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7. Mai 2011, 09:40 Uhr

Obama jagt Osamas Nachfolger

Mit dem Tod von Osama bin Laden ist der Kampf gegen al Kaida für die USA nicht beendet. Ein Drohnen-Angriff im Jemen sollte Osamas Nachfolger töten - scheiterte allerdings.

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Ihm galt der Drohnenangriff im Jemen: Hassprediger Anwar al Awlaki© DPA

Während die USA noch jubeln und die Welt diskutiert, ob der Einsatz gegen Osama bin Laden mit dem Völkerrecht zu vereinbaren ist, geht der Kampf gegen das Terrornetzwerk al Kaida weiter. Nach Medienberichten haben die USA am Donnerstag versucht, ein weiteres führendes al-Kaida-Mitglied zu töten. Wie die "New York Times" am Freitag online berichtete, wurden im Jemen von einer ferngesteuerten Drohne Raketen auf den gesuchten Hassprediger Anwar al-Awlaki abgefeuert. Der Jemenit, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, scheine die Attacke vom Donnerstag aber überlebt zu haben.

Die USA führen al Awlaki auf einer Liste, nach der er "tot oder lebendig" gefasst werden soll. Nach dem Tod Bin Ladens gilt er als einer der möglichen "Erben" des Terroristenchefs.

Dank an die Navy-Seals

Unterdessen hat US-Präsident Barack Obama den am Einsatz gegen Terrorchef Osama bin Laden beteiligten Elitekämpfern der Navy-Seals persönlich gratuliert. "Ihr habt einen tollen Job gemacht", sagte Obama am Freitag auf dem Militärstützpunkt Fort Campbell (US-Staat Kentucky). Zusammen mit Vizepräsident Joe Biden ließ er sich von den Soldaten der Spezialeinheit über den riskanten Einsatz unterrichten, bei dem Bin Laden in der Nacht zum Montag erschossen worden war. Das Terrornetzwerk al Kaida bestätigte am Freitag überraschend den Tod seines Führers und schwor Rache.

Die Strategie der USA im Kampf gegen den Terror und im Afghanistan funktioniere, sagte Obama vor mehr als 2000 jubelnden Soldaten auf dem Stützpunkt in Kentucky. "Dafür gibt es keinen besseren Beweis als den Tod von Osama bin Laden." Man mache Fortschritte bei dem erklärten Ziel, das Terrornetzwerk al Kaida zu zerstören, sagte der Präsident.

Neben den am Bin-Laden-Einsatz beteiligten Elitesoldaten trafen Obama und Biden in Fort Campbell auch mit weiteren Spezialeinheiten zusammen. Schon am Mittwoch war Obama in Washington mit dem für Spezialeinsätze zuständigen Vizeadmiral William McRaven zusammengekommen und hatte ihm den Dank der Nation übermittelt.

Al Kaida droht: Bin Ladens Tod wird Fluch

Al Kaida hatte zuvor den Tod Bin Ladens mit den Worten beklagt: "Du hast huldvoll gelebt und bist als Märtyrer gestorben." Aus der Botschaft der Organisation zitierten die auf Terrorabwehr spezialisierte Internetseite SITE und US-Medien. "Scheich Osama bin Laden - Gott möge ihn segnen - ist kein Prophet des 20. Jahrhunderts, sondern ein Mann islamischen Glaubens aus der gesegneten Gemeinschaft der Muslime, der den Koran mit Kraft in die Welt trug und das diesseitige Leben gegen das Jenseits eintauschte."

Bin Ladens Tod werde als "Fluch" dienen, "der die Amerikaner und ihre Agenten verfolgt, innerhalb und außerhalb ihrer Länder", zitiert der Sender CNN die Drohungen des Terrornetzwerks. Und weiter: "Bald, mit der Hilfe von Allah, wird ihr Glück sich in Trauer umwandeln, und ihr Blut wird sich mit ihren Tränen mischen".

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carnes, reagierte gelassen: "Sie (die Mitteilung) erkennt das Offensichtliche an, und das ist, dass Osama bin Laden ... von US-Kräften getötet wurde", sagte er. Zur Drohung des Terrornetzes mit Vergeltungsschlägen erklärte Carney, die USA seien sich der "potenziellen Aktivitäten sehr bewusst, und aus diesem Grund sind wir äußerst wachsam".

swd/DPA
 
 
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