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5. Oktober 2005, 07:16 Uhr

"Stan" tobt über Mittelamerika

Der Hurrikan "Stan" ist mit Windgeschwindigkeiten von fast 130 Kilometern pro Stunde über El Salvador und Mexiko hinweggerast. Mit sich brachte er Regenmassen, Zerstörung und Tod.

Das Satellitenbild von "Stan" zeigt das gewaltige Ausmaß des Tropensturms© DPA

Im Golf von Mexiko sammelte ein neuer Tropensturm Kraft für seine zerstörerische Bahn: Hurrikan "Stan" ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 126 Kilometern pro Stunde über die mexikanische Golf-Küste hinweggefegt. Zuvor hatte das Sturmtief schwere Regenfälle in Mittelamerika ausgelöst, durch die mindestens 65 Menschen ums Leben kamen. Die Hurrikan-Saison dauert noch bis Ende November.

Als Hurrikan der Kategorie Eins peitschte "Stan" rund 140 Kilometer südöstlich der Hafenstadt Veracruz auf die mexikanische Golf-Küste, schwächte sich dann jedoch zu einem Tropensturm ab. Die wichtigsten Öl-Exporthäfen des Landes wurden geschlossen. Hunderte Menschen flohen angesichts drohender Überschwemmungen. Mindestens vier Menschen wurden verletzt, als der Sturm Dächer abgedeckte und Hütten niederriss.

Wasser, Überschwemmungen, Erdrutsche

"Stan", der riesige Wassermassen mit sich führt, setzte im mexikanischen Bundestaat Veracruz ganze Küstengebiete unter Wasser. Dort wurden nach Angaben des Gouverneurs Fidel Herrera 38.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Bis auf weiteres werde höchste Alarmbereitschaft gelten. Aus 140 Städten und Ortschaften seien Schäden gemeldet worden: Erdrutsche, unterspülte Straßen, umgeknickte Bäume und über die Ufer getretene Flüsse und Bäche.

Zur der Rettung von Häusern - oft aus Holz - konnte der Zivilschutz dagegen wenig beitragen. "Ich habe Angst, der Wind könnte es wegblasen. Meine drei Kinder sind da drin", sagte ein Anwohner. Wenn das Wasser weiter steige, müsse sie fliehen, sagte eine Mutter von zwei Kindern. "Aber ich will nicht weg, denn hier wird geplündert". Eine Sprecherin des Zivilschutzes erklärte, es seien keine Todesopfer in Mexiko bekannt. Die Lage sei jedoch schwierig.

El Salvador in Not

Die Situation in El Salvador war deutlich dramtischer. Durch die schweren Regenfälle im Gefolge von "Stan" kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Dort kamen mindestens 49 Menschen ums Leben. Präsident Antonio Saca bat um internationale Hilfe. Nach den Worten von Saca haben bisher Mexiko und Honduras Unterstützung angeboten. Hilfe sei aber auch aus den anderen Nachbarländern Mittelamerikas und aus der Welt notwendig, sagte Saca weiter. Er hatte zuvor bereits wegen der Regenfälle und des Vulkanausbruchs den nationalen Notstand ausgerufen. Das Land ist auch deshalb in einer besonders schwierigen Lage, weil der Vulkan Ilamatepec (Santa Ana) ausgebrochen und weiterhin aktiv ist.

Ähnliche Berichte gab es auch aus anderen südlichen Bundesstaaten Mexikos, aus Tabasco, Oaxaca und Chiapas. In Chiapas, das an Guatemala grenzt, trat in der Stadt Tapachula der Fluss Coatan über die Ufer und richtete dort schwere Verwüstungen an. In Nicaragua starben sechs Menschen. Acht Tote waren in Guatemala zu beklagen, zwei weitere in Honduras.

DPA/Reuters
 
 
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