1. August 2012, 12:21 Uhr

Deutscher Polizist bestreitet Ku-Klux-Klan-Verbindungen

Polizisten aus Baden-Württemberg sollen laut einem Pressebericht Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan gehabt und der NSU Tipps gegeben haben. Einer der Beamten spricht von einer Verwechslung.

Ein Polizist aus Baden-Württemberg hat den Zeitungsbericht dementiert, nach dem er Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klans gewesen sei und Tipps an das mörderische NSU-Trio gegeben habe. Der ehemalige Zugführer der 2007 erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter sagte der "Heilbronner Stimme", es handle sich um eine Verwechslung. "Das alles hat mit meiner Person rein gar nichts zu tun."

Das baden-württembergische Innenministerium hatte am Dienstag bestätigt, dass zwei Polizisten aus dem Land Verbindungen zum Geheimbund Ku-Klux-Klan gehabt haben und noch im Staatsdienst arbeiten. Allerdings hätten sie disziplinarrechtliche Konsequenzen zu tragen gehabt.

Ministerum bestätigte Querverbindung nicht

Laut der "tageszeitung" waren die beiden Polizisten Kollegen von Michele Kiesewetter: Die Polizistin war im April 2007 in Heilbronn während ihres Streifendienstes mit Kopfschüssen getötet worden - mutmaßlich von den Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt aus der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. In deren Wohnmobil war auch Kiesewetters Dienstwaffe gefunden worden. Der Ministeriumssprecher äußerte sich zu dieser Querverbindung nicht.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Montag berichtet, dass ein ehemaliges Mitglied des KKK Kiesewetters der damalige Zugführer gewesen sei und möglicherweise Tipps an die Täter gegeben habe. Bis mindestens 2003 sei er Mitglied im deutschen Klans gewesen. Daraufhin hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, sie verfolge keine neue Spur in Richtung des rassistischen Geheimbundes. Der Mord sei nach wie vor ausschließlich dem Neonazi-Terrortrio NSU zuzurechnen.

Der militante Geheimbund Ku-Klux-Klan entstand 1866 nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA. Der streng hierarchisch organisierte Klan mit ordensähnlichen Ritualen verbreitete mit Brandstiftungen, Auspeitschungen und Fememorden sowie Lynchjustiz Angst und Schrecken. Berüchtigt waren auch die gewalttätigen Aktionen der Männer in ihren weißen Gewändern und den spitzen Kapuzen unter brennenden Kreuzen. Einst hatte der KKK in den USA vier Millionen Mitglieder, heute sollen es noch mehrere tausend Menschen sein.

fw/DPA
 
 
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