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LEICHTATHLETIK-EM: Bartels holt erste Medaille für DLV-Team

Kugelstoßer Ralf Bartels hat den deutschen Leichtathleten zum Auftakt der 18. Europameisterschaften in München überraschend Bronze beschert.

Kugelstoßer Ralf Bartels hat den deutschen Leichtathleten zum Auftakt der 18. Europameisterschaften in München überraschend Bronze beschert, doch das Glanzlicht setzte die Britin Paula Radcliffe an dem völlig verregneten Dienstagabend im Olympiastadion auf. Die 28-Jährige spulte die 25 Runden in 30:01,09 Minuten herunter und blieb damit knapp 13 Sekunden unter der 16 Jahre alten Bestmarke der Norwegerin Ingrid Kristiansen. Der Neubrandenburger Bartels wurde mit 20,58 m strahlender Dritter hinter dem Ukrainer Juri Bilonog (21,37) und dem Dänen Joachim Olsen (21,16). Zweite über 10 000 m wurde die irische Titelverteidigerin Sonia O?Sullivan (30:47,59) vor der Russin Ljudmila Biktaschewa (31:04,00).

Wasserschlacht der Geher

Für einen weiteren Lichtblick aus Sicht der Gastgeber sorgte 400-m-Vize-Weltmeister Ingo Schultz mit der drittschnellsten Vorlaufzeit, für die kalte Dusche das kläglich gescheiterte Hammerwerfer-Trio. Vor der »Wasserschlacht« der Geher hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die sechstägige Leistungsschau der europäischen Leichtathleten offiziell eröffnet.

Fernandez Auftaktsieger

Die 29.000 Zuschauer im Olympiastadion feierten den spanischen Auftaktsieger Francisco Fernandez, der über 20 km Gehen nach 1:18:37 Stunden regelrecht ins Ziel stürmte und trotz der widrigen Bedingungen seine Weltbestzeit nur um 1:15 Minuten verfehlte. Silber ging an den Russen Wladimir Andrejew (1:19:56) vor dem Spanier Juan Molina (1:20:36). Bester Deutscher wurde Andre Höhne (Berlin) als 11.

Viertelmeiler Schultz gewann seinen Vorlauf trotz eines Fehlstarts locker in 45,79 Sekunden und steht im Halbfinale. Der Dortmunder erlebte bei seiner EM-Premiere aber eine Schrecksekunde: Ihm wurde ein Fehlstart angelastet. »Ich war mir nicht bewusst, dass ich einen gemacht habe«, meinte der Dortmunder verwundert. Unter Beobachtung seiner Freundin Antje Buschschulte, die jüngst bei der Schwimm-EM Gold mit der Lagenstaffel geholt hatte, lief er trotzdem ein souveränes Rennen.

Comeback für Dreispringer Friedek

Einen gelungenes Comeback nach langer Durststrecke hat Dreispringer Charles Friedek aus Leverkusen gefeiert. Der Weltmeister von 1999 greift nach seinen 16,77 m in der Qualifikation am Donnerstag erstmals seit drei Jahren wieder nach einer internationalen Medaille. »Ich will einfach zeigen, dass ich wieder da bin - und vorne mitspringen«, meinte der deutsche Meister.

Bei herbstlicher Kühle zitterte sich die viermalige Weitsprung- Europameisterin Heike Drechsler (Karlsruhe) mit nur einem gültigen Versuch (6,41 m) ebenso in den Endkampf wie Sofia Schulte (Leverkusen/6,42). »Für technische Disziplinen war heute ein ziemlich blödes Wetter. Aber ich bin Form«, meinte die 37-jährige Drechsler. Im Endkampf stehen auch Hochsprung-Weltmeister Martin Buß (2,20 m) und Speerwerferin Steffi Nerius (beide Leverkusen/60,27 m). Jeweils als Vorlauf-Dritte sprinteten Melanie Paschke aus Wattenscheid (11,36) und die Dortmunderin Sina Schielke (11,53) ins 100-m- Halbfinale. Marc Blume (Wattenscheid) stürmte mit 10,29 in die Vorschlussrunde.

Hammerwerfer versagen auf ganzer Linie

Ein Debakel erlebten dagegen die Hammerwerfer: Karsten Kobs (Dortmund) mit 77,44 m, Holger Klose (Frankfurt/Main) mit 76,98 m und Markus Esser (Leverkusen) mit 70,15 m scheiterten bereits in der Qualifikation. 1500-m-Meister Franek Haschke (Pirna) schied als 9. seines Vorlaufs mit indiskutablen 3:48,56 Minuten aus.

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