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24. Januar 2007, 08:59 Uhr

Hilft Nordkorea dem Iran?

Beide sind Teil der so genannten Achse des Bösen: Nun gibt es Hinweise darauf, dass sie tatsächlich auch zusammenarbeiten: Einem Zeitungsbericht zufolge, soll Nordkorea dem Iran "Entwicklungshilfe" in Sachen Atomprogramm geben.

Es kursieren Gerüchte einer Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und Iran© Abedin Taherkenareh/DPA

Nordkorea rechnet mit einer Fortsetzung der Sechs-Länder-Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm Anfang Februar. Das sagte der nordkoreanische Botschafter in Moskau, Kim Yong Jae. Die neue Gesprächsrunde sei möglich geworden, nachdem der US-Unterhändler Christopher Hill und der nordkoreanische Vizeaußenminister Kim Kye Gwan bei einem bilateralen Treffen in Berlin in der vorigen Woche "positive Bewegung" in den Atomstreit gebracht hätten.

"Achse des Bösen" gegenwärtiger denn je

Die konservative Zeitung britische Zeitung "The Daily Telegraph" befürchtet währenddessen eine nukleare Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Nordkorea: "Wissenschaftler aus Nordkorea haben anscheinend Teheran besucht, um der iranischen Regierung Daten zu übermitteln, die beim ersten Nukleartest Nordkoreas im vergangenen Oktober gesammelt wurden. Jene europäischen Politiker und Kommentatoren, die sich lustig gemacht haben über den von George W. Bush in einer als fantasievoll und rhetorisch angesehen Rede zur Lage der Nation geprägten Begriff "Achse des Bösen", der auch diese beiden Länder einschloss, müssen ihre Haltung nun überprüfen", kommentierte die Zeitung. Nordkorea und der Iran seien beides Länder, deren Führer bizarre regionale Ambitionen haben und deren globale Isolation sie zu absurdem konfrontativem Verhalten treibe.

Südkoreanische Medien hatten am Montag berichtet, Nordkorea habe sich zur Einstellung des Betriebs seines umstrittenen Atomreaktors in Yongbyon und anderer Nuklearaktivitäten bereit erklärt. Im Gegenzug verlange Pjöngjang vom Ausland Energielieferungen und Wirtschaftshilfe sowie eine größere Flexibilität der USA in der Frage der Finanzsanktionen. Die Sechserrunde, an der Nord- und Südkorea sowie die USA, China, Russland und Japan teilnehmen, läuft seit 2003 mit Unterbrechungen und hat bisher keinen Durchbruch gebracht.

Das soll sich nun ändern: Auch der südkoreanische Unterhändler Chun Young Woo erklärte, er gehe davon aus, dass die Sechserrunde spätestens in der Woche vom 5. bis 10. Februar beginnen werde. Der genaue Termin werde nach der Rückkehr von Kim Kye Gwan nach Pjöngjang festgelegt, sagte er nach einem Treffen mit dem Nordkoreaner in Peking.

Kim hofft auf veränderte Haltung der USA

Kim deutete unterdessen mit Blick auf die nächsten Atomgespräche eine flexiblere Haltung Pjöngjangs an. "Ändert sich nicht alles?", antwortete Kim auf die Frage, ob Nordkorea zu einer Änderung seiner bisherigen Position bereit sei. Er sei "zufrieden" mit dem Treffen in Berlin, zitierte ihn die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Hill habe bei ihm den "positiven Eindruck" hinterlassen, dass die USA ihre Haltung gegenüber dem Regime in Pjöngjang ändern könnten.

DPA
 
 
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