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28. Juni 2007, 21:44 Uhr

Nachrichtensperre im Fall Marco W.

Die Medien gieren nach Neuigkeiten über Marco W. Ein türkisches Gericht hat jedoch vorerst eine Nachrichtensperre verfügt, zum Schutz des 17-Jährigen, heißt es. Die Familie des Mädchens hat nun Polizeischutz - und will nicht mit Marcos Eltern sprechen.

Marco W.: ""Es ist richtig, dass sich deutsche Staatsorgane um deutsche Staatsbürger kümmern"© Ibrahim Laleli/DPA

Keine Entspannung im Fall Marco: Die Familie des britischen Mädchens, das der 17-Jährige während eines Türkeiurlaubs sexuell missbraucht haben soll, will nicht mit den Eltern des jungen Mannes sprechen. Die Eltern der 13-Jährigen sagten, sie vertrauten auf die türkische Justiz und sähen keine Veranlassung, mit der Familie des Jungen im niedersächsischen Uelzen Kontakt aufzunehmen. Opfer sei nicht der 17-jährige Deutsche, sondern das 13 Jahre alte Kind.

Eine Strafkammer im türkischen Antalya verfügte am Donnerstag eine Nachrichtensperre für das Gerichtsverfahren gegen den Schüler. Das Verbot gelte auch für die deutschen Kamerateams, die seit Tagen vor dem Gefängnis live berichteten, sagte Generalstaatsanwalt Osman Vuraloglu der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Vuraloglu hatte den Verbotsantrag bei Gericht gestellt. Er begründete den Schritt damit, dass die Rechte von Minderjährigen geschützt werden müssten.

Merkel rät zu Behutsamkeit

Die Familie Marcos meldete sich am Donnerstagabend über ihren Rechtsanwalt Jürgen Schmidt zu Wort: "Die Familie zählt auf eine faire Lösung der unglücklichen Situation und hat Respekt und Vertrauen in die türkische Justiz", hieß es in einer Faxmitteilung. Die Familie danke für die Anteilnahme am Schicksal des 17-Jährigen, wolle aber vorerst keinerlei weitere Stellungnahme abgeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) riet zu "Behutsamkeit und Ruhe". "Es ist ja bekannt, dass wir auf allen Ebenen, die notwendig sind, mit den türkischen Behörden in Kontakt sind", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Das Auswärtige Amt tue dies in ganz hervorragender Weise. "Unser ganzes Ziel sollte sein, dem Jungen zu helfen, so gut das möglich ist."

Die Jugendlichen hatten sich in der Disco kennen gelernt. Danach war Marco im Hotelzimmer der jungen Engländerin gelandet. Während er von gemeinsamen Zärtlichkeiten spricht, wirft sie ihm sexuelle Belästigung vor. Nach einer Anzeige der britischen Eltern sitzt Marco seit April in Antalya in Untersuchungshaft.

Polizeischutz für Charlottes Familie

Die britische Familie hat inzwischen die Polizei eingeschaltet, um das Mädchen auch auf dem Schulweg vor Reportern zu schützen. "Das Haus steht unter Polizeischutz", sagte eine Sprecherin der Polizei in Manchester. Die Familie habe die Polizei kontaktiert, weil sie von den Medien belagert werde. "Es gab Belästigungen vor allem von der deutschen Presse." Bisher habe der Fall in Großbritannien keine große Aufmerksamkeit erregt. Zu der Haft des deutschen Jungen in der Türkei sagte die Sprecherin lediglich: "Das Mädchen hat britischen Rechtsschutz, und es soll sexuell belästigt worden sein."

Der Sprecher der britischen Familie, Shaun Robinson, sagte dem Fernsehsender RTL: "Was ich Ihnen vor der Kamera sagen kann, ist, das Erlebnis in der Türkei war grauenhaft. Die Familie wünscht, jetzt in Ruhe gelassen zu werden, um die Tortur verarbeiten zu können." Nach dem Urteil werde sich die Familie dann selbst äußern.

Türken kritisieren versuchte Beeinflussung Steinmeiers

Die Staatsanwaltschaft hatte die Berichterstattung deutscher Medien und die Anwesenheit der Kamerateams vor dem Gefängnis als "versuchte Beeinflussung" der türkischen Justiz heftig kritisiert. Als "Taktlosigkeit" bezeichnete Vuraloglu nach Angaben türkischer Medien zudem den Anruf von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), in dem sich dieser bei seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül um eine Freilassung des Schülers bemüht hatte.

Auch die SPD sprach sich für eine rasche Heimkehr von Marco aus. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz sagte der Berliner Tageszeitung "B.Z.": "Es ist richtig, dass sich deutsche Staatsorgane um deutsche Staatsbürger kümmern. Es geht nicht um eine Beurteilung vorab, sondern darum, den Fall vorurteilsfrei nach Deutschland zu holen." Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Eckard von Klaeden (CDU), warnte vor politischem Druck auf die türkische Justiz. "Öffentlicher Druck auf Staatsanwälte und auf Richter führt nur dazu, dass die den Eindruck gewinnen, ihre Unabhängigkeit wird in Frage gestellt", sagte Von Klaeden dem Fernsehsender N24.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 117)
 
magic_whispering (02.07.2007, 13:31 Uhr)
an leichtschwer
ähem
wieso lesen sie das, wenn es sie nicht interessiert und wieso posten sie erst recht Überflüssiges?
Inwiefern ist das Geschreibsel gehaltvoller und logischer oder sonstwas?
Obwohl Sie wollten eigentlich nur hören, dass Ihr Statement erst recht überflüssig ist, dass habe ich damit getan.
Zufrieden?
Dann können Sie sich jetzt in anderen Foren verlustigen und den gleichen Senf dort loswerden. Viel Spaß
leichtschwer (02.07.2007, 10:20 Uhr)
Hallo magic und andere, wie wärs
wenn Sie mal für klaren Kopf sorgen und damit aufhören, solche Foren für dieses Gebrabbel auf der Stufe von Viertklässlern zu missbrauchen?
Mann, Mann, Mann!!!
Die anderen Quatschkissen können sich der gleichen Aufgabe stellen! Danke!
Easy_d (01.07.2007, 23:00 Uhr)
nicht schlecht
absolut lässig, wie der Wärter den Raum betritt, ein übervolles Tablett zeigt und dann mit dem Tablett und einem freundlichem Lächeln für Fotos posiert!
Unglaublich!!! So wie Marco aussieht und von der "Dusche" erzählt ist das wirklich eine Frechheit!!!
Es wird wirklich langsam Zeit, dass unsere Regierung sich wirklich einschaltet und nicht nur blabla macht!!!
sachsenwini (01.07.2007, 21:30 Uhr)
Am 30.6.2007, 18:46 Uhr hatte ich hier dazu schon Berichte einkopiert.

Marco kann gar nicht anders. Um das Bewachungspersonal und das Gericht gnädig zu stimmen, darf er sich über nichts beklagen, muss einen zufriedenen Eindruck erwecken, dass ihm dabei sein leidendes Gesicht verrät, bedenkt man wohl nicht. Auf einem Video wird ihm sogar während des Interviews demonstrativ ein Menü gereicht.
Hier das Video:
mms://stream.n-tv.de/ntv/import/RTLP12Interview.wmv
es ist aus einer vertrauenswürdigen Quelle, ich habe es auch bedenkenlos geöffnet.
Zu dem Zustand von Marco Weiss kann ich nur sagen, dass es ihm auf jedem Fall beschissen geht. Er darf sich aber über den Zustand und über die Behandlung in der Untersuchungshaft nicht beklagen, dass würde sich nachteilig auf sein Verfahren auswirken. Vor einem türkischen Gericht hat der Angeklagte busfertig, reumütig und freundlich zu erscheinen. Vor dem Richter darf man zum Beispiel nicht die Beine übereinander schlagen, die Arme nicht vor der Brust kreuzen und ihm auch nicht ins Gesicht sehen.
Thomas11 (01.07.2007, 21:03 Uhr)
Korrektur:
die sagt, wie es Marco wirklich ergehen könnte: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/20275496
Thomas11 (01.07.2007, 21:00 Uhr)
Hier noch ein Link einer Österreicher Zeitung,
die sagt, wie es Marco wirklich ergeht: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/20275496
Thomas11 (01.07.2007, 20:16 Uhr)
Zu meinen letzten Kommentar möchte ich jedoch noch etwas hinzufügen:
Eine Mitschülerin von Marco meinte in RTL, dass sie lieber mit älteren Jungs zusammen sein wolle, da sie reifer und erfahrener sind. Auch darüber sollte man einmal nachdenken. Gesetzt den Fall, Marco hätte wissentlich mit einen 13 Jährigen Mädchen etwas gehabt und das Mädchen wäre damit einverstanden, dann sollte man in unserer Modernen Gesellschaft auch so tolerant sein und es akzeptieren. Spätestens jetzt sollte ein Mutter Tochter bzw. Vater Sohn Gespräch geführt werden. Daher würde ich dies auch nicht verurteilen. OK ein Richter der darüber urteilen muss, muss sich an geltendes Recht halten. Daher sollte es bei dem Strafmaß bei einer Ermahnung ohne weitere Folgen bleiben.
Thomas11 (01.07.2007, 19:39 Uhr)
Voll meiner Meinung.
Für solch eine Tat sind meiner Ansicht nach die Strafen noch zu niedrig. Nur in unseren Fall sprechen die Fakten (z. B. Grünes Band was Volljährigkeit signalisiert und widersprüchlichen Aussagen des „Opfers“) eindeutig für Marco. Wenn das Gericht hoffentlich die Wahrheit herausfindet und Marco für Unschuldig befindet, weil er einer vielleicht sogar Intrige aufgesessen ist, dann sollte im Gegenzug auch das Mädchen und die Mutter hart bestraft werden. Solche Typen sind doch letzten Endes die, warum wahren Opfern nicht geklaubt wird.
sachsenwini (01.07.2007, 19:02 Uhr)
Ich bemühe mich ja möglichst unvoreingenommen zu sein.
Wenn dieser Junge tatsächlich wissentlich ein dreizehnjähriges Mädchen gegen ihren Willen und unter Gewaltanwendung vorsätzlich sexuell missbrauch hätte, dann könnte er von mir aus auch acht Jahre im Gefängnis schmoren. Mein Bauchgefühl und mein logisches Empfinden sagen mir aber, dass es wahrscheinlich ganz anders war.
Es ist logisch, dass jeder Befragte bei Vernehmungen die Aussagen möglichst zu seinen Gunsten formuliert und gerade immer soviel zugibt, wie ihm nachgewiesen werden kann. Hier versucht aber Charlotte unter der Einwirkung von der Mutter und deren Anwalt, Ihren Anteil immer mehr zu verharmlosen und Marco immer mehr zu belasten.
Ich denke, dass wird die Ermittler stutzig machen.
Thomas11 (01.07.2007, 18:34 Uhr)
Sachsenwini…
Genau so ist es. Diese Frau schreit nach Genugtuung. Sie muss ja auch wegen Verletzung der Aufsichtspflicht mit Sanktion rechnen.
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