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5. Dezember 2010, 08:34 Uhr

Karten-Community bedrängt kommerzielle Anbieter

Das Open-Source-Kartenprojekt "Openstreetmap" hat inzwischen eine Größe und Qualität erreicht, die sich mit professionell erstellten Landkarten messen kann. Die kostenlose Konkurrenz setzt kommerzielle Anbieter und Navihersteller unter Druck.

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Privatleute erfassen fast jedes Fitzelchen der Welt© Openstreetmap.de

Für kommerzielle Anbieter digitaler Karten kommt eisiger Wind auf. Die freie Community Openstreetmap hat mächtig aufgeholt und macht den Unternehmen mit einem kostenlosen Angebot zunehmend Konkurrenz. Einer aktuellen Studie zufolge verfügt Openstreetmap (OSM), ein Gemeinschaftsprodukt von über 300.000 Nutzern, inzwischen über annähernd vergleichbares Material zur kostenlosen Nutzung. Bereits im Sommer 2010 habe OSM beispielsweise "die Gesamtkilometer von Teleatlas überholt", sagte Alexander Zapf, Geoinformatik-Professor in Heidelberg.

"Die Berechnungen zu den Großstädten ergaben in allen untersuchten Städten, dass OSM mehr Daten vorweisen konnte als TeleAtlas", fasst Zapf eines der Ergebnisse seiner empirischen Untersuchung zusammen. Die Daten werden von mehr als 320.000 Nutzern zusammengetragen, die geografische Koordinaten in das System eintragen. "Openstreetmap erlebt derzeit eine exponentielle Dynamik, die an die Entwicklung und den Durchbruch von Wikipedia vor einigen Jahren erinnert", sagte Oliver Kühn, Mitglied des Vorstands der Openstreetmap-Foundation.

Auch Behörden liefern zu

Das Projekt erhält inzwischen auch Unterstützung von vielen Behörden und öffentlichen Einrichtungen. So liefert die Stadt Augsburg amtliche Geodaten dazu und stellt alle amtlichen Adressen der Stadt sowie die Daten der städtischen Gebäude mit Publikumsverkehr zur Verfügung. In Deutschland nutzt auch der Service "Gelbe Seiten" das Kartenmaterial von OSM.

Auch für kommerzielle Navigationssoftware wird das Kartenmaterial genutzt. So beruht die GPS-Navigation Skobbler auf OSM-Material. Als Anwendung für das iPhone und Android-Handys war Skobbler zeitweise an den rund 80 Euro teuren Navigations-Apps etwa von Navigon vorbeigezogen.

Auch der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft setzt inzwischen auf die Open-Source-Alternative und nutzt das Kartenmaterial beispielsweise in seiner Suchmaschine Bing. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Softwarekonzern an, der Community Luftbilder aus Bing zur Verfügung zu stellen. Als Koordinator für die Zusammenarbeit stellte Microsoft seinen Mitarbeiter Steve Coast ein - Coast hatte das Projekt Openstreetmap vor mehreren Jahren gegründet.

san/DPA
 
 
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