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RTL-Experte: Fremdschämen mit Jens Lehmann: Stockholm oder Oslo? Hauptsache Finnland!

Neuer als Kapitän? Nicht gut. Götze? Tut nichts. Und wie hieß nochmal der Gegner? Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann machte als Experte während der Übertragung des WM-Qualifikationsspiels Norwegen - Deutschland keine gute Figur. Gelinde gesagt.

Jens Lehmann fällt beim Publikum als Fußball-Experte durch

Hat beim Publikum keinen Schlag als Experte: "Jens Lehmann bewegt sich schon mal auf RTL Niveau. Oh Fortuna, hilf mir das zu ertragen", twittert ein Zuschauer.

Mehr als 30 Prozent Marktanteil - vor allem die zweite Hälfte des WM-Qualifikationsspiels der Nationalelf in Norwegen bescherte RTL ein Quotenhoch. Zur Eigendarstellung nutzen konnte der Sender das allerdings nicht. Bedanken dürfen sich die Kölner dafür bei ihrem Experten: , Nationalkeeper während des Sommermärchens 2006 und sachkundiger Interviewpartner für die Übertragungen der Qualifikationsspiele, die sich RTL für viel Geld gesichert hat.

Während die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw gegen einen harmlosen Gegner einen weitgehend souveränen Auftritt hinlegte, hatte Lehmann schon genug damit zu tun, sich den Gegner zu merken. "Die Finnen waren nicht so gut", urteilte der 61-malige Nationalspieler wiederholt. Offenbar war Lehmann nicht in der Lage, sich innerlich von Bastian Schweinsteigers Abschiedsspiel vier Tage zuvor in Mönchengladbach zu lösen. Frei nach Andreas Möllers legendärem Fußballer-Spruch "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" könnte man sagen: oder Oslo - Hauptsache Finnland.


Jens Lehmann: Götze macht irgendwie nichts

Für viele war der Auftritt Lehmanns nicht nur deshalb schlicht zum Fremdschämen. Trotz des ungefährdeten Sieges suchte er beflissen nach Haaren in der Suppe. "Lehmann hat während der ganzen EM mitgeschrieben und musste heute trotz sehr gutem Spiel das alles irgendwie unterbringen", kommentierte ein Zuschauer via Twitter die Äußerungen des Experten. Besonders abgesehen hatte er es auf "Problemkind" . Er "gibt einem immer das Gefühl, dass er nichts macht", ging der 46-Jährige auf den Schützen des WM-Siegtores los. "Ich habe keinen Sprint gesehen, ich habe nichts gesehen." Und: "Wieso flankt Götze eigentlich nie?"

Bemerkenswert: Als Lehmann seine Kritik im Beisein des Bundestrainers ausschweifend vortrug, schaute Jogi Löw demonstrativ am Ex-Nationalspieler vorbei. Stoisch nippte der Coach an seinem Espresso, um erst auf Nachfrage von Kommentator Florian König zu einer ausgeruhten Verteidigung für Götze anzusetzen.

Götze selbst meldete sich ebenfalls zu Wort: "Hat er irgendwelche Statistiken gesehen?", fragte Götze rhetorisch. "Ich glaube, dass es nicht einfach war für mich, da wir viel über außen gespielt haben, der Gegner tief stand, die Räume eng waren", zitiert Spox.com den Weltmeister. Unabhängig davon, ob man über Götzes Leistung diskutieren kann oder nicht, sammelte Lehmann mit seiner Art, die Kritik vorzubringen, reichlich Minuspunkte:


Manuel Neuer kontert locker

Wenig hält Lehmann auch von der Wahl Manuel Neuers zum neuen Mannschaftskapitän. Nicht wegen der Person Neuers, wie er wiederholt betonte, sondern weil es grundsätzlich unglücklich sei, wenn ein Torhüter das Amt übernimmt. Schließlich sei es schwierig, über den halben Platz zu laufen, um mit dem Schiedsrichter etwas zu besprechen. Mit seiner Meinung, mit der Lehmann nicht allein steht, hielt er auch gegenüber Neuer selbst nicht hinterm Berg. Der neue Kapitän der DFB-Elf konterte seinen Vorgänger lächelnd: "Deshalb spiele ich auch weiter vorne als Du."

"Ich finde Lehmann gut. Endlich mal jemand, der rund um die Nationalmannschaft etwas kritisiert", erntete der RTL-Experte auch ein wenig Zuspruch. Doch im Gros bleibt die Kritik - auch an : "Wer sich Jens Lehmann als Experten ausgesucht hat, hat den Fußball nie geliebt."


dho

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