Lecithin (Phosphatid-Cholin) gehört zu den Phospholipiden, das sind fettähnliche Substanzen. Es ist Bestandteil aller Zellmembranen, ob pflanzlich, tierisch oder menschlich, und besonders viel in Knochenmark, Gehirn, Leber und Herz enthalten. Es wird vom Körper selbst hergestellt.
In Lebensmitteln ist es natürlicherweise enthalten, zum Beispiel in Leber, Hühnerei, Fisch, Soja, Erdnüssen, Vollkorn, Kartoffeln und Milch. Als zugesetzter Emulgator E 322 wird es zum Beispiel Margarine oder Backwaren beigemischt.
Pro Tag werden ein bis drei Gramm Lecithin mit Lebensmitteln aufgenommen. Zur Nahrungsergänzung gibt es Lecithin in Form von Granulat, Tonikum oder Kapseln, oft in Kombination mit #Ginseng#, Vitaminen, Fischöl oder Borretschöl.
Lecithin ist nicht nur ein wichtiger Zellwandbaustein, es ist auch an der Reizübertragung im Nervensystem beteiligt. Eine Verbesserung der Lern- und Gedächtnisleistung durch große Mengen zusätzliches Lecithin, etwa 13,5 Gramm pro Tag, ist wissenschaftlich belegt.
Unklar ist aber, inwieweit altersbedingte Vergesslichkeit dadurch gelindert oder der Alzheimer-Erkrankung vorgebeugt werden kann. Bei bereits vorhandenem Alzheimer ist kein positiver Effekt feststellbar.
Lecithin-Tonika können Alkohol enthalten. Lecithin-Präparate liefern meist ein Gramm Soja-Lecithin pro Tag. Im Vergleich zu der mit Lebensmitteln aufgenommenen Menge erscheint das nicht sehr bedeutend. Eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten könnte möglicherweise mehr bringen.
Kaufen Sie nur Produkte mit genauer Zutatenliste und angegebenem Lecithin- beziehungsweise Cholin-Gehalt, damit Sie die Möglichkeit haben, Preise zu vergleichen. Kombinationsprodukte erscheinen nicht sinnvoll.
Volker Clausen und Angela Clausen