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Transferbörse: Bayern verpflichten Oranje-Verteidiger

Er ist die siebte Neuverpflichtung der Bayern für die neue Saison: Der niederländische Verteidiger Edson Braafheid wechselt für zwei Millionen Euro von Twente Enschede nach München. Unterdessen pokert Hoeneß weiter um Franck Ribéry.

Bayern München will angeblich den niederländischen Abwehrspieler Edson Braafheid verpflichten. Dies berichtete am Montag die Süddeutsche Zeitung und berief sich dabei auf eigene Quellen. Der 26-Jährige, U21-Europameister von 2006, spielte zuletzt beim niederländischen Ehrendivisionär Twente Enschede. Laut "Süddeutsche" sind sich die Bayern und der Spieler über einen Wechsel einig. Nur mit Twente seien noch Details zu klären.

Edson Braafheid ist sowohl in der Inneverteidigung als auch auf den Außenpositionen einsetzbar. Seine festgeschriebene Ablösesumme soll bei zwei Millionen Euro liegen. Er wäre bereits der siebte neue Spieler der Bayern für die kommende Saison.

Zuvor hatte der Vizemeister den Kroaten Danijel Pranjic vom SC Heerenveen (10 Millionen Euro), Mario Gomez (VfB Stuttgart/mehr als 30 Millionen), Ivica Olic (Hamburger SV/ablösefrei), Anatolij Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg/11) und Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach/ablösefrei) verpflichtet. Rückkehrer an die Isar ist Andreas Görlitz (Karlsruher SC/war ausgeliehen).

In der wichtigsten Personalie für die Münchner steht eine Entscheidung aus. Real Madrid wirbt offensiv um Franck Ribéry. Gestern hatte sich Präsident Franz Beckenbauer via "Bild"-Zeitung in den Poker eingemischt und deutlich Stellung bezogen: "Ich sehe nur zwei Lösungen: Ribéry verlängert vorzeitig seinen Vertrag, damit das Wechsel-Thema vom Tisch ist. Oder wir erteilen die Freigabe", sagte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeister der "Bild"- Zeitung. Dabei würde Beckenbauer die erste Lösung, eine vorzeitige Verlängerung des noch bis 30. Juni 2011 laufenden Kontraktes, bevorzugen. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass Bayern ohne Ribéry besser ist", sagte der 63-Jährige.

Ribéry flirtet mit Real

Nach dem öffentlichen Werben von Real-Präsident Florentino Perez hat sich auch Ribéry nicht abgeneigt gezeigt. "Die Geschichte bewegt mich, sie ist nicht einfach zu verdauen. Ich werde jetzt abwarten, was passiert", sagte er im französischen Fernsehen. Das spanische Sportblatt "Marca" hatte Ribéry nach dem 1:0 mit der französischen Nationalmannschaft im Länderspiel gegen die Türkei mit der Aussage zitiert: "Ich ziehe Real Madrid vor." Im TV-Sender "Telefoot" schloss Ribéry am Wochenende lediglich einen Wechsel nach England aus, dort waren der FC Chelsea und Manchester United als Interessenten gehandelt worden.

Inzwischen wird bereits über mögliche Transfer-Pakete spekuliert, die einen Ribéry-Wechsel zu Real Madrid auch für den abgebenden FC Bayern reizvoll erscheinen ließen. Neben einer Ablösesumme von rund 60 Millionen Euro könnten die Spanier den Bayern-Verantwortlichen als Zugabe aus ihrem Kader die niederländischen Profis Wesley Sneijder (24), Arjen Robben (25) oder den Ex-Hamburger Rafael van der Vaart (26) anbieten. Der neue Bayern-Trainer Louis van Gaal soll zumindest viel von einem Spielmacher wie Sneijder und einem Außenstürmer wie Robben halten. Allerdings berichten spanische Zeitungen, dass Sneijder nicht vorhabe, Real zu verlassen.

Sollte der Ribéry die Bayern tatsächlich in Richtung spanische Hauptstadt verlassen, wäre er der teuerste Spieler, der jemals aus der Bundesliga ins Ausland gewechselt ist. Hatte Manager Uli Hoeneß Angebote aus England für den französischen Nationalspieler noch abgelehnt, sieht die Lage im Falle des spanischen Rekordmeisters anders aus. Mit 60 Millionen + X wird die Summe genannt, bei der Hoeneß schwach werden könnte.

Auch in andere Mannschaftsteile soll weiter investiert werden. Die Verpflichtung von Schalke-Keeper Manuel Neuer haben Rummenige und Hoeneß noch nicht aufgegeben. Im Angriff steht vielleicht der Abgang von Luca Toni bevor. Der Weltmeister von 2006 darf sich einen neuen Club suchen. Wolfsburg soll Interesse angemeldet haben, außerdem Milan und Inter Mailand.

SID/DPA/tis / DPA

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