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9. Juli 2010, 15:02 Uhr

Fliegender Wechsel in Wien

Der größte Agententausch seit dem Ende des Kalten Krieges ist weit unspektakulärer verlaufen als ähnliche Operationen im Thriller: Kaum in Wien eingetroffen, wurden die Spione auch schon zwischen den USA und Russland ausgetaucht.

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Auf der Jagd nach den Spionen: Fotografen versuchen in Wien, Bilder vom Agentenaustausch zu machen© Matthias Schrader/AP

Transatlantischer Spionage-Showdown: Der größte Agentenaustausch zwischen den USA und Russland seit dem Ende des Kalten Krieges wurde zügig abgewickelt. Am Mittag hob eine russische Maschine mit Mitgliedern des kürzlich in den USA gesprengten russischen Spionagerings vom Flughafen Wien ab. Es wurde angenommen, dass das Flugzeug Moskau zum Ziel hat. Auch die US-Maschine, die die Spione nach Wien geflogen hatte, hob nur Minuten nach der russischen Maschine ab.

Die zehn in den USA enttarnten russischen Spione waren kurz zuvor mit der von der US-Regierung gecharterten Maschine von New York nach Wien geflogen. Das Flugzeug von Vision Airlines landete am Vormittag in der österreichischen Hauptstadt. Kurz davor hatte eine russische Militärmaschine aufgesetzt. An Bord, so wurde vermutet: die vier Russen, die für den Westen spioniert haben sollen und gegen die die zehn anderen Spione ausgetauscht werden soll.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. "Wir können keine Details der Aktion nennen", wurde ein namentlich nicht genannter hochrangiger US-Regierungsbeamter am Freitag in russischen Medien zitiert. Auch die österreichischen Behörden wollten die Geschehnisse nicht kommentieren.

Russen-Spione gestehen

Nur Stunden vor ihrem Abflug hatten die enttarnten russischen Spione vor einer New Yorker Richterin zugegeben, für die russische Regierung gearbeitet zu haben. Für jeden einzelnen stand ein Anwalt auf und antwortete auf die Frage, ob sie die Anklage akzeptieren, mit einem knappen "Ja". Die meisten hatten sich als Amerikaner getarnt. Ihre Häuser und Autos sowie Teile ihres Vermögens wurden eingezogen. Einige haben Kinder, die nun selbst entscheiden sollen, ob sie ihren Eltern nach Russland folgen.

Vor Gericht hießen "Richard" und "Cynthia Murphy" wieder Wladimir und Lydia Guryew, "Donald" und "Tracey" wurden wieder zu Andrej und Elena. Die als schöne Spionin bekannt gewordene Anna Chapman heißt allerdings wirklich so. Auch zwei weitere der zehn spionierten unter ihren tatsächlichen Namen. Sie waren erst Ende Juni nach jahrelangen Ermittlungen vom FBI festgenommen worden.

Seite 1: Fliegender Wechsel in Wien
Seite 2: Schöne Agentin hat keine Lust auf Russland
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
guenni22 (09.07.2010, 17:20 Uhr)
Komödie
was wurde uns denn da für ein sommerliches Theater geboten? Da ist doch so ziemlich alles gelogen was wir zu lesen bekommen. Als Komödie gerade noch akzeptabel, aber nur weil wir um den dritten Platz spielen müssen und sowieso alles egal ist.
leisegang (09.07.2010, 13:27 Uhr)
Der Unterschied zwischen Agenten und Spione
Der Unterschied liegt darin, dass der Artikel von der DPA/APN stammt.
Da ist man dann schon genau, wenn es um Bezeichnungen geht.
Spione sind etwas fieses. Das sind die Figuren im Kino, die immer die Bösewichter sind. Und Agenten-Thriller sind Geschichten über heldenhafte CIA-Agenten die man aufkeinen Fall mit der misslichen Berufsbezeichung Spion in Vermindung bringen darf. Alles klar?!
BodoGiertz (09.07.2010, 09:33 Uhr)
Zitat:
Sie waren erst Ende Juni nach jahrelangen Ermittlungen vom FBI festgenommen worden, nur kurz vor einem US-Besuch Medwedews. Dies sei aber purer Zufall gewesen, hieß es.

Die russischen Agenten in den USA sind noch nicht einmal wegen Spionage angeklagt worden, sondern wegen Weitergabe von Informationen an's Ausland. Es waren nämlich keine wirklichen Geheimnisse dabei.
Um eine hohe Strafandrohung zu erreichen kam dann noch die Geldwäsche dazu.
Al Capone lässt grüßen.
Kein Mord aber Steuerhinterziehung ; -)

Die Verhaftung von Agenten erfogt normalerweise diskret, meisten weil man eigene Leute austauschen will.

Es ist also offensichtlich, dass es beim FBI Mitarbeiter gibt, die ihr Amt missbrauchen um die neue Russlandpolitik ihres eigenen Präsidenten zu torpedieren !!!
susi_sonicht (09.07.2010, 07:56 Uhr)
Die einen haben
Die anderen sollen, könnten, hätten vielleicht - was ist das für eine Art der Berichterstattung? Oder will der Stern mir erzählen dass der CIA keine Spione hat? In dem Zusammenhang würde mich wirklich interessieren warum die ertappten Russen "Spione" sind und die ertappten russichen Doppelspione "Agenten'" - wo ist da der Unterschied?
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