louis van Gaal sein bestes Team auf den Platz. Die Kreativkünstler Franck Ribéry und Robben sollten die schwächste Defensive der Liga über die Flügel in die Knie zwingen - was gegen überforderte Hannoveraner vorzüglich gelang. Im Zwei-Minuten-Takt hatten Ribéry (2.), Müller (4.) und Olic (6.) schon frühzeitig die Führung auf dem Fuß. Kurz danach scheiterten Robben (10.) und erneut Ribéry (15.) ähnlich knapp.

Ohne Selbstvertrauen und Biss agierten stattdessen die Gäste, die schon pünktlich zum Anpfiff auf verlorenem Posten waren. Trotz des überraschenden 4:2 über Titelkandidat Schalke 04 in der Vorwoche stand die Elf von Trainer Mirko Slomka den Münchnern von Anfang an quasi Spalier und fand gegen das gelungene Kurzpassspiel in bester Absteigermanier nie ein Rezept. Nach einer Flanke des überzeugenden Diego Contento gelang dem allein gelassenen Olic die überfällige Führung, die Robben nach einer halben Stunde brillant ausbaute.

Formvollendeter Lupfer


Einen langen Pass von Mark van Bommel nahm der 26-Jährige gekonnt auf und überwand den bemitleidenswerten Florian Fromlowitz im Hannoveraner Tor mit einem spektakulären Heber - erstmals an dem Frühlingsabend ging danach die La-Ola-Welle durchs Stadion. Seine Kunsteinlage untermauerte der überragende Holländer kurz nach der Pause, als er erst Olic' 4:0 per Chip in den Strafraum sensationell einleitete - und nur 60 Sekunden später noch einen eigenen Treffer als Zugabe drauf setzte.

Weniger Grund zur Freude hatten Robbens direkte Gegenspieler: Früh nahm Slomka den überforderten und mit Gelb vorbelasteten Christian Schulz vom Feld, wenig später folgte ihm Constant Djakpa vorzeitig in die Kabine. Aber auch die Übriggebliebenen schauten vor allem Robbens Einlagen mit großen Augen und ordentlichem Muffensausen zu. Die gesamte Bayern-Offensive schien sich zwischenzeitlich in einen wahren Rausch zu spielen, dem auch Thomas Müller in nichts nachstand: Mit seinen Saisontreffern neun und zehn hat der 20-Jährige damit schon in seiner ersten Profisaison zweistellig getroffen.

Magath glaubt an den Titel


Schalke bleibt den Bayern dicht auf den Fersen. Schalkes Trainer Felix Magath gab nach dem 3:1-Sieg seiner Königsblauen gegen Borussia Mönchengladbach seine Zurückhaltung auf und sprach überraschend offensiv vom Gewinn der Meisterschaft. "Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, deutscher Meister zu werden. Denn ich glaube aufgrund der Belastung der Bayern in der Champions League nicht, dass sie alle Spiele gewinnen", betonte der 56-jährige Coach. Auf die Aussage des Konkurrenten angesprochen konterte Bayern-Coach Louis van Gaal nach dem Sieg gegen Hannover: "Das muss er ja als Trainer des Verfolgers sagen."

Der überragende Rakitic mit seinen Saisontoren sechs und sieben (8./47./Foulelfmeter) und Jefferson Farfán (45.) versetzten die Schalke-Fans in der Arena in Feierlaune. Raul Bobadilla (16.) hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich des Niederrhein-Clubs gesorgt, der nunmehr seit fast 18 Jahren auf einen Sieg auf Schalke wartet. Borussen-Trainer Michael Frontzeck war trotz des neunten Auswärtsspiels nacheinander ohne Sieg nicht unzufrieden. "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und Schalke phasenweise unter Druck gesetzt", sagte Frontzeck.

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Stuttgart dreht das Spiel
Im Duell der besten Rückrunden-Mannschaft aus Stuttgart mit Herbstmeister Leverkusen geriet der VfB zunächst in Rückstand: Stefan Kießling (13.) erzielte seinen 19. Saisontreffer für die Werkself. Die schwächte sich kurz darauf selbst, als Tranquillo Barnetta (19.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. Das sollte sich bitter rächen: Neun Minuten später nutzte Cacau erstmals die Überzahl zum Ausgleich aus. Und mit seinem elften Saisontor machte erneut Cacau kurz vor Schluss den wichtigen Heimsieg der Schwaben perfekt (85.), die sich selber auf den wichtigen sechsten Rang verbesserten.

Im packenden Nord-Derby legte Edin Dzeko (18.) für Wolfsburg vor. In der Folge gab es Chancen hüben wie drüben. Bremens beste nutzte Torsten Frings (38./Foulelfmeter) zum 1:1. Doch die Freude der Hanseaten währte nur 100 Sekunden, dann war Grafite (40.) mit seinem 11. Saisontor für die "Wölfe" zur Stelle. Doch nach der Pause schlugen die Gäste zurück. Claudio Pizarro (49.) schaffte mit seinem 132. Bundesliga-Tor den erneuten Ausgleich. Nun fehlt dem Peruaner nur noch ein Treffer, um mit dem treffsichersten Ausländer Giovane Elber gleichzuziehen. Frings (62.) mit seinem zweiten Tor und Hugo Almeida (75.) sorgten für die Fortsetzung der Bremer Erfolgsserie.

HSV enttäuscht


Seine Anwartschaft auf einen erneuten internationalen Startplatz konnte der HSV beim enttäuschenden 0:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 nicht untermauern. Im Gegenteil. Aristide Bancé (20.) erzielte den Siegtreffer für das bis dahin zweitschlechteste Auswärtsteam der Liga. Die Hamburger, die schon vor zwei Wochen gegen Hannover 96 (0:0) einen miserablen Heim-Auftritt hingelegt hatten, wurden nach der Heimpleite erneut von ihren eigenen Fans ausgepfiffen.

Im Duell der Abstiegskandidaten behielten die Freiburger gegen den Rivalen aus Nürnberg daheim knapp die Oberhand und wahrten damit ihre Chancen auf die Rettung. Nürnbergs Dominic Maroh (4.) leitete mit seinem frühen Eigentor den bitteren Rückschlag für den "Club" ein, der nach dem Treffer von Papiss Cissé (60.) endgültig perfekt war. Dadurch ist der FCN, für den Maroh spät auch auf der richtigen Seite traf (79.), nun mit den Breisgauern (beide 28 Zähler) punktgleich.

DPA/tis DPA

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