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Nationalmannschaft spielt 1:1: DFB-Team kann gegen Italien nicht gewinnen

Die DFB-Auswahl hat gegen Italien nur 1:1 gespielt. In einer umkämpften Partie traf Hummels zur Führung. Es reichte auch deshalb nicht zum Sieg, weil am Ende eine Riesenchance vergeben wurde.

Es bleibt dabei: Deutschland hat auch im 100. Länderspiel von Bundestrainer Joachim Löw gegen die Taktik-Füchse aus Italien nicht gewinnen können. Trotz einer 1:0-Führung und einer starken ersten halben Stunde kam die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes sieben Monate vor WM-Start nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den viermaligen Weltmeister hinaus. Damit muss die deutsche Nationalmannschaft nach 28 Jahren weiter auf ein Erfolgserlebnis in Italien warten.

Der Dortmunder Mats Hummels hatte die zunächst dominierenden Gäste am Freitag in Mailand schon nach acht Minuten in Führung gebracht. Ignazio Abate schaffte vor 49 000 Zuschauern im nur gut zur Hälfte gefüllten Giuseppe-Meazza-Stadion noch vor der Pause den Ausgleich (28.). Am kommenden Dienstag steht im Londoner Wembley-Stadion gegen England zum Jahresabschluss der nächste Klassiker für die deutsche Elf auf dem Programm.

Beim Premierenauftritt in den neuen WM-Trikots hatte die deutsche Elf das Geschehen bei Teil eins des Klassiker-Doppelpacks vor der Pause lange im Griff und unterband mit effektivem Offensivpressing den Aufbau der Italiener. Auch im Spiel nach vorne gelangen vielversprechende Aktionen, doch zum ersten Sieg auf italienischen Boden seit Februar 1986 reichte es dennoch nicht.

Özil und Reus zunächst geschont

Denn mit dem 1:1-Ausgleich nach einem Fehler des Torschützen Hummels kamen die Gastgeber ins Spiel zurück. Routinier Andrea Pirlo war plötzlich wieder der Ballverteiler, bestimmte das Tempo und praktisch alle Aktionen der Azzurri. Unter Druck kam auch die bis dahin sehr flexibel operierende zentrale Mittelformation mit Philipp Lahm, Toni Kroos und einem sehr offensiv orientierten Sami Khedira in Probleme.

Das Offensivspiel wurde auch nicht wirkungsvoller, als die zunächst geschonten Mesut Özil und Marco Reus nach gut einer Stunde ins Spiel gebracht wurden. Der Özil aus dem Spiel genommene Mario Götze hatte bis dahin kaum Bindung zum Spiel gefunden. Mitte der zweiten Halbzeit musste der bis dahin starke Khedira nach einem Zusammenprall aus dem Spiel. Wenig Gefahr ging diesmal von Andre Schürrle aus, der zuletzt gegen Schweden als dreifacher Torschütze geglänzt hatte.

1:0 gab Sicherheit

Bei ausgesprochenem Schmuddelwetter begann die 32. Auflage des Prestigeduells mit Vorteilen für die Gastgeber. Es dauerte ganze 44 Sekunden, bis Deutschland-Schreck Mario Balotelli erstmals seinen Verfolger Lahm abschüttelte, aus gut 20 Metern aber am Tor von Manuel Neuer vorbeizielte. Kaum zwei Minuten später zirkelte Pirlo einen Freistoß über den deutschen Kasten. Der erste Eckball für die DFB-Elf war wenig später Ausgangspunkt der Führung durch Hummels, der den von Toni Kroos hereingegebenen Ball per Kopf zu seinem zweiten Länderspiel-Tor verwertete. Wie stark er bei ruhenden Bällen ist, bewies der Münchner Kroos wenig später bei der nächsten Ecke, die Höwedes knapp neben das Gehäuse köpfte (11.).

Der Führungstreffer gab der deutschen Mannschaft noch mehr Sicherheit. In der 17. Minute überraschte Khedira Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon mit einem Aufsetzer aus gut 22 Metern, doch der Ball klatschte vom Keeper leicht berührt an den Pfosten. Aber dann erwies sich der viermalige Weltmeister einmal mehr als Meister der Effizienz und nutzte gleich seine erste Chance zum Ausgleich, als ein Abwehrschlag von Hummels zum Fehlpass wurde. Azzurri-Außenverteidiger Abate fing den Ball ab und kam nach einem spektakulären Doppelpass mit Leonardo Bonucci zum Abschluss. Gegen den Schuss in die lange Ecke war Neuer chancenlos. Die erneute Führung hatte auf der Gegenseite Schürrle auf dem Fuß, dessen Schuss die Oberkante der Torlatte streifte (32.).

Bender und Reus vergaben den Sieg

Auch nach Wiederbeginn erwischte die Elf von Cesare Prandelli den besseren Start. In der 51. Minute lenkte Neuer einen Schuss von Claudio Marchisio aus spitzem Winkel zur Ecke. Sechs Minuten später gelang es Hummels nur mit Mühe, Balotelli und Ricardo Montolivo vor dem deutschen Tor am Einschuss zu hindern. Dagegen konnten die Deutschen nicht mehr die vor der Pause gezeigte Dominanz entwickeln.

Beinahe mit dem Schlusspfiff gelang dann doch noch der Siegtreffer für die Löw-Elf, aber Sven Bender und Reus brachten das Kunststück fertig, sich vor dem leeren Tor der Italiener gegenseitig zu behindern. Zuvor hatte Höwedes den Ball an den Pfosten geschossen. So blieb es beim verdienten 1:1.

Und so liefen die WM-Playoffs mit Ronaldo, Ibrahimovic, Ribéry und Co. Bitte blättern Sie um.

Ribéry bangt

Mit einem spektakulären Flugkopfball hat Cristiano Ronaldo das erste Duell der Tormaschinen für sich entschieden und die portugiesische Nationalmannschaft der WM-Endrunde einen Schritt näher gebracht. Der ehemalige Weltfußballer erzielte am Freitagabend acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den 1:0 (0:0)-Siegtreffer im Playoffspiel gegen Schweden mit Sturmwidersacher Zlatan Ibrahimovic.

Neben "Ibrakadabra" droht aber auch für Europas Fußballer des Jahres der WM-Traum zu platzen: Bayern Münchens Franck Ribéry verlor mit Frankreich in der Ukraine 0:2 (0:1). Der ehemalige Welt- und Europameister steht damit im Rückspiel am Dienstag in Paris gewaltig unter Druck. Eine gute Ausgangsposition verschaffte sich hingegen Griechenland mit einem 3:1-Sieg über Rumänien. Und selbst Island steht besser da als Frankreich. Trotz 40-minütiger Unterzahl rettete der Underdog zuhause ein 0:0 gegen Kroatien.

Doch die Augen waren vor allem auf das Duell Ronaldo vs. Ibrahimovic gerichtet. So nah wie beim Handschlag vor dem Spiel kamen sich die beiden Kapitäne während der intensiven ersten 45 Minuten selten. Dafür standen ihnen andere fast permanent auf den Füßen. Chancen der Stümerstars - die zusammen seit 2004 wettbewerbsübergreifend in ihren Vereinen auf sage und schreibe 513 Treffer kommen, blieben aus dem Spiel heraus zunächst Mangelware.

Ronaldo schlägt zu: 1:0 für Portugal

Ein Freistoßversuch von Ronaldo (16.) landet in der gelb-blauen Schweden-Mauer, ein Kopfball (38.) ging ein paar Meter übers Tor. Auf der Gegenseite glänzte Ibrahimovic, als er einen Ball für Sebastian Larssen durchließ. Portugals Keeper Rui Patricio konnte mit Mühe zur Ecke klären. Ausruhen konnte sich keine der beiden Abwehrreihen, in der 41. Minute wäre auch Nürnbergs starker Per Nilsson in der Schweden-Defensive geschlagen gewesen, der Kopfball des aufgerückten Pepe landete aber in den Armen von Keeper Andreas Isaksson.

Nach dem Seitenwechsel zog Ronaldo merklich das Tempo an. Der Angreifer von Real Madrid wechselte immer wieder die Seiten, trieb das Spiel der Portugiesen an und voran, die in der 69. durch einen Nani-Distanzschuss eine gute Gelegenheit hatten. Schwedens Keeper parierte ab. Doch dann schlug Ronaldo selbst zu, als er aus kurzer Distanz per Kopf den Ball ins Netz wuchtete.

Davon konnte Ribéry nur träumen. Praktisch immer in Doppelbewachung, konnte das französische Filou gegen die playofferfahrenen Ukrainer nur selten zu seinen gefürchteten Dribblings ansetzen. Das Spiel machten überwiegend die komplett in kanariengelb gekleideten Hausherren, angetrieben von Andrej Jarmolenko. In der 30. Minute scheiterte Edmar mit einem Kopfball.

Island hofft

Frankreich, das die direkte Qualifikation als Zweiter in seiner Gruppe hinter Titelverteidiger Spanien verpasst hatte, geriet dann durch einen Treffer von Roman Zozulia in der 61. Minute in Rückstand, ehe Jarmolenko (82.) mit einem Strafstoß für die Entscheidung sorgte. In einer hektischen Nachspielzeit sah Frankreichs Laurent Koscielny wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Alexander Kucher bei der Ukraine Gelb-Rot. Beide fehlen somit beim Showdown in Paris.

In Reykjavik setzten die einst belächelten Isländer ihre tapfere Tour gen Brasilien auch gegen die Kroaten fort, die mit vier Bundesliga-Profis antraten. Durch das torlose Remis trotz langer Unterzahl reicht der Mannschaft des erfahrenen schwedischen Trainer Lars Lagerbäck im Rückpiel bei den Kroaten am Dienstag bereits ein 1:1, um zum ersten Mal in der Geschichte des 320 000-Einwohner-Landes bei einer WM-Endrunde dabei zu sein.

Im Gegensatz zu den anderen drei Partien der acht besten Gruppenzweiten in der Kontinental-Qualifikation erlebten die Zuschauer in Piräus recht früh turbulent-torreiche sechs Minuten. Konstantinos Mitroglou bracht Ex-Europameister Griechenland in der 14. Minute in Führung. Fünf Minuten später glich Bogdan Stancu für Rumänien aus. Nicht mal sechzig Sekunden sorgte Dimitrios Salpingidis für das 2:1. Mit seinem zweiten Tor sorgte Mitroglou (66.) für eine gute griechische Ausgangslage.

kbe/DPA / DPA

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