Warum Apple uns unheimlich werden sollte

9. März 2010, 11:34 Uhr

Apple ist zur beherrschenden Größe im mobilen Internet aufgestiegen, kontrolliert Inhalte, schöpft Gewinne ab. Der einst so geniale Konzern droht zur Gefahr zu werden, auch für sich selbst. Von M. Lambrecht, H. Laube, A. Rungg und N. Hammerschmidt

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Apple-Chef Steve Jobs macht sich mit seinen iProdukten nicht nur Freunde©

Steve Jobs lächelt nicht mehr. Konzentriert lauscht er den Fragen seiner Mitarbeiter. Messerscharf kommen die Antworten. "Einige Teams bei Google wollen das iPhone killen", sagt der Apple -Chef. "Einige Teams bei Google wollen uns killen."

Die Botschaft, die Jobs auf der Betriebsversammlung in der Konzernzentrale an seine Mannschaft aussendet, ist deutlich: Kommt nicht auf die Idee, euch auf den Erfolgen auszuruhen. Die Präsentation des iPad, dieses umjubelten Mitteldings zwischen Handy und Laptop, ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein paar Tage her.

Jobs, der seit Jahren als Messias gefeiert wird, ist noch lange nicht am Ziel. Er will jetzt ganz nach oben. Will mit Apple die sich abzeichnende, neue Ära des Informationszeitalters beherrschen. Will nicht mehr nur der Coolste sein, sondern die unumstrittene Nummer eins.

Im Silicon Valley ist ein neuer Goldrausch ausgebrochen, die besten Schürfplätze werden gerade verteilt. Mit höflichen Umgangsformen halten sich die Beteiligten längst nicht mehr auf.

Mobilfunk und Internet wachsen enger zusammen. Handys mutieren zu Computern im Taschenformat, Geräte wie die neuen tastenlosen Tablet-PCs revolutionieren die gesamte Branche. Über breitbandige Funkverbindungen kommt jedermann jederzeit an jedem Ort ins Internet.

Das Smartphone dient als Kontaktbörse, Informationsquelle, Unterhaltungszentrum, Orientierungshilfe, Spielzeug, Arbeitsgerät und Zahlungsmittel. Ein Dorado für Menschen mit neuen Geschäftsideen und der nötigen Entschlossenheit. Menschen wie Steve Jobs. "Das ist eine Riesenchance", jubelt Branchenprophetin Mary Meeker von der US-Investmentbank Morgan Stanley . "Dieser Zyklus baut sich schneller auf als alles, was ich bisher erlebt habe."

Mit Produkten wie dem iPhone und dem iPad befeuert Jobs diesen Boom und ist zugleich dessen größter Profiteur. Er treibt das bisher eher gemächliche Zusammenwachsen von Mobilfunk und Internet immer schneller voran - und die Konkurrenz immer unnachgiebiger vor sich her.

"Die Welt hat noch nie ein Stück Hardware mit so hohen Zuwachsraten gesehen wie Apples iPhone", schwärmt Meeker. Obwohl erst seit 2007 am Markt, wurde es bereits 42 Millionen Mal verkauft, zehn Millionen Kunden laden sich die Apps genannten Miniprogramme für das Wunderhandy aus dem Netz herunter - pro Tag.

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KOMMENTARE (10 von 39)
 
wilhelm84 (10.03.2010, 12:45 Uhr)
Apple unheimlich????
Das Marktgebaren von Apple gefaellt mir nicht immer, aber man kann sich da ja auch wehren: http://www.defectivebydesign.org/ipad.
(DRM bei iTunes wurde uebrigens - zufaellig oder nicht - 4 Wochen nach einer aehnlichen Aktion von Steve Jobbs aufgehoben)

Aber Apple unheimlich? Nein, die machen (meistens) gute Produkte. Apple teuer? Dern kleinen MacBook haben wir angeschafft weil er guenstiger war als der vergleichbare Thinkpad. Ja, mein MacBook Pro ist ziemlich teuer - aber spart mir soviel Zeit, dass sich die Zusatzkosten in 6 Monaten amortisieren.

Das man beim Benutzen von Apple-Produkten persönliche Daten im Internet offenbaren _muss_, ist mir noch nicht passiert. Das das iPhone in der Herstellung nur 45 EUR kosten soll, kann sich ja wohl höchstens auf die Hardware beziehen. Ohne die Software kann man's aber nicht mal einschalten, da zahl ich dann doch lieber noch was dazu 8^)

stasicom (10.03.2010, 07:52 Uhr)
und...
hab ich vergessen:
bin seit 1997 Apple-User, auch beruflich, aber seit gut 3 Jahren durchaus kritisch eingestellt, z.B. gegenüber Apples Preisstrategie im Store... manch Musik und Filme sind echt zu teuer...
So, jetzt aber arbeiten, am Mac...
schönen Tag auch...
stasicom (10.03.2010, 06:20 Uhr)
Apple macht den Rosinenbomber...
und Ihr Medien, ob nah oder fern werdet satt werden wollen...

http://www.britishcouncil.de/d/events/airloom06.htm
dutchinmex (09.03.2010, 20:50 Uhr)
Medienökonom Armin Rott:
"Das ist ein Gerät, das ich meiner Mutter geben würde." Er gibt also seine Mutter etwas, bei wessem Gebrauch sie ihre persönliche Daten verpflichtet ins Internet offenbaren muß. Und das soll ein Medienexperte sein? Nicht weniger hirnverbrannt wie alle andere, die einige Hundert Euro für einen iPhone ausgeben, dessen Produktionskosten weniger als 45 Euro betragen. Oder 69 Euro für eine Maus, die jetzt das kann, was 10-Euromäuse schon seit Jahren können.
whismerh2 (09.03.2010, 19:46 Uhr)
unheimlich
ist wenn überhaupt microsoft,
oder was gibt es schlimmes an einem Betriebssystem auszusetzen, was ohne wie früher nur mit config.sys und autoexec.bat auskommen konnte und mussten, ohne die nun neu bekannte
windows registry die dem Anwender das Leben erschwert..
Bevor hier über das erfunde Desktop anwenderfreunfdliche Betriebssystem gemäkelt wird, würde ich mal den Herren Reporten empfehlen, sich Gedanken darüber zu machen, wie windows und Konsorten diese Möglichkeit über den Anfängen von Windows auf den markt bringen konnten, ohne Patentrechte zu verletzen .
Word und hauptsächlich Exel lassen grüßen.
Das war ein Deal.
Egal es bleibt dabei Mac´s Betriebssystem
ist und bleibt genial, auch wenn mann weniger rummfummeln kann, ich kenne aber auch genug Leute, die wollen mit diesem System Arbeiten und nicht rumexperimentieren, sprich die Anwendungsprogramme nutzen, und keine großartigen systemmäßige und abhängige Einstellungenen mehr vornehmen wollen.
MichaF (09.03.2010, 18:44 Uhr)
Wem Microsoft noch nicht schlimm genug war...
wechselte zu Apple. Die Dreistigkeit mit der Microsoft einst versuchte mit seinen Browern und Mediaplayern den Markt zu beherschen findet man bei Apple noch viel schlimmer vor.
.
Ausserdem ist das Design der meisten Apple-Produkte von einer abartigen Hässlichkeit. die sich kaum in Worte fassen lässt.
facilidad_de_ser (09.03.2010, 18:10 Uhr)
@wonderwobble
"Warum 69 Euro für eine Maus? "

Wenn Du versuchst dafür Argumente zu finden, wirkst Du von vorneherein schon unglaubwürdig. Sorry! Apple hatte jahrzehntelang die EIntastenmaus propagiert, jetzt macht Apple den Mausschwenk und Du plapperst die hohlen Argumente nach.
wonderwobble (09.03.2010, 17:00 Uhr)
@also ne
Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

Ich habe von Spielen im App Store gesprochen und nicht für den Mac. Wer es nicht glaubt, dass die Hersteller trotz 30 Prozent Abgabe an Apple mehr verdienen als mit allen anderen Konsolen oder dem PC, sollte mal nach den jüngsten Aussagen der Geschäftsführer großer Spielehersteller, die im App-Store verkaufen, googlen.

Welcher andere Hersteller bietet mir denn für unter 200 Euro den Funktionsumfang eines iPod touch? Außerdem konnte Apple schon iPods bauen, als andere Hersteller "MP3-Player" noch nicht einmal schreiben konnten. Warum ist Apple Marktführer bei den iPods, wenn es keiner kauft?

Warum stehen Songs bei Apple im AAC-Format im iTunes-Store? Weil die Qualität die von MP3 übertrifft. Warum durfte Apple vor allen anderen auf das riesige Musiksortiment der Musikindustrie zurückgreifen? Weil Apple sich nicht zu fein war, trotz gegenteiliger Überzeugungen einen Kopierschutz anzubieten.

Welcher Anbieter hat schon vor Apple zugelassen, beliebig viele Kopien der gekauften Musik auf CD herzustellen? Richtig: Keiner. Bei Apple ging das schon immer.

Wer hat den App-Store erfunden? Richtig: Apple. Aber Nachahmer finden sich ja immer.

Warum 69 Euro für eine Maus? Richtig: Weil es keine andere Maus am Markt gibt, die diesen Funktionsumfang bietet, schon gar nicht mit Multitouch-Gesten, die sogar per Freeware frei bestimmbar sind. Und wie viel kostet denn eine gute Mouse von Logitech oder Microsoft?

Ich war auch viele Jahre Windows-User und möchte NIE MEHR zurück. Man kann sich immer alles schön reden. Das können Apple User auch. Es ist auch nicht immer alles schön bei Apple. Welcher Hersteller kann das auch von sich behaupten?

Ich frage mich nur immer, warum sich hier die Windows-User so aufregen? Nutzt doch Windows, wenn ihr wollt. Ist mir persönlich egal. Ich brauche es nicht und will es nicht. Wir leben in einer freien Gesellschaft und jeder kann für sich persönlich entscheiden, welchem Hersteller er den Vorzug geben möchte. Aber manchmal hat man das Gefühl, dass diese überzogenen Reaktionen (teils auch vom STERN) nur Neid ausdrücken, weil die verhasste Konkurrenz wieder mal die Nase vorn hat und man selbst das Geld nicht besitzt, sich so ein Produkt zuzulegen.

Ich fahre auch keinen Porsche und keinen fetten BMW. Will ich auch nicht, weil mein Auto nur vier Räder haben und fahren muss. Einen guten Neuwagen bekomme ich auch zu einem Bruchteil des Preises. Andere hingegen stufen das anders ein und geben gerne mehr Geld für das Auto aus, weil sie den Komfort mögen. Ist auch legitim. Aber deshalb schreibe ich in Foren keine Hass-Reden gegen BMW oder Porsche.

Denk mal drüber nach.....(und die STERN-Redaktion auch....denn so langsam wird dieser Apple-Hass langweilig. Oder hat Apple eure STERN-App zu oft zurück gewiesen???)
facilidad_de_ser (09.03.2010, 13:35 Uhr)
Der eine oder andere...
...wird sich fragen, wieso in Zeitschriften so oft über Apple berichtet wird.

Antwort: Apple ist es gelungen, mit Hilfe des Internets gutes Geld zu verdienen, erst durch Musik-Downloads, dann durch den Verkauf sinnloser Apps, nun sollen noch pdf Dateien für das iPad dazu kommen.

Sollte sich das auch durchsetzen, wittern die Verlage ihre Chance, Onlineinhalte auch gebührenpflichtig zu vermarkten.
Ti-Ana (09.03.2010, 13:10 Uhr)
warum Apple?
weil es einfach zu bedienen ist...

die Geschichte dazu: meine Mutter, Ende 60, brauchte ein neues Handy. Ich habe mir im Telekom Shop jede Menge Handys angeschaut, die selbst ich, Mitte 30 und versiert im Umgang mit Technik, von der Bedienung nicht verstanden habe. Wie sollte ich das dann meiner Mutter begreiflich machen? Die alternative hieß entweder iPhone oder Senioren-Handy, die nix weiter können als zu telefonieren - aber schaut euch die Dinger doch mal an: die sind größer als die allerersten Mobilfunkknochen und eher dazu gegeignet, jemanden zu erschlagen, als zu telefonieren.
Das iPhone ist simpel: für alles was du brauchst brauchst du nur auf das entsprechende Icon klicken. Kein langes Rumgesuche in Menüs und Untermenüs... es ist einfach intuitiv bedienbar.

und zur Klarstellung: ich gehöre nicht zu "Apple ist gut und MS ist böse" Fraktion: bei mir zu Hause laufen 2 schicke Win7 Rechner, ich habe einen uralten Mp3 Player von Archos und mittlerweile ein iPhone, das ich auch nicht mehr missen möchte.
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