Steuersparmodell

26. Februar 2013, 05:56 Uhr

Europa ist schuld daran: Weil Mini innerhalb der EU alle seine Modellvarianten anbieten muss, kommt der neue Clubvan auch nach Deutschland. Allerdings ohne die anderswo winkenden Steuervorteile für gewerbliche Kleinlaster.

Man nehme: einen ausgewachsenen Mini Clubman, entferne darin die zweite Sitzreihe, sorge mit einer Kunststoffwanne für einen ebenen Laderaum und klebe mit Folien in Wagenfarbe die hinteren Fenster zu - fertig ist das Steuersparmodell auf vier Rädern. Der Mini Clubvan, das laut Mini-Selbsteinschätzung "erste Premium-Automobil im Segment der kompakten Lieferwagen", wird wohl auch weniger in Deutschland "trendbewußte Gewerbetreibende" als Käufer finden denn etwa in Großbritannien oder Dänemark. Während es hierzulande keine Chance mehr gibt, den Clubvan beim Fiskus kostengünstig als gewerblichen Lastenträger geltend zu machen, ist das zum Beispiel auf der britischen Insel anders. Dort gilt er als Kleinlaster - nur dann ist bei der Anschaffung dort die Umsatzsteuer absetzbar und auch sonst eine Reihe von steuerlichen Vergünstigungen möglich.

Die Voraussetzungen dafür bringt der Clubvan mit: Er ist als zweisitziger Mini-Lieferwagen mit geschlossenem Aufbau unterwegs und kann auch später nicht wieder zum Personenwagen nachgerüstet werden. Die geschlossene Ladefläche reicht vom Heckabschluss bis zu den Vordersitzen. Sie lässt sich bequem durch die beiden zur Seite aufschwingenden Hecktüren oder durch nach wie vor voll funktionsfähige Clubdoor an der rechten Fahrzeugseite beladen. Die hinteren Seitenfenster sind mit Folie in der Wagenfarbe blickdicht verklebt, innen schützen Verstärkungen aus Polykarbonat das Glas.

Zu den beiden Frontsitzen abgeteilt ist der Laderaum mit einem Edelstahl-Gitter oben und massivem Aluminium im unteren Bereich. Das soll verhindern, dass die Ladung bei einem strammen Bremsmanöver nach vorne durchrauscht. Der Laderaum selbst fasst 860 Liter. In der Länge misst er 115 Zentimeter und an seiner schmalsten Stelle 102 Zentimeter in der Breite. Die maximale Zuladung beträgt mit einer halben Tonne knapp 100 Kilogramm mehr als beim normalen Clubman. Der ebene Boden des Laderaums ist ebenso wie die Seitenverkleidung mit Teppich ausgelegt. Dazu kommen 12-Volt-Stromanschlüsse und sechs Fixierösen samt Gepäcknetz.

Angeboten wird der knapp vier Meter lange, 1683 mm breite und 1426 mm hohe Clubvan in drei Modellvarianten: als Mini One Clubvan mit 72 kW/98 PS, als Cooper Clubvan mit 90 kW/122 PS und als Cooper D Clubvan mit 82 kW/112 PS - alles auch schon als Clubman mit Rundumverglasung unterwegs. Und (fast) genauso fährt er sich auch: extrem agil, straff gefedert, ein bisschen wie Gokart - Lenkung, Schaltung und Bremsen sind über jeden Zweifel erhaben. Sehr gewöhnungsbedürftig: Der Schulterblick funktioniert ohne die hinteren Fenster nicht. Entsprechend schwer sind Fahrradfahrer oder Autos im toten Winkel zu erkennen - leider gibt es bei Mini einen entsprechenden elektronischen Assistenten nicht einmal gegen Aufpreis.

Als Zielgruppe hat man bei Mini vor allem gewerbliche Nutzer aus dem Lifestyle-Bereich ausgemacht: Modedesigner, Fotografen, Event-Caterer oder Hüpfburgverleiher zum Beispiel. Der Einstiegspreis für den Mini One Clubvan beträgt 18.100 Euro. Produziert wird er im Mini-Werk Oxford.

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