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Das müssen Sie zur WM-Nacht wissen Gebissen, verarscht - und dann auch noch Rücken


Viel Pech für die Azzurri: Mit Italien verabschiedet sich ein weiteres europäisches Spitzenteam, dafür retten sich die Griechen in letzter Minute. Suárez muss nach seinem Biss mit Folgen rechnen.
Von Carina Braun

Noch mehr Tore, noch mehr Aufreger, noch mehr Favoritenstürze: Italien muss nach einem von Fehlentscheidungen geprägten Spiel nach Hause fahren, Griechenland rettet sich mit einem Last-Minute-Elfer ins Achtelfinale. Japan und die Elfenbeinküste verabschieden sich. Und dann war da natürlich Luis Suárez, der seine Zähne herzhaft in Gegenspieler Chiellini schlug. Was war das schönste Tor des Tages? Und wie läuft es bei den Deutschen vor dem Spiel gegen die USA? Das sollten Sie zu den Spielen der letzten Nacht wissen.

So liefen die Spiele

Costa Rica - England 0:0 - Hier geht's zum Spielbericht.


Italien - Uruguay 0:1 - Hier geht's zum Spielbericht.


Griechenland - Elfenbeinküste 2:1 - Hier geht's zum Spielbericht.


Japan - Kolumbien 1:4 - Hier geht's zum Spielbericht.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das entscheidende 1:0 von Uruguay. Nicht nur, weil es das Ende Italiens bei dieser WM besiegelte und einem unrühmlichen Spiel die Krone aufsetzte. Der Treffer war auch an sich ein Kuriosum: Er prallte vom Rücken des zum Kopfball bereiten Diego Godin ins Netz.

Der Aufreger des Abends

Es kann an diesem Tag keinen anderen geben: Bei einem Angriff in der 79. Minute steht Uruguays Stürmerstar Suárez im Rücken des Italieners Giorgio Chiellini, als offensichtlich irgendwas in seinem Nervensystem aussetzt. Ganz kurz nur visiert er die Schulter des Gegenspielers an, um dann den Kopf nach vorne zu stoßen und kräftig zuzubeißen. Eine Szene, die eine der denkwürdigsten dieser WM werden dürfte und im Netz fleißig kommentiert wurde.


Das sagt das Stern_Sofa

So hat das Stern_Sofa die Begegnung im WMWohnzimmer gesehen.

Gewinner des Abends

... sind die Griechen. Sie stehen zum ersten Mal in ihrer Geschichte im WM-Achtelfinale und haben es auch tatsächlich mit mehr als einem Tor geschafft. Nach dem 1:0 glich die Elfenbeinküste noch einmal aus, erst in der Nachspielzeit verwandelte Georgios Samaras den erlösenden Elfmeter. Mit minimalem Aufwand schleicht Griechenland damit an Titelanwärtern wie Spanien vorbei. Und vielleicht geht es noch weiter: In der nächsten Runde wartet mit Costa Rica eine zumindest vom Namen her lösbare Aufgabe...

Verlierer des Abends

Ganz klar: Italien. Erst zeigt Schiri Marco Rodriguez dem Juventus-Spieler Marchisio nach einem mittelmäßigen Foul die rote Karte. Dann übersieht er, wie Suárez Chiellini beißt. Und dann köpft auch noch Uruguays Godin so glücklich daneben, dass er mit dem Rücken das entscheidende 1:0 erzielt. Gerade in Deutschland reagiert man ja gerne schadenfroh, wenn es um die Azzurri geht, und auch die gezeigten Leistungen Italiens waren dürftig. Aber so ein Aus ist wirklich bitter. Der erste Kopf ist schon gerollt: Der bedächtige Trainer Prandelli hat seinen Rücktritt erklärt. Die Schiri-Leistungen sind und bleiben der fade Beigeschmack dieser WM.

Bild des Abends

Weil wir nun schon so viel über Suárez und Fehlentscheidungen geredet haben, widmen wir diese Kategorie mal der vielleicht fairsten Szene des Spieltags: 19 Minuten lang stand die Elfenbeinküste nach ihrem Ausgleich im Achtelfinale, erst in letzter Minute zerplatzte der Traum. Griechenlands Elfmeterschütze Georgio Samaras fand die Zeit, den ivorischen Schlussmann Boubacar Barry zu trösten. Schön.

Wie läuft's bei Deutschland?

Gute Nachrichten aus dem deutschen Lager: Alle Spieler sind fit und haben das Geheimtraining vor dem Spiel gegen die USA absolviert. Weil ein Unentschieden beiden Mannschaften reichen würde und Jogi und Jürgen sich gut leiden mögen, sprechen aber alle wieder von Gijón. Dort konnten sich Deutschland und Österreich vor 32 Jahren bekanntlich auf ein beiden Seiten genehmes Ergebnis einigen. Thomas Müller verweist auf sein lädiertes Auge und stellt klar: "Wer mich nach dem Ghana-Spiel anschaut, sieht, dass ein Unentschieden keine Option ist."

In Recife, dem Austragungsort des morgigen Spiels, bezog die DFB-Elf jedenfalls in der Nacht schon mal Quartier.

Frage des Abends: Was passiert jetzt mit Suárez?

So eine Situation gab es bisher noch nicht, schließlich ist Suárez Wiederholungstäter. Zweimal schon hat der Stürmer mit Beißattacken von sich reden gemacht, erst zu Saisonbeginn musste er beim FC Liverpool deswegen noch sechs Spiele
aussetzen. Ob und wie lange er nun nachträglich gesperrt wird, hängt vom Bericht
des mexikanischen Schiedsrichters Marco Rodriguez ab. Erwähnt er den Vorfall nicht, können die Fifa-Ermittler
nachträglich anhand der TV-Bilder aktiv werden. Gibt Rodriguez an, die Situation gesehen und bewertet zu haben, ist
ein nachträgliches Einschreiten wegen der Tatsachenentscheidung eigentlich nicht mehr möglich. Eine
Ausnahmeregelung wäre laut Fifa-Disziplinarcode allerdings bei "offensichtlichen Fehlern" möglich. Als Minimalstrafe für ein Vergehen wie eine Beißattacke sieht der Code eine Sperre von zwei Spielen vor. Aufgrund der Vorgeschichte dürfte es bei Suárez dann aber deutlich länger werden.
 

Das dürfen Sie heute nicht verpassen

Zwei Titelanwärter spielen heute: Argentinien ist in Gruppe F schon durch und kann sich gegen Nigeria mit einem Unentschieden den Gruppensieg sichern. Mit Frankreich gegen Ecuador kommt es auch in Gruppe E zum Duell der beiden Führenden. Bei einem Sieg der Südamerikaner und der Schweiz im Parallelspiel müsste hier ein Team mit zwei Siegen nach Hause fahren. Die Franzosen wird's aber nicht mehr erwischen: Die sind dank ihres Torverhältnisses so gut wie durch.

Nigeria - Argentinien (18 Uhr)

Bosnien-Herzegowina - Iran (18 Uhr)

Honduras - Schweiz (22 Uhr)

Ecuador - Frankreich (22 Uhr)

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