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15. Dezember 2009, 13:47 Uhr

Staatsanwalt kritisiert Mannichl

Jede Menge Widersprüche

Wenig Verständnis hat der Oberstaatsanwalt auch für Mannichls öffentlich vorgetragenen Vorwurf, die Beamten der inzwischen aufgelösten Sonderkommission "Fürstenzell" hätten seinerzeit unprofessionell gearbeitet, weil sie keine Proben von Mannichls Fingernägeln nahmen, um mögliche DNA-Spuren des Attentäters zu sichern. "Als die Kripo am Tatort eintraf, war Herr Mannichl schon im Krankenhaus", sagte Walch stern.de. "Er ist sofort einer Notoperation unterzogen worden. Schon durch die medizinischen Vorbereitungsmaßnahmen, aber auch durch den Kontakt mit verschiedenen Personen wurden die Fingernägel sehr stark kontaminiert. Dann hat Herr Mannichl in den ersten Vernehmungen den Angriff so geschildert, dass ein unmittelbarer Kontakt, insbesondere ein Hautkontakt mit dem Täter nicht stattgefunden habe." Später habe Mannichl "die Auseinandersetzung im Detail allerdings als wesentlich intensiver, die Art, aber auch die Angriffs- und Abwehrbewegung anders geschildert". Walch: "Ich kann aus Rücksicht auf die Ermittlungen leider die Details nicht nennen, aber es sind Widersprüche da."

Erst nach seinen von den ursprünglichen Einlassungen abweichenden Darstellungen habe Mannichl "moniert, dass keine Spurensicherung an seinen Fingernägeln erfolgt" sei. Wirklich verärgert ist der Oberstaatsanwalt vor allem über Mannichls Kollegenschelte: "Ich muss die Polizeibeamten dafür in Schutz nehmen, dass sie keine Proben von den Fingernägeln genommen haben. Herr Mannichl ist der einzige, der den Ablauf beobachtet hat, er ist hoher Polizeibeamter, er weiß um die Brisanz und den Beweiswert von Fingernägeln. Er war der Vorgesetzte der Polizeibeamten, die fast täglich bei ihm im Krankenhaus waren, und er hat zu keinem Zeitpunkt die Beamten gefragt: Warum nehmt ihr keine Proben von den Fingernägeln? Wenn er selbst das nicht für erforderlich gehalten hat, dann kann man den Polizeibeamten jetzt auch keine Vorwürfe machen."

Keine Organisation hinter dem Anschlag

Unterschiedliche Aussagen eines Zeugen zu einer Tat sind für Ermittler nichts Neues. Das bedeutet auch noch nicht, dass alles unglaubwürdig ist, was zu Protokoll gegeben wird. Walch will bislang Mannichl als Zeugen nicht fallen lassen, obgleich der mit seinen widersprüchlichen Angaben nicht geholfen hat, dass die Ermittler durch sein Verhalten gut dastehen. "Die Widersprüche sind da", sagt der Chef-Ermittler.

Die Stichverletzung ist längst verheilt. "Es bestand keine Lebensgefahr", sagt Walch. "Gott sei Dank ist es nicht zu inneren Blutungen gekommen und kein Organ verletzt worden. Der Stich war nicht sehr tief. Es war kein heftiger Stich. Der Blutverlust war äußerst gering."

Ob der Tathergang jemals rekonstruiert und ein Täter gefunden werden kann, ist auch ein Jahr nach der Attacke unklar. Fest steht nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler allerdings, dass es sich kaum - wie von Mannichl vermutet - um einen gezielten Anschlag aus der rechtsradikalen Szene gehandelt haben kann. "Mit jeder Überprüfung ist es unwahrscheinlicher erschienen", so Walch, "dass der Täter im organisierten rechtsradikalen Spektrum zu finden ist. Unsere sehr intensiven Ermittlungen lassen den Schluss zu, dass keine Organisation dahintersteht. Das ist eine Kernaussage." Stattdessen gebe es inzwischen die Vermutung, "dass es sich um einen Einzeltäter handelt, der, unzufrieden mit seinem Leben und seiner sozialen Situation, rechtsradikalen Argumenten erlegen ist".

Von Rudolf Lambrecht und Klaus Wiendl
Seite 1: Staatsanwalt kritisiert Mannichl
Seite 2: Jede Menge Widersprüche
 
 
KOMMENTARE (10 von 27)
 
tannebaum (16.12.2009, 15:54 Uhr)
@berns4000
erzählen sie keinen unsinn. es gibt nicht einen anhaltspunkt, das es rechtsradikale waren oder dieses ein recheakt derer war, die sich von mannichl verfolgt sahen...

das ist hirnspinnereien und absolut haltlos. alle bemühungen der unabhängig operierenden behörden (polizei, soko, lka) haben auch nur den zipfel dieser these bestätigen können.
und den ominösen rechten mit dem drachentattoo gibts bis heute nicht.

er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen. und dennoch stehen einige noch zu ihm. das sind die, welche es nicht wahrhaben wollen. die, welche glauben alle rechten sind böse und alle linken gut. jene schwarz/weiss seher, die alles glauben und nichts hinterfragen...

gutmenschen mit blinden vertrauen, die selbst nur ausgenutzt werden, um anderen bei der durchsetzung ihrer politisch angeblich korrekten weltvorstellungen behilflich zu sein.

natürlich gibt es rechte. auch ekelhafte exemplare. aber in sebnitz ist junge ertrunken, weil die mutter die aufsichtspflicht verletzte und nicht weil er von neonazis ertränkt wurde.
und in ludwigshafen brannte ein haus ab, wo ein türkisches mädchen einen glatzkopf gesehen haben will. den gab es auch nie, aber dafür erhielten wir auch nie eine erklärung, warum das haus abgebrannt ist.

und selbst wenn alle straftaten dann aufgeklärt sind und feststeht:"diesmal war es kein rechter", dann sagen die gutmenschen nicht etwa: entschuldigung für die falsche unterstellung. nein, es kommt nur ein: aber zuzutrauen wäre es denen trotzdem.

wissen sie was das ist? die abwendung vom rechtsstaat. sie haben sich ihre eigene welt geschaffen, wo sie immer vorher wissen, was recht und was unrecht ist. und damit unterscheiden sie sich selbst nicht von den radikalen ansichten der rechte. denn die haben ja auch immer den schuldigen für alles weltübel parat
peterpan1001 (16.12.2009, 11:24 Uhr)
warum
kann man den lebuchen mannichl nicht wegen falschaussage und irreführung der justiz belangen ?
jeder normale bürger wäre schon längst selber im knast bei solchen lügenmärchen.
jomimo (15.12.2009, 20:45 Uhr)
Und als Herr M. im Krankenhaus ...
liegend, seine relativ kleine Verletzung überdachte, betrachtete er seine seine Fingernägel und sein kleines Hirn signalisierte: die sollten doch wenigstens im Krankenhaus sauber sein.
jomimo (15.12.2009, 20:35 Uhr)
Warum ist mein Beitrag von 18:35 ...
gecancelt? Nichts anstößiges, hatte nur den Titel eines Buches erwähnt - Terror der Ökonomie - von Viviane Forrester, Verlag Paul Szolnay, Wien 1997, ISBN 3-552-04849-9

talkingkraut (15.12.2009, 19:52 Uhr)
@leboz
Polizeidirektor war Mannichl schon in Passau. Seine Versetzung nach Regensburg war bedingt durch die Polizeireform, bei der die Polizeidirektion Passau aufgelöst wurde. Eine Position für einen Polizeidirektor gab es dadurch in Passau nicht mehr. Somit glaube ich nicht, dass Mannichl befördert wurde.
peterpan1001 (15.12.2009, 19:26 Uhr)
@gazerbeam
bin gleicher meinung, genau so ist es.
@stern redaktion
das hatte ich schon vor einem jahr geschrieben, würde dann aber von den admins wieder gelöscht.
warum ist der stern nicht mehr das wie früher, und ermittelt selber, anstatt dem mainstream hinterherzuschreiben.
und gibt diesem märchenerzähler dann noch 2-3 heftseiten zum lügen erzählen
jomimo (15.12.2009, 19:18 Uhr)
@admins
Mein Beitrag von 18:35 bleibt weiterhin verschwunden. Hatte geschrieben vom Terror der Ökonomie und ein Buch benannt.
War post an knilch gewesen.
jomimo (15.12.2009, 19:07 Uhr)
Warum werden ...
... Rechts oder Links eigentlich so stark polarisiert.
Die einen sind " Neonazis" , die anderen sind " " Proleten " und" Chaoten."
Ist es nicht eher so, dass etablierte Parteien sich aussuchen dürfen, wen sie für Freund oder Feind halten und niemand hinterfragt wirklich.
Die Wahl zwischen Nationalist und Staatsfeind - wo sind da Schranken ?
leboz (15.12.2009, 18:31 Uhr)
Auf jeden Fall, und das ist doch sehr befriedigend,
wurde Herr M. nicht lebensgefährlich verletzt, er hat sich stets als Kämpfer gegen Rechts bewährt und ist auch beruflich eine sehr große Stufe höher gekommen.
berns4000 (15.12.2009, 18:02 Uhr)
Die scheinheiligen Schreiber
argumentieren hier im Forum mit völlig unglaubwürdigen Sprüchen.
Das Attentat auf Mannichl hat doch eine rechtsradikale Vorgeschichte bei dem Begräbnis des "Helden" der rechten Bande in Passau. Da waren die rechtsradikalen doch schon agressiv gegen Mannichl - und natürlich haben diese Leute auch den Messerstecher zu ihm nach Hause geschickt. Das allein sind schon Indizien genug. niemand anders hat doch Interesse daran, Mannichl zu kritisieren. Der einzige Grund ist doch sein konsequentes Vorgehen gegen rechtsradikale Rabauken.
Was Sie vielleicht nicht wissen, oder auch nicht wissen wollen: In Niederbayern gibt es eine große Anhängerschaft rechtradikaler Ideen. Das können Sie an fast jedem Stammtisch feststellen. Wer gegen rechts vorgeht, macht sich bei vielen Leuten hier sehr unbeliebt. Ausländer sind nach Meinung der meist wenig gebildeten Stamtischrechten ohnehin an allem Schuld, und wenn die nicht da sind, dann eben diejenigen, welche die rechtsradikalen Stammtischbrüder kritisieren. Deshalb glauben Leute den Neonazis oder ihren radikalen Gleichgesinnten, wozu man hier getrost auch Anhänger der so genannten "Freien Wähler" zählen kann. Die meinen unpolitisch bzw. neutral zu sein, tendieren aber teilweise gewaltig nach rechts. Da ist die CSU dagegen sogar eher links. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Gruppe rechtslastiger Leute krampfhaft versucht, Mannichl lächerlich zu machen um von sich selbst bzw. von der Schuld der Rechtsradikalen abzulenken.
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