HOME

WM-Eröffnung in Russland: Heute ist sein großer Tag - wie Putin mit der WM zur Propaganda-Show ansetzt

Russland eröffnet mit dem Spiel gegen Saudi-Arabien die WM. Kremlchef Putin wird das Megaevent zur Selbstinszenierung wie bei Olympia in Sotschi nutzen - aber es wird sich kaum ein westlicher Politiker an seiner Seite blicken lassen.

Wladimir Putin spricht beim 68. Fifa-Kongress in Moskau

Wladimir Putin spricht beim 68. Fifa-Kongress in Moskau

Getty Images

Eine weitere Propaganda-Show à la Sotschi oder doch die von der Fifa voreilig ausgerufene "beste WM aller Zeiten"? Wenn 1432 Tage nach der deutschen Sternstunde von Rio am heutigen Donnerstag der Vorhang für die 21. Fußball-Weltmeisterschaft im Luschniki-Stadion fällt, ist die Bühne im Riesenreich Russland jedenfalls bereitet. Wladimir Putin hat keine Kosten und Mühen gescheut und wird sein Megaprojekt vor allem als Selbstinszenierung nutzen. Ob Fifa-Kongress oder Eröffnungsfeier - in diesen Tag läuft nichts ohne den Kremlchef.

Putin verspricht ein Fest "voller Leidenschaft und Emotionen". Die Strahlkraft von Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Neymar soll an den 32 Turniertagen all die Kritikpunkte wie Korruption, Doping, Menschenrechte, Rassismus oder Hooligan-Gewalt vergessen lassen. Weltoffen will sich Russland präsentieren, nachdem es die Welt mit seiner Beteiligung am Bürgerkrieg in Syrien, der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim oder mit dem Konflikt in der Ostukraine gegen sich aufgebracht hat. "Sie werden es überall erfahren, dass wir gastfreundliche Menschen sind. Die Fans werden sicher so begeistert sein, dass sie zurückkommen möchten", sagte Putin in seiner Rede vor dem Fifa-Kongress am Mittwoch. 

Nur Gerhard Schröder wird neben Wladimir Putin sitzen

Beim Eröffnungsspiel zwischen der Gastgeber-Elf und Saudi-Arabien am Donnerstag (ab 17.00 Uhr im stern-Liveticker) wird er in der Ehrenloge vielleicht mit seinem Freund Gerhard Schröder, aber kaum mit westlichen Staatschefs anstoßen können. Großbritanniens Außenminister Boris Johnson hatte das Turnier im Zuge der Affäre um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal gar mit den Nazi-Spielen 1936 in Berlin verglichen. Der Kreml fühlt sich indes zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Wladimir Putin spricht beim 68. Fifa-Kongress in Moskau

Wladimir Putin spricht beim 68. Fifa-Kongress in Moskau

Getty Images

Russlands Ruf ist in der westlichen Welt ähnlich angekratzt wie der des Weltverbandes Fifa. Da verwundert es kaum, dass sich Fifa-Chef Gianni Infantino und Putin verbal die Bälle zuspielen. "Russland ist zu 100 Prozent bereit. Die ganze Welt wird erleben, wie gastfreundlich dieses Land ist und wie die Organisation funktionieren wird", schwärmt Infantino in Superlativen.

Rund zehn Milliarden Euro - so viel wie bei keiner WM zuvor - hat sich Russland das Spektakel kosten lassen und generalstabsmäßig durchgeplant. Was die Fans erwarten können, ist Perfektionismus auf vielen Ebenen. Ob es auch herzlich zugeht wie beim Sommermärchen 2006? Eishockey-Fan Putin will sich als generöser Gastgeber zeigen.

Mehr als eine Million Fans aus dem Ausland

Die mehr als eine Million Fans aus dem Ausland können mit einer Fan-ID statt eines Visums ins Land und dürfen kostenfrei die langen Strecken über tausende Kilometer in vier Zeitzonen zurücklegen. In einem Land, wo Bürger- und Menschenrechte eingeschränkt sind, sollen sich die Fans frei bewegen können. Die zwölf Stadien sind rechtzeitig fertig, entsprechen internationalem Topniveau und sind wie in Moskau "auf Hochglanz geputzt" (Bürgermeister Sergej Sobjanin).

Für die Sicherheit hat Russland weit mehr als die 1,4 Milliarden für die Sotschi-Spiele investiert. Hunderttausende Polizisten, Soldaten und Nationalgardisten sind im Einsatz, unterstützt von Beamten aus 33 Ländern. Sogar Kriegsschiffe werden mobilisiert. Hässliche Szenen wie die Hooligan-Ausschreitungen russischer Fans bei der EM 2016 in Marseille will Putin genauso verhindern wie mögliche Terroranschläge.

tis / vit / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.