DHEA steht für De-Hydro-Epi-Androsteron, ein vom Körper aus Cholesterin gebildetes Prohormon, aus dem die Sexualhormone Testosteron und Östrogen entstehen.
Die Bildung von DHEA nimmt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab, bis auf etwa 20 Prozent der ursprünglichen Menge in höherem Lebensalter. Männer produzieren weniger DHEA als Frauen. Morgens sind die Spiegel höher als abends.
DHEA hat außer der beschriebenen Zwischenproduktfunktion praktisch keine physiologischen Wirkungen. Es unterbindet keine Alterserscheinungen oder -krankheiten. Es verhindert weder Wechseljahrsbeschwerden noch verbessert es die geistige und sexuelle Leistungsfähigkeit.
Zur Anti-Aging-Therapie ist DHEA nicht geeignet. Wenn kein Mangel vorliegt, bessern sich weder körperliche Leistungsfähigkeit oder Muskelkraft noch die Lebensqualität. Die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker stufte die Anwendung Ende 2006 als "Quacksalberei" ein.
Aufgrund der mangelnden Daten wird das Risiko einer gesundheitsschädigenden Wirkung deutlich höher eingeschätzt als ein möglicher Nutzen. Beschrieben sind bisher Herzrhythmusstörungen. Frauen müssen mit einer gewissen Vermännlichung - zum Beispiel mit Haarausfall oder einer tieferen Stimme - rechnen.
Hormonabhängige Krebsformen, zum Beispiel Brust- oder Prostatakrebs, können durch zusätzliches DHEA in ihrem Wachstum gefördert werden. Von einer Einnahme wird abgeraten. In den USA lassen sich übrigens Händler vom Kunden eine Erklärung unterschreiben, die sie von allen Haftungsansprüchen freistellt.
DHEA ist genauso wie Melatonin pharmakologisch wirksam und in Europa als Nahrungsergänzungsmittel nicht erlaubt. Vor Einkäufen in Übersee, zum Beispiel via Internet, kann nur gewarnt werden. Als Arzneimittel ist es lediglich Bestandteil in einem - umstrittenen - zu spritzenden Präparat gegen Wechseljahrsbeschwerden. Ein Import von DHEA aus dem Ausland ist nur bei ärztlicher Verschreibung und nur durch eine Apotheke erlaubt.
Volker Clausen und Angela Clausen