John Wayne mit Stern

16. Februar 2013, 06:11 Uhr

Wenn gar nichts mehr hilft, hilft ein Unimog. Die Allradkünstler helfen unter anderem bei großen Wintersportveranstaltungen aus.

"Das ist ein Universal-Motor-Gerät", erklärt der Vater am Rande der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming stolz seinem fünfjährigen Sohn. "Ne, das ist ein Unimog!", schallt es wie ein Echo zurück. "Sag ich doch", grinst der Vater zurück. Das dieser eine Allrad-Alleskönner zu dem über 10.000 Einheiten starken Bestand der Alpenrepublik gehört, weiß allerdings keiner von beiden. Täglich sorgen die in Wörth am Rhein produzierten Unimogs aus dem Hause Mercedes-Benz in den Kommunen, Lohnunternehmen, Straßenbauämtern und auch im Bundesheer für einen reibungslosen Betriebsablauf. Und dazu zählen unter anderem auch Wintersportveranstaltungen wie zum Beispiel die Ski-Weltmeisterschaft im österreichischen Schladming.

Als am 3. Juni 1951 der erste Mercedes-Benz Unimog vom Band lief war klar, dass diese Fahrzeuge auch ein halbes Jahrhundert später noch ihren Dienst ausüben. Auch wenn es nicht dieselben Exemplare wie damals sind, so trennt sie zumindest in puncto Design nicht allzu viel voneinander. Die wirklich ersten Universal-Motor-Geräte wurden übrigens bereits 1945 entwickelt und zumindest zwei Jahre lang, von 1949 bis 1951, bei Boehringer Werkzeugmaschinen in Serie produziert. Dann wurden sie von Daimler-Benz übernommen und 50 Jahre lang in Gaggenau gefertigt. Seit 2002 rollen sie in Wörth am Rhein aus den Produktionshallen. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, würdigte den Unimog mit den Sätzen: "Für mich ist der Mercedes-Benz Unimog weit mehr als ein allradgetriebener Lkw. Er ist der John Wayne unter den Nutzfahrzeugen - frei nach dem Motto: "Ich brauch\' keine Straße, ich brauch\' nur einen Auftrag."

Neben den aus dem normalen Straßenverkehr bekannten Unimog-Versionen, wie den Schneepflügen, Streuern und Fräsen, wurden im Laufe der Jahre viele Spezialfahrzeuge entwickelt und auch realisiert. Eines von ihnen ist ein waldgrüner Unimog U 400, der im vergangenen November eine 3,5 Tonnen schwere und 17 Meter lange Fichte von Wald-Michelbach nach Walldorf transportierte. Der bis zu 11,99 Tonnen schwere und 210 kW / 286 PS starke Unimog zeigt sich zum einen durch sein hochgeländegängiges Fahrwerk in Kombination mit großen, grobstolligen Reifen für jedes Gelände gewappnet. Zum anderen bietet er die Möglichkeit der Langsamfahreigenschaft, welche ihn mit maximal 1,5 Kilometer pro Stunden schleichen lässt.

Eine weitere, sehr spezielle Unimog-Variante ist der Schienen- und Rillenreiniger für den Straßenbahnbetrieb. Die Unimog-Fahrzeughydraulik steuert bei der Schienenreinigung fünf verschiedene Arbeitsvorgänge, vom Absenken und Anpressen der Schienenführung bis zum Antrieb einer Wasser-Hochdruckpumpe zum Reinigen von Rillenschienen. Ebenfalls auf der Schiene unterwegs ist ein U 400 Schienenführung und Bahntechnik. Zusammen mit einem Ladekran XS 122 mit Personenkorb können mit diesem Modell Brückeninspektionen oder Reparaturen an der Oberleitung durchgeführt werden. Er eignet sich zudem als Rangierfahrzeug, da der Reibwert von Gummi auf Stahl deutlich höher ist als der von Stahl auf Stahl. So kann der 2-Wege-Unimog, trotz seines relativ geringen Fahrzeuggewichts, Anhängelasten von bis zu 1.000 Tonnen ziehen. Dabei verbraucht er knapp sechs Liter Diesel pro Betriebsstunde.

Wesentlich mehr Durst, beziehungsweise Hunger, hat der Laubsauger. Ein auf dem Fahrgestell eines Unimog U300 montierter acht Kubikmeter fassender Behälter ist mit einem im Durchmesser 20 Zentimeter großen Rohr verbunden. Fünf Wochen lang war er im vergangenen Jahr bereits im Dauereinsatz. Neben dem Talent, frische Laubhaufen aufzusaugen, kann der Laubsauger auch für die Beseitigung von Unrat auf Straßen und Plätzen sowie der Leerung von offenen Papierkörben genutzt werden. Schnee eignet sich jedoch nicht zum Saugen. Nach der Laubsaison wird der Laubbehälter entfernt und ein Salzstreuer samt Behältnis montiert. Denn was nicht gesaugt werden kann, kann zumindest per Schneepflug und Salz beseitigt werden.

Am oberen Ende der Unimog-Kette fährt der U 5000 6x6. Wie der Name bereits verrät rollt der 7,24 Tonnen schwere Allradler auf drei Achsen, sprich sechs angetriebenen Rädern. Acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge sorgen im Zusammenspiel mit dem relativ geringen Wendekreis von 19,5 Metern und der Bodenfreiheit von 48 Zentimetern für ein nahezu unaufhaltsames Fahrgefühl. Hinzu kommt noch eine Watfähigkeit von 1,2 Metern. Sein zulässiges Gesamtgewicht beträgt 17 Tonnen, was zu einer Nutzlast von zehn Tonnen führt. Der unter anderem mit einem Kran oder auch einem 7.000 Liter fassenden Löschmitteltank ausgestattete U 5000 6x6 lässt sich auch zu einem Truppentransporter umfunktionieren. Bis zu 30 Personen finden dann auf ihm Platz. Für den Antrieb sorgt ein 218 PS starker Dieselmotor, welcher für ein maximales Drehmoment von 810 Newtonmetern sorgt.

Unimog
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