Des iPhones neue Kleider

10. Juni 2013, 23:16 Uhr

Ausdauernde Macbooks, ein zylinderförmiger Profi-Rechner und ein Streamingdienst: Apple zeigte auf der WWDC viele Neuheiten. Der Star des Abends war aber das entschlackte Betriebssystem iOS 7. Von Christoph Fröhlich

iPhone, iPad, iOS 7, iCloud, Apple, Tim Cook, Macbook, Mac Pro

Kann Apple noch revolutionär sein? Diese Frage beschäftigte in den vergangenen Monaten nicht nur die Techwelt, sondern auch die Börse. Die Aktie dümpelte am Montagmorgen bei 442 Dollar, etwa 40 Prozent unter dem Höchststand. Gleichzeitig verlor der iPhone-Hersteller bei den Smartphones die Marktführerschaft an Googles Betriebssystem Android. Die Entwicklerkonferenz WWDC sollte am Montagabend Antworten bringen. stern.de sagt, was auf dem Event gezeigt wurde.

iPhone, iPad, iOS 7, iCloud, Apple, Tim Cook, Macbook, Mac Pro

Das Highlight der Apple-Veranstaltung: das neue mobile Betriebssystem iOS 7.©

iOS 7

Der Star des Abends war kein neues Gerät, sondern eine Software, genauer Apples mobiles Betriebssystem iOS 7. Es stammt aus der Feder von Apples Chefdesigner Jonathan Ive und bietet einen völlig neuen Look. Das Grundgerüst aber bleibt dasselbe: Auf dem Homescreen des iPhones sind fünf Reihen à vier Kacheln zu sehen. Die neuen App-Symbole sind wesentlich dezenter gestaltet als vorher, außerdem folgen sie nun alle einer einheitlichen Design-Linie. Zuvor herrschte weitgehend Wildwuchs: Das Game Center zeigte etwa einen grünen Spieltisch, die Lese-App iBooks ein Holzregal, der Kalender einen Ledereinband. Nun gibt es viele Weißräume, was die Apps klarer und aufgeräumter wirken lässt. Mit durchsichtigen Menüflächen, neuen Farben und 3D-Effekten wirkt das Design nun zeitgemäßer.

Doch nicht nur der Look hat sich verändert, auch neue Funktionen wurden integriert. "iOS 7 zu installieren, ist wie ein neues Telefon zu bekommen", erklärte Apple-Manager Craig Federighi, der für die Technik hinter der Software zuständig ist. Eine wesentliche neue Funktion ist das Control Center, das einen schnellen Zugriff zu wichtigen Einstellungen erlaubt. Damit ist es möglich, in kurzer Zeit das Wlan ein- oder auszuschalten oder den Flugzeugmodus zu aktivieren.

iPhone, iPad, iOS 7, iCloud, Apple, Tim Cook, Macbook, Mac Pro

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Ein häufiger Kritikpunkt wurde ebenfalls ausgeräumt: Das altbackene Multitasking-System von iOS 6 wurde aktualisiert, so können Apps nun im Hintergrund Daten herunterladen oder sich aktualisieren. Die neue Kamera-App bietet nun Echtzeit-Filter, die Galerie-App ermöglicht spezifischere Sortierverfahren. Die Airdrop-Funktion ermöglicht einen simplen Dateiaustausch zwischen Apple-Geräten. Der Musikplayer wurde ebenfalls überarbeitet.

Der Sprachassistent Siri versteht nun neue Befehle - etwa das Regulieren der Helligkeit oder das Aktivieren von Bluetooth - und bekam außerdem eine neue Stimme spendiert. So gibt es Siri in iOS 7 nicht nur mit weiblicher Stimme, sondern auch in einer männlichen Ausgabe. iOS 7 kann auf iPhone 4 und iPad 2 oder neuer installiert werden. Es erscheint im Herbst.

Mac OS X Mavericks

Panther, Tiger, Lion, Mountain Lion - die letzten Versionen des Mac-Betriebssystems OS X waren nach Wildkatzen benannt. Nun bricht Apple mit der Tradition und nennt seine neue Version Mavericks. Integriert ist ein verbesserter Finder, mit dem man in mehreren Tabs arbeiten kann. Zudem kann das Menü über mehrere Bildschirme verteilt werden, Apps aktualisieren sich auf Wunsch auch im Ruhezustand. Den Kartendienst Maps und die Lese-Anwendung iBooks gibt es nun auch für OS X. Die überarbeitete Tag-Funktion soll mehr Übersicht bringen und zeigt beispielsweise Dokumente, die mit dem gleichen Tag markiert wurden, auch wenn sie in unterschiedlichen Ordnern liegen und zu verschiedenen Programmen gehören.

"OS X Mavericks ist unsere bisher beste Version und bietet eine neue Karten- und iBooks-App, Finder-Tags und -Tabs, erweiterte Multi-Display Unterstützung, leistungssteigernde und energiesparende Funktionen und einen völlig neuen Safari-Browser", sagt Craig Federighi auf dem Event.

iPhone, iPad, iOS 7, iCloud, Apple, Tim Cook, Macbook, Mac Pro

Die neuen Modelle des Macbook Air punkten mit einer höheren Akkulaufzeit©

Macbook Air

Obwohl die diesjährige WWDC hauptsächlich ein Software-Event war, gab es auch neue Geräte zu sehen. Gezeigt wurde eine überarbeitete Version des Macbook Air, das mit Intels neuen Haswell-Prozessoren ausgestattet ist und bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit bieten soll. Zudem unterstützen die Geräte den schnellen Wlan-Standard 802.11ac. Die neuen Macbok-Air-Modelle können ab sofort gekauft werden.

Mac Pro

Jahrelang wurde der Profi-Rechner Mac Pro zum Ärger der Kunden vernachlässigt, nun hat Apple dem Computer ein großes Update spendiert. Er hat nun nicht nur ein neues, zylinderförmiges Aussehen - das Scherzbolde schon jetzt als iTube verunglimpfen -, sondern auch ein neues Innenleben. In dem Computer steckt ein Zwölf-Kern-Prozessor, ein schneller Flash-Speicher und der neue Thunderbolt-2-Anschluss. Zudem kann er auch hochauflösende 4K-Displays ansteuern. Einen genauen Starttermin hat Apple nicht genannt, das Gerät soll aber noch in diesem Jahr erscheinen.

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Der neue Streamingdienst iTunes Radio soll Spotify und Co. Konkurrenz machen©

iTunes Radio

Konkurrenz für Spotify und Co.: Apple hat mit iTunes Radio einen eigenen Musikstreamingdienst angekündigt. Es gibt in dem Dienst verschiedene Sender, die thematisch sortiert sind, etwa eine Radiostation, die die besten Songs des iTunes-Festivals spielt. Eigene Sender können auch angelegt werden. iTunes Radio ist in iOS 7 integriert und funktioniert auf iPhone, iPad und iPod Touch. Auch für Macs und Apple TV steht die Software zur Verfügung. Der Dienst startet zuerst in den USA, andere Länder sollen später folgen.

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