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USA Bidens Energie-Offensive der Superlative: Windparks fast entlang gesamter US-Küste geplant

US-Präsident Joe Biden
US-Präsident Joe Biden
© SARAH SILBIGER/ / Picture Alliance
Die US-Regierung von Präsident Biden will den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren und dafür massiv in Windkraft investieren. Die Pläne sind ambitioniert – aber auch umsetzbar?

Innerhalb der nächsten Jahre sollen entlang der US-Küste sieben große Windparks entstehen, die genug Strom für Millionen Haushalte erzeugen und Zehntausende Arbeitsplätze schaffen könnten.

Nach Angaben von Innenministerin Deb Haaland, die auf einer Konferenz der Windkraftindustrie in Boston über die Pläne der US-Regierung von Präsident Joe Biden berichtete, werde ihr Ressort nun damit beginnen, geeignete Bundesgewässer an der Ost- und Westküste sowie im Golf von Mexiko zu identifizieren. Ziel sei es, diese bis 2025 zu verpachten. Über die Pläne berichteten die "New York Times" und der "Guardian".

Die Windparks würden damit praktisch entlang der gesamten Küste der Vereinigten Staaten entstehen. Laut Innenministerin Haaland könnten die Anlagen rund 78 Millionen Tonnen klimaschädliche Kohlendioxidemmissionen einsparen, rund zehn Millionen Haushalte mit Strom versorgen und bis zu 77.000 Jobs schaffen. 

"Das Innenministerium legt einen ehrgeizigen Fahrplan vor, um die Pläne der Regierung voranzutreiben", sagte Haaland. Man wolle dem Klimawandel entgegentreten, gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und den Übergang des Landes zu einer saubereren Energiezukunft beschleunigen. Dafür arbeite ihr Ministerium mit anderen Bundesbehörden zusammen, um die Produktion erneuerbarer Energien auf öffentlichen Flächen zu erhöhen. Bis 2025 sollen so mindestens 25 Gigawatt Strom aus Wind- und Sonnenenergie an Land entstehen, so Haaland.

Klima-Expertin: Bidens Ziele "ehrgeizig, aber erreichbar"

Die Offensive soll auf den Plan von Präsident Biden einzahlen, den Verbrauch fossiler Brennstoffe in den USA zu reduzieren und die Ökostromwirtschaft auszubauen. Bis 2030 sollen die Emissionen durch fossile Brennstoffe um 50 Prozent (gegenüber dem Niveau von 2005) in den USA sinken.

Windkraft sei ein wesentlicher Bestandteil bei der Zielumsetzung, sagte Heather Zichal, einst Klima-Expertin des früheren US-Präsidenten Barack Obama, zum "Guardian". Sie hält die Pläne des Weißen Hauses für "ehrgeizig, aber erreichbar". Die "New York Times" spricht vom bisher "stärksten Vorstoß" der US-Regierung zur Förderung von Windenergie.

Nach Angaben des Energieministeriums sollen 11,5 Millionen Dollar ausgegeben werden, um die Risiken zu untersuchen, die durch Offshore-Windanlagen für Vögel, Fledermäuse, Meeressäuger aber auch den kommerziellen Fischfang entstehen könnten. "Damit Amerikaner, die in Küstengebieten leben, die Vorteile von Offshore-Wind nutzen können, müssen wir sicherstellen, dass das umliegende Ökosystem geschont wird", sagte Energieministerin Jennifer Granholm laut einer Pressemitteilung. "Genau das wird diese Investition bewirken." 

Dennoch gebe es keine Garantie dafür, dass Unternehmen die Flächen in den Bundesgewässern zeitnah anmieten und Windparks bauen, berichtete die "New York Times". Sobald die Gebiete identifiziert seien, würden sie womöglich langwierigen Überprüfungen auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene unterzogen werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass die potenziellen Standorte etwa Tierarten gefährden, in Konflikt mit militärischen Aktivitäten stehen oder Industrien wie dem Tourismus schaden könnten, könnte sie die US-Regierung für eine Verpachtung als ungeeignet erachten. Darüber hinaus dürften Fischer und Küstengrundbesitzer wahrscheinlich versuchen, die Projekte zu stoppen.

Quellen:"The New York Times", "The Guardian"

fs / fs

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