HOME
TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": "Obergierige Kapitalisten!": Bei diesen Gründern platzt Georg Kofler der Kragen

In der vierten Folge "Die Höhle der Löwen" bekommen die Zuschauer Fertigeintopf, eine Nagelfeile und eine Plattform für Studienfinanzierung präsentiert. Als Highlight macht indes ein Start-up nicht nur auf ein wichtiges Thema aufmerksam - sondern auch alles falsch.

Im Fokus der Kritik steht die Idee eines Supermarktes für abgelaufenen Lebensmittel

Zuerst kribbelte es in den Fingern, dann wird Georg Kofler sichtlich unruhig. Während die Gründer von "Sirplus", einem Supermarkt für ausrangierte Lebensmittel, runterrattern, wie viele Millionen Umsatz sie für die kommenden Jahre anpeilen, brodelt es in Georg Kofler. "Was mich fundamental stört", legt er los, "ist das moralisierende Schöngerede von eurem Geschäftsmodell!" BAM! Der hat gesessen.

Dabei ist die grundlegende Idee hinter Sirplus sicherlich nicht falsch: Wir schmeißen zu viele Lebensmittel weg. Während auf der einen Seite die Tafeln boomen, landet immer mehr Essbares in der Tonne. Dumm und verschwenderisch, das fanden auch Raphael Fellmer und Martin Schott und gründeten ihre Firma. In Geschäften und im Netz verkaufen sie nun Gurken, die zu krumm sind, und allerlei Lebensmittel, bei denen der Haltbarkeitsstempel sagt, dass man sie nicht mehr essen soll.

Allerdings: Dieses Start-up will Geld mit der Lebensmittel-Rettung verdienen. Und da reißt Kofler die Hutschnur.

Georg Kofler rastet aus

"Ihr kauft Lebensmittel ganz billig ein und verkauft sie teurer weiter", schimpft Kofler. Die Gründer würden in der Höhle der Löwen als Moralapostel antreten, die die Welt retten wollen. "Und kommt dann mit einer Bewertung daher, die euch als obergierige Kapitalisten erscheinen lässt!" 

Das Problem: Die Gründer wollen für gerade einmal sechs Prozent der Firmenanteile satte 700.000 Euro haben. Carsten Maschmeyer streckt sich lässig aus und murmelt: "Das sind elf Millionen". Eine saftige Unternehmensbewertung. Zuletzt hatte das Unternehmen gut eine Million Euro im Jahr umgesetzt.

Lebensmittel-Retter bei "DHDL"

Doch Kofler ist noch lange nicht fertig. Einer Gründer hatte von seinem über fünf Jahre andauernden Geldstreik erzählt. Kein Geld, für nichts, so lebte er. Wohnen, wo gerade Platz ist. Essen, was verschenkt wird. Oder im Müllcontainer danach suchen. Doch Kofler bohrt und entlockt dem Gründer, dass er Kindergeld für seinen Nachwuchs bekommen und dieses Geld für die Beiträge der Krankenkasse genutzt hat. "Reden Sie nicht über Geld-Streik! Wenn Sie das Geld der Anderen nehmen", poltert Kofler. "Dann tun Sie in ihrer moralisierenden Attitüde nicht so, als ob Sie ein besserer Mensch wären!" Und schiebt nach: "Ich kann das schon überhaupt nicht mehr hören, dieses Gewäsch!" Und als der Gründer sich für "dein Statement" bedankt, keift Kofler, dass man nicht beim DU sei! 

Kurz gesagt: Nachdem Kofler die beiden Gründer so dermaßen zusammengestaucht hat, traut sich offenbar keiner der anderen Löwen noch, zu investieren. Vielmehr motzen die nun mit: Was wollen Sie hier? Die Bewertung ist abschreckend! Sie brauchen doch gar keinen Investor! Immerhin: Relevanz hat die Geschäftsidee, darauf können sich alle Löwen einigen.

"Die Höhle der Löwen": Aspuraclip im Test: Hilft der Mini-Inhalator wirklich bei Erkältungen und verstopfter Nase?
Aspucaclip

Schwer verschnupft haben wir den Aspuraclip getestet. Die Variante in Blau soll bei Erkältungsbeschwerden helfen. Mit dem Duft von Eukalyptus, Thymian und Ravensara soll der kleine Inhalator das Atmen erleichtern.

Zwei Deal für zwei Gründer

Nicht ganz so gesellschaftlich relevant sind Nagelfeilen oder Supereintöpfe. Doch im Gegensatz zu Sirplus können die beiden Gründer von LaRibollita (Fabian Zbindens) und MiaMia (Davor Petrovic) sich über einen Deal freuen. Das Doppel-Angebot für die Fertigsüppchen von Nils Glagau und Dagmar Wöhrl, die für 26 Prozent 66.000 Euro anbieten, nimmt Zbindens ohne mit der Wimper zu zucken an. Und Petrovic konnte mit seiner Feile "Mr. Regal" Ralf Dümmel überzeugen. 90.000 Euro blättert er für 25 Prozent der Anteile hin - und nennt das Unternehmen um. Nun heißt die Gitterfeile Miwiam 

+++ Lesen Sie auch: Miwiam im Test: Was taugt die Nagelfeile aus "DHDL"+++

Schwerer hat es da Susanne Kluba. Die Ärztin mit dem Doppel-Doktortitel hat ein Babykissen entwickelt, um Kopfverformungen vorzubeugen. "Schwierig greifbar" sei das Thema für Nils Glagau. Auch Dagmar Wöhrl nickt. Irgendwie wird kein Löwe warm mit dem Thema. Kein Deal.

Das letzte Start-up, das sich um die Kohle der Löwen kloppt, ist "deineStudienfinanzierung". Auf der Plattform zeigen die drei Gründer verpeilten Studenten, wie sie durch Stipendien, BaföG und Co. an Geld kommen. Sie selbst wollen für ihre Geschäftsidee eine halbe Million Euro haben. Am Ende zanken sich Georg Kofler und Frank Thelen um das Start-up. Und der Tech-Experte Thelen bekommt dann auch den Zuschlag. Für Georg Kofler lief's diese Woche einfach nicht.