Athen 2004 Der Bann ist gebrochen


Endlich! Yvonne Bönisch holt auf der Judo-Matte das erste Gold für Deutschland in Athen und unsere Synchronspringer erreichen Silber.

Yvonne Bönisch ist auf der Judo-Matte der goldene Wurf gelungen. Die 23-Jährige aus Potsdam gewann am Montag das Finale der Kategorie bis 57 kg und holte den ersten Sieg für die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Athen.

Yvonne Bönisch wuchs förmlich über sich hinaus. In einer Neuauflage des vorjährigen WM-Finals ließ sie der Nordkoreanerin Kye Sun Hui keine Chance. Bereits in der Vorrunde hatte die 23-Jährige Sydney-Olympiasiegerin Isabel Fernandez aus Spanien ausgeschaltet. Mit jeweils ein Mal Gold, Silber und Bronze schob sich das deutsche Team in der Medaillenwertung auf Platz zehn. In Führung liegt nach 36 von 301 Entscheidungen China (9/4/1) vor Australien (6/2/4).

Franzi im Halbfinale

Die Schwimmerinnen fanden wieder nicht in die Erfolgsspur. Weltmeisterin Antje Buschschulte kam über 100 m Rücken nicht über Platz sechs hinaus, Sarah Poewe wurde über 100 m Brust Fünfte - und selbst Franziska van Almsick muss sich erheblich steigern, um ihre Gold-Mission zu erfüllen. Die Weltrekordlerin aus Berlin zog nur mit der sechstbesten Zeit in den Endlauf über 200 m Freistil an diesem Dienstag ein.

Franziska van Almsick ließ auch im Halbfinale die erhoffte Souveränität vermissen und kam in 1:59,13 Minuten nur auf die sechste Zeit. «Bis morgen muss sich grundlegend etwas ändern», gab die Weltrekordlerin zu. Antje Buschschulte und Sarah Poewe hatten in ihren Rennen mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun.

Silber für Synchronspringer

Andreas Wels und Tobias Schellenberg sprangen vom Drei-Meter-Brett zu Silber. Nach der Pleite der Schwimmerinnen sorgten die Wasserspringer im Synchron-Wettbewerb für einen versöhnlichen Ausklang des dritten Wettkampftages bei den Olympischen Spielen in Athen.

Auch die Florett-Herren schwächeln

Die hoch gewetteten Florett-Herren konnten die deutschen Fechter nicht aus dem Tief herausführen. Weltmeister Peter Joppich schied als letzter des Trios im Viertelfinale aus. Schon in der Runde der letzten 32 war für Ralf Bißdorf und Andre Weßels Endstation. Olympiasieger wurde der Franzose Brice Guyart.

Der Triumph von Ian Thorpe

Im Duell der Schwimm-Giganten mit Michael Phelps ging Ian Thorpe mit 2:1 in Führung. Der Australier gewann über 200 m Freistil, sein Rivale aus den USA belegte hinter dem Niederländer Pieter van den Hoogenband nur den Bronze-Rang.

Schüttler raus

Rainer Schüttler und Florian Mayer konnten Nicolas Kiefer und Thomas Haas nicht in die zweite Runde des olympischen Tennis-Turniers folgen. Medaillen-Aspirant Schüttler unterlag dem Russen Igor Andrejew mit 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 3:6. Nachrücker Mayer verlor gegen den Tschechen Tomas Berdych mit 3:6, 5:7.

Segel-Wettbewerbe vom Winde verweht

Böiger Wind beeinträchtigte das Programm am dritten Wettkampftag zum Teil erheblich. Die Hoffnungsläufe der Ruderer fielen dem «Meltemi» ganz zum Opfer und auch in vier Segelklassen mussten die Boote im Hafen bleiben. Aufgrund ungünstiger Windprognosen droht dem Ruder-Programm an den kommenden Tagen ein Terminchaos.

Wenigstens Dressurreiter erfüllen Erwartungen

Auf Medaillenkurs lagen die deutschen Vielseitigkeitsreiter als Dritte nach der Dressur. Im Einzel belegte Bettina Hoy vor dem Geländeritt ebenfalls den dritten Rang. Tischtennis-Hoffnung Timo Boll gewann gemeinsam mit Zoltan Fejer-Konnerth sein erstes Spiel in der Doppel-Konkurrenz. Mit Witali Tajbert im Federgewicht erreichte ein weiterer deutscher Boxer das Achtelfinale. Die gleiche Runde erreichten Markus Dieckmann/Jonas Reckermann mit ihrem zweiten Vorrundensieg im Beachvolleyball. Die deutschen Volleyballerinnen kassierten dagegen beim 1:3 gegen Vizeweltmeister USA die erste Niederlage.

Für Judith Arndt bleibt der «Stinkefinger» bei der Zieldurchfahrt im Straßenrennen ohne Konsequenzen. Weder das Nationale Olympische Komitee (NOK) noch der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wollen die Silbermedaillen-Gewinnerin bestrafen. Lediglich der Weltverband UCI verhängte eine Geldbuße von 200 Schweizer Franken.

DPA DPA

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