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Kooperation zwischen Daimler und Renault: Der Partner zum Überleben

Daimler hat sich mit der Partnersuche schwergetan - zu präsent ist noch das Chrysler-Desaster. Nun also Renault. Die beiden Autobauer passen irgendwie nicht zusammen. Trotzdem soll die Allianz die Konzerne in eine bessere Zukunft führen.

Von Heimo Fischer, Lutz Meier und Margret Hucko

Schulter an Schulter schreiten die beiden Manager zur Inszenierung. Die Gesichter sind angespannt, die Augen müde. Doch Dieter Zetsche und Carlos Ghosn spielen ihre Rollen.

Den Pakt zwischen Daimler und Renault -Nissan haben sie ausgehandelt. Nun muss die Partnerschaft noch formal besiegelt werden. Vor allem, damit es Bilder gibt. Bilder, die nicht zuletzt den Zehntausenden Mitarbeitern der drei beteiligten Konzerne deutlich machen sollen, dass ihre Chefs es verdammt ernst meinen.

Kurzfristig haben sie zur gemeinsamen Pressekonferenz nach Brüssel geladen. Zwei Kunstledermappen mit Dokumenten liegen zur Unterschrift bereit. Noch einmal reißt Ghosn die Arme auseinander. "Wir müssen unsere Augen jetzt auf Linie ausrichten", sagt der Renault-Boss zu Zetsche.

"Let's go!", ruft er schließlich und klappt seine Mappe auf. Nach der Unterzeichnung nimmt Ghosn den Kollegen aus Stuttgart am Arm. "Jetzt schauen wir erst nach links, dann in die Mitte, dann nach rechts", sagt er. Zetsche lächelt, hält die Arme ruhig, schweigt. Ghosn gestikuliert. Das Bild ist im Kasten: Einer dirigiert, einer vollzieht.

Zwei erfolgreiche Sanierer

Mit dem Temperament seines neuen Partners wird sich der Daimler-Chef arrangieren müssen. Denn die unterschiedlichen Charaktere an der Spitze der beiden Konzerne sind zur Gemeinsamkeit verdammt.

Immerhin: In ihrer Biografie haben sie einiges gemeinsam. Ghosn wurde Ende der 90er als Sanierer nach Japan geschickt, um den Partner Nissan auf Kurs zu bringen. Auch Zetsche kennt die Tücken eine Firmenehe. Im Jahr 2000 wurde er als Feuerwehrmann von Stuttgart nach Auburn Hills entsandt, um den maroden Autobauer Chrysler wiederzubeleben - als Konzernchef zog er dann die Trennung einer Verbindung durch, die nie hätte vollzogen werden dürfen. Und begrub die Welt AG seines Vorgängers Jürgen Schrempp endgültig.

Nun also ein neuer Anlauf. Noch einmal darf es nicht schiefgehen. Beide Unternehmen brauchen einen Partner: Renault, um das mäßige Image aufzupolieren und die Qualität endlich in den Griff zu kriegen. Daimler hat im vergangenen Jahr die Investoren enttäuscht und einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro eingefahren. Zu teuer ist die Produktion, zu klein die Auswahl an attraktiven Modellen und zu zögerlich die Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe.

Schwierige Balz

Schon lange ist den Managern an der Daimler-Spitze klar, dass der Konzern aus eigener Kraft nicht aus der Krise kommt. "Wir haben schon lange nach einem Partner gesucht", räumt ein Aufsichtsrat ein. "Gespräche gab es viele, unter anderem auch mit VW und BMW." Das wären "sicher die besseren Partner gewesen", findet Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Allianz mit Renault ist nun keine "Hochzeit im Himmel", wie einst das Chrysler-Bündnis bejubelt wurde - sondern eine Zweckgemeinschaft, die dazu verdammt ist zu halten. "Wir wollen sicherstellen, dass es eine langfristige Partnerschaft wird", drückt Ghosn es aus.

Trotz der Parallelen in den Biografien sind der Franzose und der Deutsche so verschieden wie die Konzerne, für die sie stehen. Das Auftreten der beiden Manager lässt erahnen, wo es in der Vernunftehe schon bald knirschen und krachen könnte. Zetsche und Ghosn kommen nicht nur mit verschiedenen Mentalitäten, sondern auch in unterschiedlicher Mission: Der eine ist konfrontiert mit dem Stolz der einst unantastbaren Luxusautoschmiede aus Stuttgart - ein Stolz, der erschüttert wurde durch die Niederlagen der vergangenen Jahre.

Der andere ist umgeben von der Selbstgewissheit der Absolventen der Pariser Eliteschulen, die den einstigen Staatskonzern aus dem Pariser Vorort Boulogne-Billancourt immer noch dominieren - eine Selbstgewissheit, die angesichts des Konkurrenzdrucks brüchig geworden ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Branchenkenner am Sinn der Allianz zweifeln.

Zweifel an Renaults Qualität

Ghosn ist klein, charmant. Beim Reden fuchtelt er mit den Armen, und seine Augenschlitze lachen fast bei jedem Wort. Zetsche bleibt gefasst. Ruhig sitzt er da, der Walrossbart dominiert sein Gesicht. Er blickt konzentriert zu Boden, wenn Ghosn die Welt erklärt. Mit großer Geste spricht der Renault-Chef über die Zwänge der Industrie und die Lösungen, spielt seine Lieblingsrolle - die des Visionärs, der der Autobranche den Takt vorgibt. "Was jetzt geschieht, belegt das, was ich seit mehr als fünf Jahren sage", erklärt er. "Es geht um Größe. Es geht darum, Investitionen zu teilen, Wissen, vorbildhafte Praxis." Zetsche nickt.

Der Daimler-Chef redet bei der Vorstellung des Autopakts fast nur über Daimler, während Ghosn über das große Ganze fabuliert. Der Mann von Renault und Nissan sieht die Chance, seinen alten Nimbus zurückzugewinnen, den er sich mit der Sanierung von Nissan und der Zusammenführung des japanischen Konzerns mit Renault verdient hatte - und den er etwas verloren hat, seit er seine ehrgeizigen Ziele nicht mehr erreichte.

Dabei macht sich der Visionär keine Illusionen: "Wir wissen, welche Bedenken es in Deutschland gibt: Wie steht es mit der Qualität, was ist mit Einmischungen der französischen Regierung?" Zwar hat sich das Qualitätsimage von Renault seit dem Studentenauto R4 weiterentwickelt. Aber die Franzosen sind noch lange nicht dort angelangt, wo sie gern wären. Immerhin führte die Mittelklasselimousine Laguna in der Kundenzufriedenheitsstudie von JD Power im vergangenen Jahr das Segment an. Im aktuellen TÜV-Report allerdings belegen der Kleinwagen Twingo und der Familienvan Espace wieder nur hintere Plätze. "In puncto Qualität sehe ich die größte Beeinträchtigung für die Kooperation", warnt Analyst Pieper. Die kulturellen Unterschiede zwischen Stuttgart, Paris und dem Nissan-Firmensitz in Yokohama werden die Annäherung nicht leicht machen - nicht zuletzt wegen des Staatsanteils an Renault. Denn die Pariser Regierung meldet sich gern energisch zu Wort, wenn etwa die Konzernspitze erwägt, Teile der Produktion an kostengünstige Auslandsstandorte zu verlegen. "Die Kooperation dürfte wesentlich schwerer beherrschbar sein als ein Mehrmarkenkonzern wie VW, wo die wesentlichen Entscheidungen an einem Ort getroffen werden", sagt Autoanalyst Frank Schwope von der Nord/LB.

Synergien bei Kleinwagen

Zetsche kennt die Bedenken gegen den Pakt mit Renault. Ihm sei auch klar, "dass nicht jeder im Unternehmen das schon einsieht". Gleichzeitig aber hofft er auf entscheidende Veränderungen gegenüber den Zeiten, als Daimler mit Chrysler und Mitsubishi kooperierte - und die Stuttgarter Ingenieure nur widerwillig Wissen preisgaben oder gar Ideen der Partner übernahmen.

Die ersten Erfahrungen mit der noch ganz jungen Kooperation machen Zetsche Mut. Etwa die Reaktionen der Ingenieure, die sich in Frankreich einen Vierzylindermotor angeschaut haben, mit dem künftig die Autos der A- und B-Klasse von Mercedes angetrieben werden sollen. Bislang baut Renault das Aggregat beim Clio und Mégane ein - Autos, die man bislang in Stuttgart mit abschätzigen Blicken bedacht hat. "Unsere Spezialisten sind zurückgekommen und haben gesagt, dass dieser Motor hervorragende Voraussetzungen hat", versichert Zetsche. Immer wieder weist er darauf hin, wie wichtig es sei, dass die Mannschaften verstehen, dass die Chefs es mit der Zusammenarbeit ernst meinen. Das sei der Sinn der Überkreuzbeteiligung. "Das Signal soll nach innen wirken", sagt der Daimler-Chef .

Für Zetsche geht es um viel. Durch die Synergien will er in den kommenden fünf Jahren 2 Milliarden Euro einsparen. Alle Vergleiche mit dem Chrysler-Desaster wischt er beiseite: "Das ist ein total anderes Konzept", sagt er. Mit Chrysler sei erst eine Fusion vereinbart worden, und dann habe man sich Gedanken über gemeinsame Projekte gemacht. Bei der Kooperation mit Renault und Nissan sei es umgekehrt gelaufen.

Vorbild: Formel1

"Diesmal geht Daimler die Zusammenarbeit eine Nummer kleiner an", glaubt auch Analyst Schwope: "Es ist ja nur eine Kooperation mit symbolischer Kapitalunterlegung und keine Fusion wie bei Chrysler."

Vielleicht haben die beiden Automanager wirklich Chancen, dieses Mal erfolgreich zu sein - trotz aller Unterschiede in Aussehen und Wesen. Beide sind Weltbürger, beide im Ausland geboren und haben lange dort gelebt. Ghosn hat durch seine Biografie Distanz zur Überheblichkeit der französischen Elitekaste. Zetsche hat sich längst von der Arroganz der schwäbischen Ingenieure entfernt.

Ein gutes Omen gibt es immerhin schon: Am Ende der Veranstaltung werden die Konzernchefs von der Frage überrascht, ob sie auch ihre Formel-1-Teams zusammenlegen. Das nicht, sagt Carlos Ghosn. "Aber beim letzten Rennen hatten die ersten sechs Autos entweder Mercedes- oder Renault-Motoren." So kann es doch weitergehen.

FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(

Von:

Lutz Meier Margret Hucko und Heimo Fischer