18. September 2012, 16:57 Uhr

Pakistanische Unglücksfabrik belieferte Kik

Hunderte Arbeiter kamen bei dem Feuer in einer pakistanischen Textilfabrik ums Leben. Unter den Kunden war auch die deutsche Billigkette Kik. Schon 2007 soll es Brandschutzprobleme gegeben haben.

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Der Textildiscounter Kik will zusammen mit anderen Unternehmen einen Hilfsfonds aufbauen©

Die Textilfabrik in Pakistan, in der vor einer Woche mehr als 250 Menschen verbrannten, hat auch nach Deutschland exportiert. Die Tengelmann-Tochter Kik bestätigte am Dienstag, dass die Fabrik in Karachi unter anderem für Kik produziert habe. Der Textildiscounter aus Bönen in Westfalen erklärte, er habe dort Jeanswaren nähen lassen.

Kik baut nach eigenen Angaben zusammen mit anderen Unternehmen, die Kleidung aus der Fabrik bezogen hätten, nun einen Hilfsfonds auf. Die anderen Firmen seien internationale Unternehmen. Ob weitere deutsche Firmen dabei seien, sei noch nicht geklärt.

Wieso es in der Fabrik Brandschutzmängel gegeben habe, konnte Kik nicht erklären. "Grundsätzlich verpflichtet Kik alle Lieferanten auf die Erfüllung und Einhaltung elementarer Arbeitsrechte und Sicherheitsstandards", hieß es. Externe, unabhängige und zugelassene Zertifizierungsunternehmen hätten die Fabrik in Karachi geprüft.

Regierung will Untersuchungsbericht vorlegen

Nachdem es 2007 noch Hinweise auf mangelnden Brandschutz gegeben habe, seien Nachbesserungen umgesetzt worden. Ein Prüfbericht vom 30. Dezember 2011 habe die Einhaltung bestätigt, erklärte das Unternehmen. Die pakistanische Regierung will nach Kik-Angaben dazu einen Untersuchungsbericht vorlegen.

Der Vorsitzende des Unternehmerverbandes PRGMEA, Shehzad Saleem, hatte erklärt, die Firma Ali Enterprises habe mit mindestens einem deutschen Partner zusammengearbeitet. Er nannte Kik. Ein Polizeisprecher in Karachi bestätigte Geschäftskontakte der Fabrik nach Deutschland.

In der Fabrik gab es auch deshalb so viele Opfer, weil der Arbeitsschutz nicht eingehalten worden war. Das Feuer war vor einer Woche in der Fabrik ausgebrochen und hatte mehrere Stunden gewütet. Da Notausgänge fehlten und Fenster vergittert waren, kamen mindestens 258 Beschäftigte ums Leben.

mlr/DPA
 
 
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