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Benimmregeln für Löw und Co.: Nicht popeln, keine Nägel kauen, Ruhe bewahren

Nicht nur die Spieler, auch die Trainer stehen bei der WM im Fokus. Manche geben dabei eine mehr oder minder elegante Vorstellung ab. Höchste Zeit für zehn stern-Benimmregeln.

Nach dem starken 4:0-WM-Auftaktsieg Deutschlands gegen Portugal sorgte der Handschlag zwischen DFB-Coach Jogi Löw und Superstar Cristiano Ronaldo im Netz für Spott und Häme. Der Grund: Löw war nach Spielende beobachtet worden, wie er in der Nase bohrte und Ronaldo anschließend die Hand gab. Ein Unding - findet auch die stern-Redaktion und hat deshalb zehn Benimmregeln für die in Brasilien tätigen Fußball-Nationaltrainer aufgestellt:

1. Kleide dich dem Anlass entsprechend

In Zeiten, wo Fußball-Vereine hochprofessionalisierte und millionenschwere Unternehmen sind, wirken Trainingsanzüge an der Seitenlinie - die Auswechselspieler einmal ausgenommen - nicht zeitgemäß. Das gilt natürlich insbesondere bei einer WM, wo neben der eigenen Nation die ganze Welt zuschaut.

2. Popeln ist absolut tabu

Sollte eigentlich selbstverständlich sein - gerade, wenn Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt live dabei sind. Geht es aber doch nicht ohne, scheint die Halbzeitpause in der Kabine wohl noch am ehesten geeignet ...

3. Fingernägelkauen ebenfalls

4. Diskutiere mit den Fifa-Offiziellen immer sachlich

Klar, es gibt Situationen, in denen einem Trainer der Kragen platzen kann. Vor allem der vierte Offizielle kann für Fehlentscheidungen in der Regel herzlich wenig. Wie so oft gilt bei Beschwerden - berechtigt oder unberechtigt - deshalb auch hier: Der Ton macht die Musik!

5. Führe dich nicht als Schauspieler auf

6. Verhalte dich auch abseits des Platzes wie ein Vorbild

Erst der Döner-Wurf, dann der Pinkel-Skandal: Jogi Löw musste Kevin Großkreutz zuletzt wegen einiger Fehltritte die Leviten lesen. Der Bundestrainer sorgte allerdings selbst für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er seinen Führerschein wegen wiederholt zu hoher Geschwindigkeit abgeben muss. So ist man kein Vorbild für die Jugend!

7. Werde nicht handgreiflich

Egal wie wütend ein Trainer am Ende eines Spiels auch ist: Handgreiflichkeiten haben auf dem Spielfeld rein gar nichts verloren!

8. Die Pressekonferenz ist Pflicht

Weil ihn Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, während des Spiels beschimpft haben soll, ließ Gertjan Verbeek, damals Coach von Nürnberg, die Pressekonferenz aus Protest aus. Wir finden: Wie im Kindergarten und im harten Profi-Geschäft eher komisch anmutend.

9. Zeige Fans den nötigen Respekt

Nicht immer sind Trainer und Fans einer Meinung. Ersterer sollte seine Emotionen trotzdem immer im Griff haben. Es gehört zu seinem Beruf, dass er kritisiert wird.

10. Genau wie den Journalisten

Journalisten können unangenehme Fragen stellen - eine böse Absicht steckt in den wenigsten Fällen dahinter. Es ist ihr Job. Dass man als Trainer natürlich mal einen schlechten Tag haben kann, steht außer Frage. Doch selbst dann sollte man professionell bleiben - oder das Ärgernis so humorvoll ansprechen, wie es einst Rudi Völler tat.

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