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Juror in "Die Höhle der Löwen": Wie Jochen Schweizer seine erste Million verdiente

Jochen Schweizer ist Ex-Stuntman, erfolgreicher Unternehmer und sitzt in der Jury der Start-up-Show "Die Höhle der Löwen". Ohne großes Startkapital erarbeitete er sich seinen Wohlstand - und glaubt heute: "Kapital entsteht durch Konsumverzicht".

Von Raphael Moritz

Jochen Schweizer über seine erste Million

Jochen Schweizer ist Unternehmer und sitzt in der Jury der Start-up-Show "Die Höhle der Löwen".

Jochen Schweizer ist mit Abstand der beliebteste Juror in "Die Höhle der Löwen". Der Unternehmer und Extremsportler punktet mit verantwortungsbewusstem Unternehmertum und cleveren Investment-Entscheidungen. Mit den Kollegen vom Wirtschaftsmagazin "Capital" sprach er über seine erste Million, die er verdient hat - und wie er sein Erlebnis-Imperium ohne Startkapital aufgebaut hat.

Capital: Herr Schweizer, Sie …

Schweizer: … warten Sie, ich gehe mal in mein Haus, da verstehen wir uns besser. Vielleicht liegt es an meiner Ohrenentzündung vom Flussschnorcheln.

Flussschnorcheln?
Ja, ich bin am Wochenende mit meinen beiden Söhnen in der Traun gewesen. Es war verdammt kalt. Wir haben uns vielleicht den falschen Tag dafür ausgesucht, aber wir konnten alles sehen: Welse, Forellen, einen stehenden Hecht. Wir sind durch Stromschnellen getaucht. Ein fantastisches Erlebnis.
Nun verkaufen Sie ja solche Erlebnisse: Wie kam es dazu?

Los ging es mit dem Sprung von einer Staumauer in Willy Bogners Film "Feuer, Eis und Dynamit" 1987. Danach wollten alle auf einmal Bungee springen. Das war die Geburt meines Unternehmens. Später habe ich den Vertical Catwalk erfunden …


Was ist denn das?
Das ist eine an Gebäudefassaden inszenierte Show. Dabei tanzen an Seilen gesicherte Models vertikal in die Tiefe. Wir haben solche Shows an mehr als 100 Wolkenkratzern auf der Welt durchgeführt, inklusive Rockefeller Center in New York oder Taipei 101 – dem damals höchsten Gebäude der Welt. Bis heute haben wir über 6000 Events produziert, zum Beispiel die Enthüllung des Brandenburger Tors oder die Eröffnung des Terminal 2 am Münchner Flughafen. Im Internet bieten wir heute über 1500 Erlebnisse zum Verschenken oder Selbsterleben an.


Jochen Schweizer: "An feiern war nicht zu denken"

Woher hatten Sie das Startkapital?
Ich hatte keins.
Klingt schwierig.
Schauen Sie, Karl Marx hat mal geschrieben, Kapital entsteht durch Konsumverzicht. Ich habe privat wenig Geld ausgegeben und das meiste, was ich verdient habe, wieder ins Unternehmen gesteckt.
Wovon haben Sie dann gelebt?
Die Firma und ihre Entwicklung standen im Vordergrund. Das Unternehmen ist dann organisch gewachsen. Mit den Aufträgen kam der Cashflow. Aus sechs Mitarbeitern in den 80er-Jahren wurden über 300.
Erinnern Sie sich daran, wie Sie die erste Million geknackt haben?
Ich kann mich zumindest daran erinnern, als wir zum ersten Mal 1 Million Umsatz gemacht haben. Das war spektakulär. Wir haben 2004 das Erlebnisportal online gestellt und mit 180.000 Euro Umsatz angefangen. Ein Jahr später haben wir auf einen Schlag 3,6 Million Euro Umsatz gemacht, ein gewaltiger Sprung.
Das gab wahrscheinlich ein besonderes Event.
Es war damals eine sehr intensive Zeit. Der Sprung über die 1-Million-Marke hat uns riesig gefreut. Aber an feiern war erst mal nicht zu denken. Die Aufträge mussten ja abgearbeitet werden. Wir haben bis spät in die Nacht eigenhändig Pakete verpackt. Das Feiern haben wir später nachgeholt.
Heute sind Sie Millionär. Wie fühlt sich das an?
Privat kann ich mir nach mehr als 40 Jahren Berufstätigkeit ein angemessenes Domizil leisten. Die wichtigen Millionen sind für mich aber die, die ich nicht privat konsumiert habe, sondern ins Unternehmen reinvestiert habe.
Ist der Chefsessel für einen Extremsportler nicht langweilig?
Er ist hochinteressant. Wenn ich immer noch ausschließlich von Brücken oder Helikoptern springen würde, wäre mein Leben etwas monothematisch verlaufen.

Meine erste Million erscheint monatlich in Capital. Weitere Folgen:Internetunternehmer Fabian HeilemannModedesignerin Jette JoopScanhaus-Chef Friedemann KunzLichtblick-Gründer Heiko von Tschischwitz und Xing-Gründer Lars Hinrichs

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