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Kampf gegen Rassismus Drei Tage Stille: Premier-League-Klubs boykottieren Instagram, Facebook und Twitter

Spieler von Aston Villa und West Bromwich Albion knien vor ihrer Partie, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen
Spieler von Aston Villa und West Bromwich Albion knien vor ihrer Partie, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen
© Mike Egerton / DPA
Die Premier League hat ein massives Rassismus-Problem. Die Beleidigungen von schwarzen Profis in den sozialen Medien sind alltäglich. Deshalb werden Instagram und Co. am Wochenende auf Postings der Stars verzichten müssen.

Die Beleidigungen passieren jeden Tag. Nur ein paar Beispiele: Manchester United-Profi Fred unterlief im Pokalspiel gegen Leicester City ein Fehler, der zu einem Gegentor führte. Sein Team verlor das Spiel und flog aus dem Wettbewerb. Danach wurde Fred in den sozialen Medien wie Instagram oder Twitter zur Zielscheibe übler rassistischer Beleidigungen. Zuletzt traf es Stars wie Marcus Rashord, ebenfalls von Manchester United, oder Sadio Mané vom FC Liverpool. Im vergangenen Jahr war es der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger, der sich im Stadion Affenlaute anhören musste. Wahrscheinlich gibt es keinen schwarzen Fußball-Profi in England, der nicht schon rassistisch beleidigt wurde.

Aus Deutschland sind nur zwei Vereine dabei

Aus diesem Grund hat sich die Premier League, stärkste und reichste Liga der Welt, zu einem Boykott der sozialen Medien entschlossen, wo die meisten rassistischen Beleidigungen im Schutz der Anonymität stattfinden. Die Forderung lautet, dass Facebook, Instagram und Twitter "mehr tun" müssen gegen Hassbotschaften im Netz und für den "Kampf gegen Diskriminierung", wie der englische Fußball-Verband mitteilte. "Jede Art von Rassismus ist inakzeptabel und die schockierenden Beleidigungen, die Spieler in sozialen Netzwerken hinnehmen müssen, müssen ein Ende haben", forderte Premier-League-Chef Richard Masters.

Von Freitag 15 Uhr bis einschließlich Montag wird kein Klub, kein Profi und kein Trainer irgendetwas posten. Vereine unterer Spielklassen und die englische Frauen-Liga beteiligen sich an der Aktion. Die Uefa steigt ebenfalls mit ein. Sogar Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton kündigte an, die Aktion zu unterstützen. Aus Deutschland wollen immerhin die TSG Hoffenheim und der FC St. Pauli mitmachen. Auch Mitglieder der TSG seien zuletzt übel beschimpft oder mit rassistischen Aussagen beleidigt worden, erklärten die Hoffenheimer.

Quellen: DPA, "BBC", "CNA"

tis

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