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Goodloe Sutton: US-Verleger ruft Ku-Klux-Klan zu Lynchmorden an "Establishment" auf

Mit einem Verschwörungsrundumschlag und Aufruf zu Lynchmorden sorgt ein US-Verleger für Aufregung. "Wenn wir den Ku Klux Klan dazu bekämen, Washington D.C zu säubern, ginge es uns allen besser", sagte der 79-jährige Goodloe Sutton.

Goodloe Sutton

Goodloe Sutton auf einer Preisverleihung in New York 1998

AFP

Der Aufruf eines Herausgebers eines Lokalblatts in Alabama zum Lynchmord an liberalen Politikern in Washington durch den Ku-Klux-Klan löst in den USA Empörung aus. Nach heftiger Kritik an seinem Leitartikel zeigte sich Goodloe Sutton allerdings wenig einsichtig. Vielmehr legte der 79-Jährige in einem Interview mit einer anderen Zeitung des US-Südstaats nochmal nach.

Ku Klux Klan soll in bewachte Anlagen einfallen

In seinem am 14. Februar veröffentlichten Leitartikel für die Wochenzeitung der Kleinstadt Linden, "The Democrat-Reporter", hatte Sutton geschrieben, es sei an der Zeit, dass der Ku-Klux-Klan (KKK) seine nächtlichen Aktionen wieder aufnehme. "Demokraten in der Republikanischen Partei und Demokraten" in Washington seien die "wahre herrschende Klasse", sie schmiedeten im Geheimen Pläne, die Steuer in Alabama anzuheben, schrieb er.

Sutton rief den KKK dazu auf, in die "bewachten Wohnanlagen" der US-Hauptstadt einzufallen. Gleichzeitig erging er sich in wilden Verschwörungstheorien, wonach die "Eliten aus dem Nordosten" die verschiedenen Konflikte weltweit, an denen die USA beteiligt seien, in Wirklichkeit zum Unterhalt des "militärisch-industriellen Komplexes" des Landes nutzten.

Der Ku-Klux-Klan wirbt in den USA aggressiv um neue Mitglieder.

"Mein Gott, unter welchem Felsbrocken ist dieser Kerl hervorgekrochen", schrieb Alabamas demokratischer Senator Doug Jones. "Dieser Leitartikel ist total widerwärtig - und er sollte abtreten - jetzt!", so Jones. Er habe miterlebt, was es bedeute, wenn niemand etwas unternehme, während andere - "vor allem mit Einfluss", rassistische und hasserfüllte Kommentare veröffentlichten.

Lynchmord an "Sozialisten-Kommunisten"?

In einem weiteren Interview mit dem "Montgomery Advertiser" verteidigte Sutton seine Ansichten. "Wenn wir den Klan dazu bekämen, dahin zu gehen und Washington D.C zu säubern, ginge es uns allen besser", sagte der 79-Jährige und machte deutlich, dass er sehr wohl an Lynchmord an den "Sozialisten-Kommunisten" denke.

Auf die Frage, ob er den Klan als gewalttätige Organisation betrachte, fügte er hinzu: "Naja, sie haben nur wenige Menschen getötet". Sie seien erst gewalttätig geworden, "als sie es mussten". Der rassistische und gewalttätige Geheimbund hatte sich mit Lynchmorden und Folterungen an Schwarzen gegen ein Ende der Rassentrennung aufgelehnt.

Pulitzer-Preis aberkannt

Suttons Leitartikel überraschte umso mehr, als der Herausgeber sich in den 90er Jahren als investigativer Journalist einen Namen gemacht hatte. Mehrere Preise, die er damals erhalten hatte, wurden ihm nun wieder aberkannt. Recherchen des "Montgomery Advertiser" förderten zudem eine ganze Serie von Artikeln mit rassistischen, antisemitischen oder schwulenfeindlichen Untertönen zutage, die Sutton im Laufe der Jahre veröffentlicht hatte. 

nik / AFP