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Fußball-WM 2014: Traum-Auftakt! Deutschland schlägt Portugal 4:0

So kann es weitergehen! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schlägt Portugal zum Auftakt deutlich. Ein Bayern-Spieler brilliert beim beeindruckenden 4:0-Sieg.

WM-"Bomber" Thomas Müller und seine hitzefesten
Kollegen haben Fußball-Deutschland sofort in Party-Stimmung versetzt. Mit dem 4:0 (3:0) gegen Portugal hat die DFB-Auswahl am Montag in ihrem 100. WM-Spiel nicht nur Cristiano Ronaldo entzaubert, sondern auch bei der Titel-Konkurrenz für den erhofften "Wow"-Effekt gesorgt.

Vor 51.081 Zuschauern in der Arena Fonte Nova in Salvador trafen
Müller mit seinen WM-Toren sechs bis acht (12./Foulelfmeter, 45.+1,
78.) sowie Mats Hummels mit einem wuchtigen Kopfball (32.) für das
von Bundestrainer Joachim Löw glänzend eingestellte und auf den Punkt fitte deutsche Team. Letztmals waren Miroslav Klose 2002 drei Tore für Deutschland in einem WM-Auftaktspiel gelungen.

Offensivreihe spielt Portugiesen schwindelig

Das neue 4-3-3-System ging voll auf - und auch die letzte personelle Entscheidung mit Mario Götze in der Startelf saß. Nach der Roten Karte für Portugals Abwehrchef Pepe nach einer Tätlichkeit gegen den in der Sturmspitze bärenstarken Müller in der 37. Minute hatte die deutsche Mannschaft endgültig freie Bahn zu dem von Löw erhofften "Start nach Maß" in die Titelmission in Brasilien. Mit einem weiteren Erfolg am Samstag in Fortaleza gegen Ghana kann das Team nun schon die Weichen für das Achtelfinale stellen. Auch vor vier Jahren war dem Team in Südafrika zum Auftakt gegen Australien ein 4:0 gelungen.



Mit seinen mutigen Personalentscheidungen lag Löw beim Start in sein viertes Turnier goldrichtig. Vor allem das flexible Spiel der
offensiven Dreierreihe mit Mesut Özil, Müller und Götze stellte die
Portugiesen vor schier unlösbare Probleme. Aber auch die Abwehr mit vier gelernten Innenverteidigern machte ihre Sache zur Freude der etwa 10.000 deutschen Fans und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Arena Fonte Nova ausgezeichnet.

Jerome Boateng ließ dem gefürchteten Cristiano Ronaldo wie schon zum EM-Start vor zwei Jahren praktisch keinen Stich. Sehr aufmerksam agierten Per Mertesacker und Hummels im Zentrum. Der Dortmunder krönte seine Vorstellung mit seinem dritten Länderspieltor. In der 72. Minute sorgte Hummels für eine Schrecksekunde, als er angeschlagen vom Feld humpelte. Für ihn kam Shkodran Mustafi.

Schweißtreibende Temperaturen

Vom defensiven Mittelfeld-Trio fiel allein Kapitän Philipp Lahm mit
ein paar Ballverlusten ein wenig ab, während die laufstarken Toni
Kroos und Sami Khedira immer wieder ankurbelten und den Weg nach
vorne suchten. In vorderster Front machte WM-Torschützenkönig Müller
in seinem 50. Länderspiel mit drei Treffern da weiter, wo er 2010 in
Südafrika aufgehört hatte. Ein Dreierpack war ihm zuvor im DFB-Trikot
noch nie gelungen.

Bei schweißtreibenden Temperaturen nahe 30 Grad führten zwei schwere
individuelle Fehler zu den ersten großen Chancen des Spiels. Als sich
Kapitän Philipp Lahm 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball von Raul
Meireles abluchsen ließ, hatte Ronaldo auf der linken Seite freie
Bahn, doch Manuel Neuer war auf dem Posten (8.). Sekunden später
eröffnete auf der Gegenseite ein missratener Abschlag von Portugals
Keeper Rui Patricio Khedira die Möglichkeit zur Führung, doch der
Wahl-Spanier schoss etwas überhastet am leeren Tor vorbei.

Müller, Müller und wieder Müller

Dann leitete die erste gelungene Kombination der Offensivreihe die
Führung ein. Nach einer Ballstafette über Özil und Müller wurde Götze
im Strafraum von Joao Pereira am Arm festgehalten und ging zu Boden.
Müller bewies Nervenstärke und verwandelte dem von serbischen Referee
Milorad Mazic verhängten Strafstoß sicher zum 1:0 - sein erstes
Länderspieltor per Elfmeter.

Die deutsche Elf kontrollierte das Spiel nun fast nach Belieben.
Gefährlich wurde es immer dann, wenn in der Spitze die beweglichen
Özil oder Götze angespielt wurden. In der 31. Minute bediente Özil
von rechts Götze, dessen Schuss zum Eckball abgefälscht wurde. Den
von Toni Kroos nach innen geschlagenen Ball wuchtete Hummels mit dem
Kopf zum 2:0 in die Maschen. Da hielt es auch die Bundeskanzlerin
nicht mehr auf ihrem Sitz. Stehend applaudierte Merkel dem Team.

Abstauber-Tor zum Endstand

Nach der Roten Karte gegen Real-Madrid-Profi Pepe, der Müller erst
die Hand ins Gesicht schlug und dem am Boden liegenden Münchner dann
noch einen Kopfstoß verpasste, war die Parte nach 37 Minuten
praktisch endgültig entschieden. Dies drückte sich mit dem 3:0 von
Müller, der ein Zuspiel von Kroos aus der Drehung verwertete, noch
vor der Pause auch zahlenmäßig aus. Höher hatte eine deutsche
Mannschaft zur Halbzeit eines WM-Spiels zuletzt 2002 gegen
Saudi-Arabien geführt, als es nach dem 4:0 zur Pause am Ende 8:0
hieß.

Sechs Minuten nach Wiederanstoß demonstrierte Özil einmal mehr seine
Schwäche im Abschluss, als er Rui Patricio etwas lässig anschoss und
damit das sicher scheinende vierte Tor vergab. Auch Götze (69.)
schaffte es aus aussichtsreicher Position nicht, den nächsten Treffer
nachzulegen. Das gelang dafür Müller zwölf Minuten vor dem Ende in
einer Art und Weise, wie man es früher vor allem von seinem
Namensvetter Gerd kannte: Mit einem Abstauber im Fünf-Meter-Raum.

Reaktionen

Jerome Boateng: "Wir haben von Anfang an Druck gemacht und unsere
Angriffe auch zu Ende gespielt. Es war eine tolle
Mannschaftsleistung. Jeder hat für den anderen abgesichert."

Thomas Müller: "Drei Tore im Auftaktspiel einer Weltmeisterschaft
gegen so einen Gegner, das ist natürlich etwas Herrliches. Da war
eines schöner als das andere. Wenn man nach zwölf Minuten 1:0 führt,
gibt einem das natürlich einen großen Schub."

Meireles Zeigefinger sorgen für Wirbel

Auf den ersten Blick wirkt es, als zeige Portugals Raul Meireles dem Schiedsrichter im Rücken zweimal den Stinkefinger. Doch beim genauen hinsehen wird klar: Es sind die Zeigefinger. Im Netz wird bereits diskutiert: Muss das nun auch geahndet werden?

feh/DPA / DPA

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