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Fußball-Bundesliga: Bayern siegen beim Torfestival in Stuttgart

Acht Tore und ratlose Stuttgarter: Bayern München hat eine desolate Abwehrleistung des VfB ausgenutzt und fünf Tore gegen die Schwaben erzielt, drei Tore allein Mario Gomez. Aber Stuttgart gab nicht auf und konnte den Rückstand verkürzen. Im Nachmittagsspiel rettete Patrick Helmes Leverkusen einen Punkt gegen Freiburg.

Es war ein torreicher Fußball-Sonntag: Am Nachmittag trennten sich Bayer Leverkusen und der SC Freiburg im Schneegestöber der BayArena leistungsgerecht 2:2. Das letzte Spiel der Bundesliga-Hinrunde sorgte dann für einen Rekord zum Jahresabschluss: Bayern München schlug den krisengebeutelten VfB Stuttgart dank desolater Abwehrleistungen auf beiden Seiten mit 5:3. Mario Gomez war mit drei Treffern bester Torschütze beim Rekordmeister, der durch den Sieg an Freiburg vorbei auf den fünften Tabellenplatz kletterte.

Gomez (11./52./54. Minute) mit seinen Saisontoren zehn bis zwölf, Thomas Müller (36.) und Franck Ribéry (43.) sorgten für die Treffer zum 50. Bayern-Sieg in der Bundesliga gegen Stuttgart. Martin Harnik (49./64.) und Christian Gentner (70.) konnten mit ihren Toren die Niederlage für den gerade in der Defensive total verunsicherten VfB nur etwas erträglicher gestalten. "Das war ein merkwürdiges Spiel. Es hätte auch 8:10 ausgehen können. Da waren viele Fehler dabei", sagte Franz Beckenbauer.

Bayern patzt in der Defensive


Auch die auf Platz fünf überwinternden Bayern zeigten in der Abwehr wahrlich kein Topniveau, so dass 40.500 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes Benz Arena eine kuriose Partie sahen. "Tore bestimmen das Spiel, aber wir dürfen diese Tore nicht kassieren", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal.

Schon am Mittwoch kommt es an gleicher Stelle im Achtelfinale des DFB-Pokals zur Neuauflage des Süd-Schlagers. Nach der VfB-Pleite spricht vor dem Beginn der Winterpause wenig für einen Überraschungs- Coup der gebeutelten Stuttgarter, die nach der schlechtesten Hinrunde der Club-Geschichte mit nur zwölf Zählern auf einem Abstiegsplatz überwintern müssen.

VfB-Manager Bobic hatte "Signal" gefordert


Die Münchner, bei denen Miroslav Klose nach fast drei Monaten ein Kurz-Comeback feierte, nehmen nach einer mäßigen Hinrunde weiter Kurs auf die Spitze. Ganz anders ist die Lage beim VfB. Ein "Signal" hatte Fredi Bobic von den VfB-Profis gefordert. Und die Schwaben ließen den Worten ihres Sportdirektors zunächst Taten folgen. Ermin Bicakcic (7.) köpfte bei seinem Bundesliga-Debüt frei stehend Hans-Jörg Butt an. Mehr Mühe hatte der Bayern-Torwart kurz darauf bei einem tückischen Schuss von Christian Träsch (11.).

Und die Bayern? Ohne den Grippe kranken Bastian Schweinsteiger wirkte der Rekordmeister ein wenig überheblich. Bei einer ersten Kombination von Müller (14.) mit Ribery und Gomez deutete sich jedoch schon an, was wenig später folgen sollte: Haarsträubende individuelle Fehler der Stuttgarter wurden gnadenlos bestraft.

Auch Ribéry trifft


Bicakcic' Unachtsamkeit nutzte Müller zu einem Traumpass auf den von einer Grippe genesenen Gomez, der an alter Wirkungsstätte einschoss. Kurz darauf sah Matthieu Delpierre gegen Gomez schlecht aus, der passte auf Müller. Innerhalb von fünf Minuten war die Partie entschieden. Ribéry erhöhte nach einem Aussetzer von Arthur Boka noch vor der Pause. "Das macht Spaß zuzuschauen", sagte Bayern-Manager Christian Nerlinger. "Wenn sie diese Fehler nicht abstellen, werden sie immer den Kürzeren ziehen", analysierte hingegen VfB-Ex-Star Hansi Müller zur Halbzeit im TV.

Und im zweiten Abschnitt wurde es noch schlimmer. Nach dem Hoffnungsschimmer durch Harnik agierte die VfB-Defensive um den ebenso indisponierten Torwart Sven Ulreich mehrfach konfus: Gomez nahm die Einladung zu zwei weiteren Toren dankend an. Da erneut Harnik und Gentner auf der anderen Seite auch noch trafen, wurde ein Bayern-Kantersieg verhindert. Dennoch hat Labbadia im Ländle viel Arbeit vor sich, um den drohenden Abstieg zu verhindern.

Heynckes mit seinem Team zufrieden


Bayer Leverkusens Cheftrainer Jupp Heynckes sah trotz des Ausrutschers gegen den SC Freiburg den Weihnachtsfrieden nicht getrübt. "Ich kann mit der Mannschaft in der Hinrunde sehr zufrieden sein", resümierte der 65-Jährige nach dem 2:2 (1:1) im Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga, "wie so oft hat sie wieder Moral und Kampfgeist bewiesen und ist zurückgekommen". Statt drei Punkte gegen Herbstmeister Borussia Dortmund gut zu machen, konnte die Werkself jedoch den Abstand nur auf zehn Zähler verkürzen und musste dem punktgleichen FSV Mainz 05 Platz zwei überlassen.

"Das hatte hier mit Fußball nicht viel zu tun", sagte Bayer- Kapitän Simon Rolfes nach dem Spiel im dichten Schneetreiben. "Man hätte besser einen Schneemann bauen können, als Fußball spielen." Dabei sah es für die Platzherren, die zuvor in der Liga siebenmal ohne Niederlage geblieben waren, nicht schlecht aus. Arturo Vidal hatte Bayer in 16. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht.

Helmes rettet Leverkusen einen Punkt


Doch auch ohne Top-Torjäger Papiss Demba Cissé schlugen die Freiburger dank Jan Rosenthal (24.) und Stefan Reisinger (65.) zurück. Der eingewechselte Patrick Helmes (75.) rettete vor 22.421 Zuschauern den Leverkusenern zumindest noch einen Punkt, erlitt aber einen Muskelfaseriss, wie sich nach dem Spiel heraus stellte, und musste seinen Weihnachtsurlaub absagen.

DPA/tis / DPA

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